Posts mit dem Label Haavara werden angezeigt. Alle Posts anzeigen
Posts mit dem Label Haavara werden angezeigt. Alle Posts anzeigen

Montag, 12. Juli 2010

Zehn Fragen an die Zionisten





1. Ist es wahr, dass die deutsche Gestapo im Jahr 1941 und erneut im Jahre 1942 den Transit aller europäischen Juden nach Spanien angeboten hat, wenn sie all ihr Eigentum in Deutschland und im besetzten Frankreich abtreten würden, unter der Bedingung, dass:Blocksatz

a) keiner der Deportierten von Spanien nach Palästina reist, und

b) alle Deportierten aus Spanien in die USA oder die britischen Kolonien abtransportiert werden, um dort zu bleiben; mit Einreisevisa, die von den dort lebenden Juden arrangiert zu sein hätten, und

c) für jede Familie $1.000,00 Lösegeld von der Agentur eingerichtet werden, zahlbar bei der Ankunft der Familie an der spanischen Grenze in einer Quantität von 1000 Familien täglich.

2. Ist es wahr, dass die zionistischen Führer in der Schweiz und der Türkei dieses Angebot erhalten haben mit der klaren Ansage, dass der Ausschluss von Palästina als Ziel für die Deportierten auf einer Vereinbarung zwischen der Gestapo und dem Mufti basiert

3. Ist es wahr, dass die Antwort der zionistischen Führer negativ war, mit den folgenden Anmerkungen:

a) nur Palästina würde als Ziel für die Deportierten in Betracht gezogen werden.

b) Die Europäische Juden müssen in Leid und Tod in größerem Maß als die anderen Nationen einwilligen, damit die siegreichen Alliierten am Ende des Krieges einem “jüdischen Staat” zustimmen werden.

c) kein Lösegeld gezahlt werde

4. Ist es wahr, dass diese Antwort auf das Angebot der Gestapo in voller Wissen darüber gegeben wurde, dass die Alternative zu diesem Angebot die Gaskammer war.

5. Ist es wahr, dass im Jahr 1944, zur Zeit der Deportationen der ungarischen Juden, ein ähnliches Angebot gemacht wurde, wobei alle ungarischen Juden hätten gerettet werden können.

6. Ist es wahr, dass dieselbe zionistische Hierarchie dieses Angebot wieder ablehnten (nachdem die Gaskammern bereits einen Zoll von Millionen genommen hatten).

7. Ist es wahr, dass während der Zeit der meisten Ermordungen im Krieg, 270 Mitglieder des britischen Parlaments vorgeschlagen haben, 500.000 Juden aus Europa zu evakuieren und sie in den britischen Kolonien wiederanzusiedeln, als Teil der diplomatischen Verhandlungen mit Deutschland.

8. Ist es wahr, dass dieses Angebot von der zionistischen Führern abgelehnt wurde, mit der Bemerkung “Nur nach Palästina!”

9. Ist es wahr, dass die britische Regierung 300 Rabbinern und ihren Familien Visa erteilt hatte für die Kolonie Mauritius, mit Transit für die Evakuierten durch die Türkei. Die Führer der “Jewish Agency” sabotierten diesen Plan mit der Bemerkung, dass der Plan illoyal gegenüber Palästina war, und die 300 Rabbiner und ihre Familien sollten vergast werden.

10. Ist es wahr, dass im Laufe der oben erwähnten Verhandlungen, Chaim Weitzman, der erste “jüdische Staatsmann”, erklärte: “Der wertvollste Teil des jüdischen Volkes ist bereits in Palästina, und die lebenden Juden außerhalb Palästinas sind nicht so wichtig”. Weitzman’s Kohorte, Greenbaum, verstärkte diese Aussage mit der Bemerkung “Eine Kuh in Palästina ist mehr wert als all die Juden in Europa.”


Quelle: Jews against Zionism - Ten Questions to the Zionists
http://www.jewsagainstzionism.com/rabbi_quotes/weissmandl.cfm
http://abseits-des-mainstreams.blogspot.com/2010/07/zehn-fragen-die-zionisten.html


Auf der Konferenz von Évian 1938 hat das deutsche Reich der „freien Welt“ seine 500.000 - 600.000 Juden zum Nulltarif und ohne irgendwelche Bedingungen angeboten.

Die Bereitschaft der „freien Welt“ zur Aufnahme dieser Juden war allerdings arg begrenzt. Nicht zuletzt deshalb, weil osteuropäische Länder sich bei dieser Gelegenheit auch gleich ihres Judenproblems entledigen wollten und die Menge der zu verhandelnden Juden sprunghaft von 500 000 auf mehrere Millionen anstieg.

Trotzdem wurde 1939 noch das Rublee-Wohlthat-Abkommen zur Abwanderung deutscher Juden zwischen dem deutschen Reich und den USA geschlossen. Auch in diesem Abkommen findet sich kein Verbot der Auswanderung nach Israel. Ganz im Gegenteil, dass Haavara-Abkommen wird darin fortgeschrieben.

Alle Auswanderungsaktivitäten wurden im Krieg durch die Alliierten und nicht durch Deutschland gestoppt. (Was wollte Rommel in Nord-Afrika?)

Auch auf der Bermuda-Konferenz 1943 konnten sie sich nicht über die Aufnahme der doch angeblich von Gaskammern bedrohten Juden einigen.


Video: Nie wieder Zionismus

Montag, 26. April 2010

Der Mossad und die deutschen Geheimdienste


Gehlens Erben und die «Blaumeise»
Der Mossad und die deutschen Geheimdienste kooperieren seit den späten 1950er Jahren eng

Als im Oktober 1991 eine als land- und forstwirtschaftliches Gerät getarnte Lieferung von Material der ehemaligen NVA im Hamburger Hafen von der Wasserschutzpolizei entdeckt wurde, für die BND-Mitarbeiter verantwortlich waren und deren Zielort Israel sein sollte, war das Erstaunen in Presse und Öffentlichkeit groß. Von Waffenschmuggel und illegalen Rüstungsgeschäften war die Rede. Es kam sogar zum Gerichtsprozess gegen zwei BND-Männer, der jedoch mit einem Freispruch endete. Das Gericht kam zu dem Schluss, dass es sich um einen politisch gewollten und keineswegs unüblichen Vorgang handelte, bei dem es quasi lediglich zu Formfehlern gekommen war. Gab es da etwa einen Aspekt der deutsch-israelischen Beziehungen, welcher der Allgemeinheit bislang verborgen geblieben war?

In der Tat ist dieses bilaterale Verhältnis - von Städtepartnerschaften und Jugendaustausch über Wissenschaftskooperation bis hin zu diplomatischen Kontakten - wie kaum ein anderes öffentlich beleuchtet worden. Häufig wurde es hierbei als eine Einbahnstraße dargestellt: Deutschland als Geber, Israel als Nehmer. Die Wenigsten wussten jedoch darüber Bescheid, dass es auch im Sicherheitsbereich seit langem eine enge Zusammenarbeit gab, von der nicht zuletzt die Bundesrepublik enorm profitierte. Denn diese Partnerschaft wurde lange Zeit geheim gehalten. Die Gründe dafür lagen zum einen in der Natur der Sache selber. Zum anderen war die Zusammenarbeit mit hohen politischen Risiken versehen, denn die BRD wollte ihr Verhältnis zu den arabischen Staaten nicht aufs Spiel setzen und Israel wollte einen Aufschrei ob der sensiblen Kontakte mit den Deutschen in der eigenen Bevölkerung vermeiden.

«Kooperieren mit dem Teufel!»

Die Zusammenarbeit zwischen BND und Mossad begann 1957 und kam wahrscheinlich auf Initiative des Chefs des deutschen Auslandsnachrichtendienstes, Reinhard Gehlen, zustande. Möglicherweise wurde der erste Kontakt über die damalige israelische Mission in Köln aufgenommen, deren Aufgabe in der Umsetzung des Luxemburger Abkommen über die so genannte «Wiedergutmachung» bestand und in der auch ein einfacher Mossad-Mitarbeiter stationiert war. Die Voraussetzungen für weitere Kontakte waren jedoch keineswegs einfach: Auf israelischer Seite waren die Vorbehalte gegenüber Gehlen, der während des Dritten Reichs Chef des Wehrmachtsdienstes Fremde Heere Ost gewesen war, groß. Es wäre nicht übertrieben zu behaupten, dass der BND von alten Nazis geradezu durchsetzt war. Einige arbeiteten als inoffizielle Mitarbeiter in arabischen Ländern, wo sie häufig mit offenen Armen empfangen worden waren. Zudem unterhielten Israel und die BRD trotz des Luxemburger Abkommens von 1952 keine offiziellen diplomatischen Beziehungen.

Andererseits sah der damalige Mossad-Chef, Isser Harel, die Notwendigkeit, mit den Westdeutschen zu kooperieren, da Israel jeden Verbündeten brauchte und es sich nicht leisten konnte, aus moralischen Gründen oder persönlichen Emotionen heraus eine Zusammenarbeit abzulehnen, die für die Sicherheit des jungen Jüdischen Staates wichtig sein konnte. Dies bedeutete natürlich nicht, dass man die Vergangenheit vergessen wollte. Doch setzte sich nach zahlreichen internen Querelen beim Mossad schließlich die pragmatische Linie Harels durch, die er gegenüber seinen eigenen Leuten lautstark mit den Worten zusammenfasst haben soll: «Für die Sicherheit Israels kooperieren wir sogar mit dem Teufel.»

So waren nicht zuletzt für den Mossad auch Erkenntnisse der deutschen Seite wichtig, die diese durch ihre Informanten in arabischen Ländern sammelte. Umgekehrt hatten die Deutschen den Beitrag des Mossads zum erfolgreichen Sinai-Feldzug Israels 1956 wahrgenommen und wussten um dessen Netz von Agenten in Osteuropa. Sie benötigten dringend Informationen über die DDR und die anderen Staaten des Warschauer Paktes. Dies umso mehr, nachdem der BND durch den Verrat seines langjährigen Mitarbeiters Heinz Felfe einen Großteil seiner geheimen Quellen im Ostblock verloren hatte.

Gehlen beauftragte seinen Vertrauten, General Wolfgang Langkau, der auch Verbindungsoffizier des BND für den Kontakt mit den Israelis war, den deutschen Auslandsnachrichtendienst neu aufzubauen. Bis aber neue Agentennetze geschaffen werden konnten, musste der Mangel an Quellen durch eine intensivierte Kooperation mit einem anderen Dienst überbrückt werden, der in der Lage war, den BND mit aktuellen Informationen zu versorgen, die dieser dann der Regierung als seine eigenen präsentieren konnte. Die britischen und französischen Dienste kamen dafür nicht infrage, da sie zum einen mit Konflikten, die sich aus dem Rückzug aus den Kolonien ergaben, beschäftigt waren, zum anderen den Deutschen nicht trauten und diese auch aus den nachrichtendienstlichen Beziehungen zu afrikanischen Staaten heraushalten wollten, welche im Kontext des Kalten Kriegs zunehmend an Bedeutung gewannen. In eine erneute Abhängigkeit von den Amerikanern hingegen - die ja seinen Dienst mitgegründet hatten und von denen er sich erst einige Jahre vorher emanzipiert hatte - wollte Gehlen sich nicht begeben. So fiel die Wahl auf die Israelis. Der BND war vor allem an einer ganz besonderen Quelle des Mossads interessiert: den Befragungen von jüdischen Emigranten, die aus den Warschauer-Pakt-Staaten nach Israel kamen.

BND auf dem Prüfstand

Harel wusste allerdings, dass der westdeutsche Dienst von sowjetischen Agenten infiltriert war, und er hatte auch Vorbehalte wegen der Kontakte des BND zu arabischen Staaten. Deshalb entschied er sich dafür, die Deutschen zunächst einmal auf die Probe zu stellen. So ließ er sie gewisse Informationen beschaffen, die dem Mossad bereits vorlagen, ohne dass die deutsche Seite dies wusste. Auch ließ er den BND im Rahmen diverser Operationen Mossad-Mitarbeiter in osteuropäische Länder hinein- und hinausschmuggeln und bei der Organisation der Einwanderung von Juden aus diesen Ländern nach Israel helfen. Die Ergebnisse stellten ihn anscheinend zufrieden, denn er beschloss, die Zusammenarbeit mit dem BND zu vertiefen. So wurde der erste Mossad-Verbindungsoffizier, Chaim Yizchaki, nach Deutschland geschickt, um in der Israelischen Mission als Chauffeur getarnt zu arbeiten. Im Winter 1960/61 kam es dann zum ersten Besuch Harels im BND-Hauptquartier in Pullach.

Gehlen bot dem Mossad, der im BND-Jargon den Decknamen «Blaumeise» bekam, unter anderem operative Freiheit auf deutschem Boden sowie Unterstützung an. Er soll den Israelis sogar Kopien oder zumindest Ausschnitte des täglichen Lageberichts seines Dienstes an den Bundeskanzler offeriert haben. Im Gegenzug verlangte er vom Mossad Informationen über die Warschauer-Pakt-Staaten.

In der Folgezeit kam es zu immer häufigeren Besuchen anderer Mossad-Offiziere in Pullach. Beauftragt mit der Verbindung zu den Israelis wurde General Langkau, bekannt unter den Decknamen Langendorf oder Holten. Er schätzte die Professionalität und Verlässlichkeit der israelischen Informationen sehr und entwickelte gute persönliche Beziehungen zu Harels Nachfolger Meir Amit. Auf israelischer Seite war der Mossad-Resident in Paris, Shlomo Cohen, für den Kontakt zum BND verantwortlich.

Cohen verstand sich darauf, Personen für eine nachrichtendienstliche Arbeit anzuwerben, sie jedoch dabei im Glauben zu lassen, sie arbeiteten für ein anderes Land. So rekrutierte er einige arabische Diplomaten in Bonn und ließ sie glauben, dass sie für die NATO oder sogar die Deutschen arbeiten würden. Der BND duldete dies gemäß der Vereinbarung zwischen Gehlen und Harel - und unterstützte wo nötig. Diese Operationen «unter falscher Flagge» halfen dem Mossad, wertvolle Informationen über arabische Staaten zu gewinnen. Gerade die Beschaffung aus arabischen Ländern war nach dem Rückzug der Franzosen und Briten aus dem arabischen Raum schwieriger geworden, da man als Ausländer aus dem Westen nicht mehr so einfach operieren konnte und das damit erhöhte Risiko, enttarnt zu werden, auch eine Gefahr für die lokalen jüdischen Gemeinden bedeutete.

Von deutscher Seite kamen neue kooperative Leistungen hinzu. Selbst ehemalige Nazis wie Otto Skorzeny, Hitlers Offizier für besondere Operationen, Befreier Mussolinis aus dessen Gefangenschaft auf dem Gran Sasso und später mutmaßlicher Kopf der Organisation der ehemaligen SS-Angehörigen (ODESSA), wurde als Waffenhändler mit Sitz in Madrid vom Mossad eingespannt. Auch diente er den Diensten mit Informationen aus dem Umfeld ehemaliger Nazis. Einige von ihnen arbeiteten später sogar auf die eine oder andere Weise mit dem Mossad zusammen - nach der Entführung Adolf Eichmanns nicht zuletzt auch aus Furcht vor dem israelischen Geheimdienst.

Operation «Damokles»

Die operative Freiheit auf bundesdeutschem Boden nutzte der Mossad unter anderem, um gegen deutsche Wissenschaftler vorzugehen, die im Dritten Reich am V2-Programm in Peenemünde mitgearbeitet hatten und in den 1950er Jahren von Ägypten angeworben worden waren. Jene Forscher sollten nun ein hochwirksames Raketenprogramm für Präsident Nasser entwickeln. Aus Israels Sicht waren die Raketen, die in Ägypten unter deutscher Leitung hergestellt wurden, deren Technologie jedoch an Instituten in der BRD entwickelt wurde, eine unmittelbare Bedrohung. Harel gab die Order aus, die Wissenschaftler zu finden und sie davon abzuhalten, diese Arbeit fortzuführen. Durch seine Recherchen kam der Mossad auf eine ägyptische Tarnfirma namens «Intra-Händel» in Stuttgart, welche die Zusammenarbeit mit den deutschen Wissenschaftlern koordinierte und Material für das Raketenprogramm lieferte. David Ben-Gurion lehnte es jedoch ab, direkt bei Kanzler Adenauer zu intervenieren, da er die damals gleichzeitig laufenden deutschen Waffenlieferungen an Israel nicht aufs Spiel setzen wollte. Stattdessen leitete der Mossad Maßnahmen ein, die unter dem Namen Operation «Damokles» bekannt sind. Bis 1965/66 hatten die meisten deutschen Wissenschaftler Ägypten verlassen. Im Yom-Kippur-Krieg kamen die mit deutscher Hilfe entwickelten Raketen zwar noch zum Einsatz. Sie konnten jedoch nicht den befürchteten und für den Kriegsausgang entscheidenden Schaden anrichten, da ihnen ein Navigationssystem fehlte.

Der BND war in Bezug auf Israel auch in anderer Hinsicht aktiv: bei der Abdeckung und Abwicklung geheimer Rüstungslieferungen aus der BRD. Die Aufgabe der Dienste bestand darin, darauf zu achten, dass die Lieferungen selbst gegenüber befreundeten Staaten geheim blieben. Zu diesem Zweck verzichtete man nach Möglichkeit auf Schriftliches, ließ die Gelder über Bankkonten fließen, welche von Agenten beider Dienste unterhalten wurden, und entfernte alle Markierungen, die darauf hindeuteten, dass die Waffen aus der BRD kamen.

Ein besonderes Kapitel deutsch-israelischer Geheimdienstbeziehungen ist auch der umfangreiche wehrtechnische Austausch. Die Israelis hatten über die Jahre hinweg zahlreiche Waffensysteme sowjetischer Bauart von ihren arabischen Gegnern erbeutet. Mit solchen oder ähnlichen Systemen sah sich die BRD im Konfliktfall mit dem Warschauer Pakt konfrontiert. Es galt folglich, in ihren Besitz zu gelangen, um sie testen zu können und die eigenen Waffensysteme dementsprechend anzupassen beziehungsweise weiterzuentwickeln. Die Abwicklung des Austauschs oblag den Nachrichtendiensten. Nicht zuletzt wurde der BND von deutscher Seite damit betraut, um im Falle eines Bekanntwerdens das Kanzleramt von jeglichen Vorwürfen der Mitwisserschaft zu entlasten. Ein solcher Fall trat im eingangs erwähnten Skandal um die über den Hamburger Hafen abgewickelten Lieferungen auf.

«Cerberus» und Bargeldkoffer

Die Abwicklung von «Cerberus», einem der geheimsten Rüstungsprogramme der BRD lief ebenfalls über die Geheimdienste. Es handelte sich hierbei um die Entwicklung eines Radarstörsenders für die Tornados der Bundeswehr durch Israel - ein System, das in den Worten eines ehemaligen BND-Präsidenten «für Aufklärungs- und Kampfzwecke unerläßlich» war. Die Bedeutung von «Cerberus» geht nicht zuletzt daraus hervor, dass die Finanzierung durch den BND zumindest in den ersten Jahren abgewickelt wurde, indem Beamte des Dienstes sprichwörtlich mit Bargeld in Koffern nach Israel reisten. Der Name des Systems tauchte nicht einmal im Haushaltsplan der Bundesregierung auf.

Selbst auf dem hochsensiblen Gebiet der Gegenspionage arbeiteten der deutsche Auslandsnachrichtendienst und der Mossad eng zusammen. 1970 reisten beispielsweise Mitarbeiter der BND-Unterabteilung für Sicherheit nach Israel, um dort ehemalige jüdische Mitarbeiter des polnischen Nachrichtendienstes UB zu befragen. Diese waren nach der Antisemitismuswelle von 1968 übergelaufen. Durch die Befragungen konnte die KGB-Agentin Ursula Bulla, frühere Sekretärin des stellvertretenden SPD-Vorsitzenden Wilhelm Mellies, enttarnt werden.

Gemeinsam hörten die Dienste mitunter auch verschlüsselte Botschaften von arabischen Staaten ab. Dabei kam es dann zu einem intensiven Austausch zwischen Kryptographieexperten beider Seiten. Der Mossad hatte mehr technische und sprachliche Erfahrungen in diesem Bereich, die Deutschen hingegen größere Kapazitäten. BND- und BfV-Mitarbeiter wurden in arabischen Familien in Israel untergebracht, um ihre Sprachfähigkeiten im Arabischen zu verbessern.

Im Mai 1972 fand im Flüchtlingslager Badawi im Libanon auf Einladung palästinensischer Organisationen eine internationale Konferenz von Terroristengruppen statt. An dieser Konferenz nahmen auch RAF-Mitglieder teil, die in den Folgejahren mit palästinensischen Terrorgruppen zusammenarbeiteten. Der Mossad erfuhr von der Teilnahme der deutschen Terroristen und beschloss, seine guten Kontakte zum BND zu benutzen, um mehr über die Aktivitäten der PLO in Europa zu erfahren. In der Folge kam es auch zu einer engeren Zusammenarbeit mit dem Bundesamt für Verfassungsschutz.

Mit dem aus dem Nahen Osten nach Europa schwappenden Terrorismus waren die deutschen Dienste vollkommen überfordert, wie der Überfall auf die israelische Olympia-Mannschaft und ihre anschließende Ermordung 1972 in München zeigte. Israel intensivierte in der Folge seinen Informationsaustausch mit dem Verfassungsschutz. Vom BND erhielten die Israelis im Gegenzug Informationen über die Unterstützung palästinensischer Terrorgruppen durch den Ostblock. Der Verfassungsschutz stellte einen direkten Kontakt her zwischen David Kimche und dem Chef des Bundeskanzleramts, Manfred Schüler, der ab 1975 auch für die Koordination der bundesdeutschen Nachrichtendienste zuständig war. Es wurde vereinbart, dass Schüler regelmäßig Unterrichtungen des Mossad über die Terrorszene erhalten sollte, die er dann an Kanzler Schmidt weiterleitete. So kam es, dass die deutsche Seite es auch tolerierte, wenn der Mossad Informanten aus dem Milieu palästinensischer Studenten in der BRD rekrutierte.

Auf den Spuren der RAF

Im Januar 1976 wurden drei palästinensische Terroristen in Nairobi festgenommen, die geplant hatten, eine El Al-Maschine bei der Landung auf dem Flughafen mit Raketenwerfern zu beschießen. Die kenianischen Behörden waren vom Mossad gewarnt worden, der wiederum die Informationen von Quellen aus dem Sympathisanten-Umfeld der RAF erhalten hatte. Die Festnahme der Palästinenser wurde geheim gehalten. Kurz darauf kamen zwei deutsche Terroristen, Brigitte Schulz und Thomas Reuter, in Nairobi an, um herauszufinden, was aus ihren palästinensischen Kollegen geworden war. Auch sie wurden von den Kenianern festgenommen und wie die Palästinenser zuvor dem Mossad übergeben, der sie nach Israel ausflog. Informationen aus dem Verhör wurden schließlich dem Verfassungsschutz übergeben. Ebenso erhielten die Deutschen später einen Teil der Unterlagen über das Training deutscher Terroristen in palästinensischen Lagern, welche die Israelis bei ihren Operationen im Libanon 1978 und 1982 erbeuten konnten. Diese Dokumente halfen den bundesdeutschen Behörden dabei, bekannte RAF-Terroristen zu verfolgen und bestimmte Unterschlupfmöglichkeiten und Waffendepots in der BRD ausfindig zu machen.

Der BND erfüllte für die Israelis auch die Funktion eines Kanals zu einem ihrer Hauptfeinde, mit dem bis heute keine offiziellen diplomatischen Beziehungen unterhalten werden: dem Iran. Auf Vermittlung des BND und unter Aufsicht von Staatsminister Bernd Schmidbauer, dem damaligen Koordinator der deutschen Nachrichtendienste, verhandelten die Israelis Mitte der 1990er Jahre mit dem iranischen Geheimdienstminister, Ali Fallahian, im Bonner Kanzleramt über einen Austausch von gefangenen und gefallenen Soldaten. Nicht zuletzt ging es dabei auch um Informationen über das Schicksal des entführten israelischen Piloten Ron Arad. 1996 kam es zum ersten Austausch von gefangenen Hisbollah-Kämpfern und den sterblichen Überresten israelischer Soldaten. Weitere folgten.

Die Verhinderung der Proliferation von Massenvernichtungswaffen stellt ein weiteres Feld gemeinsamer Interessen der beiden Dienste dar. So hatten BND und Mossad schon Jahre vor dem Golfkrieg von 1991 Informationen über die Aufrüstung des Irak ausgetauscht. Doch hatte die deutsche Regierung vor der Besetzung Kuwaits nicht so recht an die Gefahr glauben wollen, die von Saddam Hussein ausging. Auch der israelische Außenminister, Moshe Arens, konnte im Dezember 1990 den deutschen Kanzler nicht von der Gefahr überzeugen, obwohl einige seiner Informationen aus deutschen Quellen stammten. Es bedurfte eines Besuches hochrangiger Mossad-Offiziere bei Kohl, um ihn schließlich dazu zu bewegen, Israel durch Rüstungslieferungen bei seiner Verteidigung zu unterstützen.

Gemeinsame Interessen bleiben

Die deutsch-israelische Zusammenarbeit im Bereich der Nachrichtendienste wird bis heute von einer Vielzahl gemeinsamer Interessen und gemeinsamer Bedrohungen motiviert. Sie kam vor allem deshalb zustande, weil jede Seite besondere Fähigkeiten oder Möglichkeiten hatte, über die der Partner nicht verfügte. Die Interessensüberschneidungen waren dabei so stark, dass man auch historisch-emotionale Hindernisse zugunsten pragmatischer Kooperation überwand. Veränderungen in der Bedrohungslage haben der Zusammenarbeit keinen Abbruch getan. Vor allem aber wurde diese Kooperation auch in Zeiten fortgeführt, in denen es auf offizieller diplomatischer und politischer Ebene Verstimmungen gab. Denn beide Seiten profitierten davon enorm. Auch in der Gegenwart sind beide Länder mit Gefahren für ihre Sicherheit konfrontiert: Internationaler islamistischer Terrorismus, Massenvernichtungswaffen und regionale Instabilität - um nur einige zu nennen. Als neue Herausforderungen werden sie die nunmehr seit fast fünf Jahrzehnten existierende Zusammenarbeit der Nachrichtendienste beider Länder auch in Zukunft ansprechen.

Yves Pallade


http://www.j-zeit.de/archiv/artikel.473.html

Mossad und der jüdische Adolf Eichmann



gaby weber 19.04.2007

Viel wurde geschrieben über Eichmann, Bücher und Drehbücher, und immer auf der Grundlage der Mossad-Darstellung. Gerät diese Darstellung ins Wanken, fällt auch die Figur des "noblen Rächers" und der Mossad wirkt wie moralischer Hochstapler.

Der Mythos vom effizientesten Geheimdienst der Welt. Vom edlen Rächer zum moralischen Hochstapler?




Gaby Weber


Der israelische Premierminister, David Ben Gurion, hat nie behauptet, dass seine Regierung den Kriegsverbrecher Adolf Eichmann entführt hat. Diese Version kam in der Presse auf und mit der Zeit gefiel sich der Mossad in der Rolle des edlen Rächers, der, allein um der Gerechtigkeit willen, internationale Gesetze bricht. Ab 1975 veröffentlichen drei Mossad-Agenten, unter ihnen der Chef des Geheimdienstes, Isser Harel, Bücher, in denen sie detailliert beschreiben, wie sie nach jahrelanger Suche Eichmann schliesslich gefunden, vor seiner Haustür entführt und in der El Al Maschine ausser Landes geschafft haben wollen. Auf seiner homepage (www.mossad.gov.il - “history”) feiert der Mossad seine Heldentat. Viel davon ist frei erfunden. Die israelische Regierung dementierte aber nicht. Sie rechtfertigte ihre geheimen, ungesetzlichen Aktionen gegen Palästinenser mit dem Hinweis auf die ebenfalls illegale, aber moralisch gerechtfertigte Entführung Eichmanns.

Steven Spielberg läßt in seinem Dokumentarfilm "München" mehrere Male Golda Meir auftreten und das illegale Vorgehen gegen die Mitglieder des Kommandos "Schwarzer September", die 1972 bei der Olympiade in München israelische Sportler ermordet hatten, mit den Worten rechtfertigen: "So wie wir für Gerechtigkeit bei Eichmann gesorgt haben, sorgen wir auch für Gerechtigkeit bei den palästinensischen Terroristen".

Es ist eine historische Tatsache, dass die israelische Regierung jahrelang gewusst hat, dass Eichmann in Argentinien lebte und keinen Finger rührte. Dem Nazijäger Simon Wiesenthal war dies seit 1952 bekannt und er versuchte vergeblich, die israelischen Behörden zur Aktion gegen den Kriegsverbrecher zu bewegen. Ab 1957 teilte der deutsche Emigrant Lothar Hermann seinen Aufenthalt dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer mit, und der informierte mehrfach die Regierung in Tel Aviv. Aber nichts passierte. Wiesenthal schrieb in seinen Memoiren: "Die Israelis hatten kein Interesse mehr an Eichmann, sie mussten sich im Überlebenskampf gegen Nasser behaupten."

Interesse hatten die Israelis vor allem am Bau einer eigenen Atombombe.

In den fünfziger Jahren sah das US State Department die Regierung in Tel Aviv keinesfalls mit grösserer Sympathie. Es galt die Doktrin von Harry Truman, in den Nahen Osten keine Waffen zu liefern. Deshalb suchte Ben Gurion technologische Unterstützung für sein erstes Atomkraftwerk Dimona bei den Franzosen. Dem israelischen Angriff auf Ägypten in der Suezkrise war ein Abkommen mit Frankreich vorausgegangen.

Aber Paris wurde von den USA unter Druck gesetzt. 1958 gelangte Charles de Gaulle an die Regierung und, um sein eigenes Atomprogramm zu retten, kündigte er das Abkommen über nukleare Zusammenarbeit mit Israel. Ben Gurión schickte Simón Peres nach Argentinien, Gabun und Südafrika, um dort Natururan zu kaufen. Seine Verhandlungen mit der Regierung von Arturo Frondizi liefen derart gut, dass am 9. Mai 1960, zwei Tage vor dem Verschwinden Eichmanns, ein Auslieferungsabkommen unterzeichnet wurde. Eigentlich ein viel zu gutes Verhandlungsklima, um es für einen "in der Pampa verlorenen" Nazi zu riskieren.

Deshalb war Frondizi, Zeitzeugen zufolge, ausser sich vor Wut, als Ben Gurion am 23. Mai 1960 in der Knesset verkündete, dass sich Eichmann in israelischer Haft befinde und dass man ihm einen Prozess machen würde. Es war bekannt, dass Eichmann in Argentinien gelebt hatte, und die Presse schrieb von "Entführung", was eine gravierende Verletzung der argentinischen Souveränität bedeutete. Wenige Tage später schrieb Ben Gurion an seinen Amtskollegen. Auch wenn er nicht ausführte, wie Eichmann nach Israel gelangt war, entschuldigte er sich. Er erwähnte eine "Gruppe von Freiwilligen", die "nach einer langen Suche ihr Werk zu Ende gebracht haben".

Ben Gurion hat auch nie verraten, was ihn "überzeugt" hatte, nach jahrelangem Desinteresse den Kriegsverbrecher doch entgegen zu nehmen, und wer ihn "überzeugt" hatte. War es Standard Oil gewesen, der einen Mitwisser beseitigen wollte, der vom geheimen Pakt mit den Nazis wusste und angefangen hatte zu reden? Dies ist möglich, aber nicht zwingend. Auch für Israel war der gesprächige Nazi zu einem unkalkulierbaren Risiko geworden.

Was hätte Eichmann auspacken können? Die Zusammenarbeit der Nazis mit der Zionistischen Bewegung in den dreissiger Jahren? Sie hatte ein gemeinsames Interesse verbunden: die Vertreibung der Juden aus Europa und die Einwanderung von Juden nach Palästina - für Kenner der Geschichte kein Geheimnis. Ben Gurion hatte klar gesagt: "Es ist nicht Aufgabe des Zionismus, den Teil Israels zu retten, der sich in Europa befindet, sondern das Land Israel für das jüdische Volk zu retten. Die Führung der Jewish Agency ist davon überzeugt, dass eine Minderheit, die gerettet werden kann, nach den Bedürfnissen des zionistischen Projekt in Palästina ausgewählt werden muss".

Während die Anti-Faschisten zum weltweiten Boykott gegen das Hitlerregime aufriefen, schlossen das Reichswirtschaftsministerium mit der Jewish Agency und der Zionistischen Vereinigung im Sommer 1933 das Haavara-Abkommen. Es erlaubte ausreisewilligen Juden, einen Teil ihres Besitzes (mindestens 1.000 Pfund Sterling) in Form von deutschen Waren nach Palästina zu transferieren. Ben Gurion und Golda Meir sollen an der Haavara Company in Tel-Aviv beteiligt gewesen sein.

Das Abkommen ermöglichte 52.000 wohlhabende Juden, sich selbst und ihr Vermögen zu retten. Und die transferierten 140 Millionen Reichsmark waren für die jüdischen Siedlungen in Palästina eine wichtige Finanzspritze. Die SS und Eichmann im „Judenreferat“ halfen bei der Auswanderung der deutschen und österreichischen Juden aktiv mit, Eichmann traf sich 1937 mehrere Male mit Anführern der Haganah in Kairo, um Details des Finanztransfers zu erörtern. Diese Details wurden nie bekannt.

Eichmann blieb Verhandlungsführer mit den Zionisten, auch in seiner Zeit in Ungarn (1944), als er eine Million Juden, die schon für den Abtransport nach Auschwitz vorgesehen waren, gegen 10.000 Lastwagen für die Ostfront eintauschen wollte. Ben Gurion unterstützte diesen Deal, der von den Alliierten abgelehnt wurde. Danach verhandelten Eichmann und sein Vorgesetzter, SS-Standartenführer Kurt Becher, in Budapest mit wohlhabenden Juden über ihre Ausreise. Und immer ging es um Geld. Über diese Finanztransaktionen hätten Eichmann und Becher sicher viel sagen können. Becher lebte nach dem Krieg als erfolgreicher Geschäftsmann in Bremen, ohne dass Israel jemals seine Auslieferung gefordert hatte. Er war geschützt, er schwieg. Und Eichmann hatte zu reden begonnen.

Nach dem Eichmann-Prozess übrigens haben sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Tel Aviv deutlich verbesserten, auch was die militärische Zusammenarbeit anging. Im Weissen Haus störte man sich fortan nicht mehr daran, dass die Israelis offensichtlich über eine Atombombe verfügten.

Ich habe seit fast einem Jahr die israelische Regierung um einen Kommentar zu der Version des Mossad gebeten, zunächst über israelische Botschaften. Ich habe auch Einsicht in die geheimen Protokolle und Verhöre mit Eichmann zwischen dem 11. und 21. Mai 1960 in Uruguay beantragt. Ebenfalls keine Antwort. Ich habe den Premierminister, die parlamentarische Kontrollkommission und direkt den Mossad (www.mossad.gov.il - "contact us") gefragt.

Die einzige Antwort, die ich erhalten habe, war ein Brief vom Bureau des Premierministers: „Wir bestätigen den Empfang Ihres Briefes und haben den Inhalt zur Kenntnis genommen“. Kein Wort darüber, ob ich jemals eine Antwort auf meine Fragen erhalten werde.

Der Mossad übrigens hat seit meiner Anfrage seine "Heldentat" - die Eichmann-"Entführung" - von seiner homepage entfernt.

http://de.indymedia.org/2007/04/173423.shtml

Wozu so viel Theater? Weshalb wurde der geschwätzige Eichmann nicht einfach erschossen? Wer hatte Interesse am Märchen von der Entführung?

Naziverbrecher Eichmann und Standard Oil
http://de.indymedia.org/2007/04/172775.shtml

Der Pakt von Standard Oil mit den Nazis
http://de.indymedia.org/2007/04/172951.shtml

Kriegsverbrecher Eichmann in Uruguay
http://de.indymedia.org/2007/04/173250.shtml


siehe auch:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/feature/552647/



Sonntag, 25. April 2010

Nazis unterstützten Zionisten


Vorbemerkung der SWG: Der nachfolgende Artikel zeigt, daß es auf dem Gebiet der Judendiskriminierung und –Verfolgung im „Dritten Reich“ Forschungsbedarf gibt. Der maßlosen Vereinfachung durch die herrschende Geschichtspolitik ist mit Historisierung, das heißt mit unabhängiger wissenschaftlicher Forschung und differenzierender Darstellung zu begegnen.

Nazis unterstützten Zionisten

Bis zum November 1941 half das Dritte Reich Juden bei der Auswanderung nach Palästina von


Hans-Joachim von Leesen

Anfang der 1960er Jahre mußten sich die zuständigen deutschen Behörden mit Wiedergutmachungsforderungen befassen, die Angehörige von mit den Schiffen „Struma“ und „Mefkure“ während des Zweiten Weltkrieges im Schwarzen Meer untergegangenen Juden stellten. Zunächst ging man davon aus, daß es deutsche U-Boote gewesen seien, die im Rahmen der „Endlösung“ im Februar 1941 die unter der Flagge von Panama auf dem Weg nach Palästina befindliche, mit 763 Passagieren besetzte „Struma“ versenkten. Auch den Untergang des mit jüdischen Flüchtlingen besetzten türkischen Motorseglers „Mefkure“ am 5. August 1944 wurde der deutschen Kriegsmarine zur Last gelegt. Beide Schiffe waren auf dem Weg durch den Bosporus ins damals britische Mandatsgebiet Palästina, das nach dem Willen der zionistischen Organisationen die zukünftige Heimstatt der Juden werden sollte.

Das Amt für Wiedergutmachung des Landes Rheinland-Pfalz und die Staatsanwaltschaft Frankfurt beauftragten den damaligen Direktor der „Bibliothek für Zeitgeschichte“, Dr. Jürgen Rohwer, ein Gutachten über den Untergang beider Schiffe zu erarbeiten, das dem Bundesministerium der Justiz vorgelegt werden sollte.

Rohwer, heute emeritierter Professor, war bereits damals ein international anerkannter Fachmann der Marinegeschichte des Zweiten Weltkrieges. Er konnte in einer „historischen Untersuchung“, die 1965 unter dem Titel „Die Versenkung der jüdischen Flüchtlingstransporter Struma und Mefkure im Schwarzen Meer“ als Heft 4 der Bibliothek für Zeitgeschichte im Bernard & Graefe Verlag für Wehrwesen, Frankfurt am Main, erschien, nachweisen, daß in beiden Fällen sowjetische U-Boote die Flüchtlingsschiffe versenkt hatten, ein Ergebnis, das aufgrund der Quellenlage nicht bestritten wurde. Nach der Wende, als weitere sowjetische Veröffentlichungen und Akten zugänglich wurden, bestätigte sich das Ergebnis der Forschungsarbeit Jürgen Rohwers.

Der Historiker hatte seinerzeit das Umfeld der jüdischen Emigration aus dem deutschen Machtbereich untersucht und dabei Zusammenhänge deutlich gemacht, die noch heute der breiten Öffentlichkeit unbekannt sein dürften.

Palästina war damals britisches Mandatsgebiet. Die britische Regierung hatte im Ersten Weltkrieg sowohl den Arabern Selbständigkeit versprochen, als auch den zionistischen Organisationen Palästina als zukünftige Heimstatt zugesagt. Die Verwirklichung der Versprechungen schlossen einander aus. So blieb Palästina unter britischer Verwaltung. Zwischen 1920 und 1932 wanderten 118400 Juden nach Palästina ein mit dem Ziel, Briten und Araber eines Tages vor vollendete Tatsachen zu stellen. Das führte zu immer schärfer werdenden Spannungen zwischen Arabern und Juden, und das um so heftiger, als nach 1933 die jüdische Einwanderungswelle aus Deutschland immer mehr anschwoll. Allein in den ersten zwei Jahren der nationalsozialistischen Herrschaft gelang 25000 Juden die Auswanderung aus Deutschland nach Palästina. Daraufhin schränkte die britische Mandatsmacht die offizielle Einwanderung drastisch ein und ergriff auch scharfe Maßnahmen, um illegale Immigration zu vereiteln.

Nun nahmen die zionistischen Organisationen den illegalen Zustrom von Juden aus ganz Europa in die eigenen Hände. Sie charterten oder kauften Schiffe, die dann, mit jüdischen Einwanderern beladen, unbemerkt die Küste Palästinas erreichen sollten. Britische Kriegsschiffe hingegen versuchten, die Flüchtlingstransporter abzufangen.

Ende 1938 fanden die Zionisten Unterstützung von einer Seite, an die man von heutiger Sicht aus zuletzt denken würde: nämlich von Dienststellen der Gestapo und der SS. Damals lag es im Interesse der Nationalsozialisten, möglichst viele Juden zu bewegen, aus Deutschland auszuwandern. Allgemein bekannt sind die Fahrten der mit jüdischen Einwanderern besetzten deutschen Passagierdampfer wie „Cap Norte“, „Monte Olivia“, „General San Martin“, „Orinoco“, „Oceania“ und „St. Louis“, die Juden nach Mittel- und Südamerika brachten. Gleichzeitig aber setzte die Dienststelle Richmann ihre Mittel und Verbindungen ein, um in Zusammenarbeit mit zionistischen Organisationen illegale Auswanderungen nach Palästina einzuleiten und durchzuführen. Die zionistischen Organisationen legten Wert auf junge, gesunde Jüdinnen und Juden, die Gelegenheit hatten, in ebenfalls von der SS unterstützten Lagern sich beruflich umschulen zu lassen; das angestrebte Israel brauchte weniger Rechtsanwälte als vielmehr Einwanderer mit landwirtschaftlichen und handwerklichen Kenntnissen.

Der erste dieser Transporte mit etwa 300 körperlich gesunden jungen Juden ging im März 1939 von Deutschland ab und wurde mit Unterstützung der Gestapo nach Jugoslawien geschleust. Mit Schiffen gelangten sie von dort aus unbemerkt von den britischen Sperrschiffen nach Palästina. 1939 begann Adolf Eichmann unter Ausschaltung der zionistischen Organisationen einen eigenen Apparat für die Einschleusung von deutschen Auswanderern nach Palästina aufzubauen. Seine Agenten kauften im Ausland Schiffe für den Transport. Gleichzeitig traf der Leiter der zionistischen Außenstelle in Berlin mit Stellen der NSDAP ein Übereinkommen, „nach dem, beginnend im Oktober 1939, von Emden und Hamburg aus 10000 Auswanderer auf Schiffen illegal nach Palästina gebracht werden sollten. Die Verhandlungen über die ersten vier Schiffe waren bereits abgeschlossen, als der Kriegsbeginn diese Pläne zunichte machte“, so in der historischen Untersuchung von Jürgen Rohwer zu lesen.

Parallel dazu liefen die von Eichmann organisierten illegalen Transporte weiter. Sie gingen von Deutschland auf dem Landweg nach Rumänien; dort wurden die jüdischen Auswanderer eingeschifft, um nach Palästina gebracht zu werden. Die Engländer jedoch machten Jagd auf die Schiffe. Es gelang ihnen auch, zahlreiche Transporte abzufangen. Fest steht, daß mit Unterstützung der SS, die mit der zionistischen Geheimorganisation „Mosad“ zusammenarbeitete, im ersten Kriegsjahr Transporte mit Juden aus dem Großdeutschen Reich durch das Mittelmehr nach Palästina geschleust wurden, die auch, sofern sie nicht von britischen Einheiten gefaßt wurden, das Land erreichten. Mitte Oktober 1940 beispielsweise erfuhr der britische Geheimdienst, daß sich etwa 6000 illegale Einwanderer, die zum größten Teil auf Eichmann-Schiffen fuhren, der Küste Palästinas näherten. Zwei der Dampfer wurden von britischen Wachbooten aufgebracht und nach Haifa geleitet. Dort brachte die britische Polizei die Passagiere an Bord eines anderen Schiffes, der „Patria“, mit der Absicht, die festgenommenen 1771 Immigranten in eine britische Kolonie zu deportieren. „Bevor das Schiff auslaufen konnte, ereignete sich am 25.11.1940 in Haifa eine Explosion, und die ,Patria‘ sank innerhalb von fünfzehn Minuten auf Grund … Die Ursache dieser Explosion ist bisher nicht geklärt.“ Trotz verschärfter britischer Überwachung trafen bis Juni 1941 immer wieder Schiffe mit Auswanderern aus dem deutschen Machtbereich illegal in Palästina ein.

Welche Motive bewegten die SS, die jüdische Auswanderung zu unterstützen? Zum einen brachten Nationalsozialisten den Zionisten ein gewisses Verständnis entgegen, da in ihren Augen beide eine nationale Gesinnung verband. Zum zweiten wollten sie möglichst viele Juden aus Deutschland loswerden. Und zum dritten kam im Krieg zunächst die Hoffnung hinzu, daß eine verstärkte jüdische Einwanderung nach Palästina den Widerstand der Araber schüren würde, so daß Unruhen ausbrächen und britische Truppen in Palästina gebunden würden.

Im November 1941 änderte sich die Einstellung der Reichsregierung. Jetzt wollte man die rumänische Regierung veranlassen, die jüdische Auswanderung über Rumänien per Schiff zu verhindern. Grund dürfte, so meint Rohwer, der Wechsel der nationalsozialistischen Judenpolitik gewesen sein. Am 20. Januar 1942 fand die Wannseekonferenz statt, auf der ein Plan zur sogenannten Endlösung der Judenfrage gefaßt wurde. Rohwer legt aber auch Dokumente vor, die belegen, daß die Reichsregierung jede Verärgerung der Araber vermeiden wollte, die sie als Verbündete ansah. Sie fürchtete auch, daß die in den britischen Machtbereich gelangten wehrpflichtigen Juden die Streitkräfte der Gegner Deutschlands vermehren, ja, daß sie, die die europäischen Verhältnisse gut kannten, als Agenten ausgebildet und gegen die Achsenmächte eingesetzt würden. Zudem spielte der für den Transport der Flüchtlinge benötigte Schiffsraum eine wichtige Rolle; die Achsenmächte brauchten dringend die Schiffe im Mittelmeer, zumal seit Anfang 1944 die deutsche Besatzung der Krim nur noch auf dem Seeweg versorgt werden konnte. Im Mai wurden dann die deutschen Truppen auf dem Seeweg evakuiert. Da wurde jedes Schiff benötigt.

Die rumänische Regierung mißachtete jede Aufforderung der Reichsregierung, die Ausreise von Juden zu verhindern. Der Staatschef des mit Deutschland verbündeten Rumänien, Marschall Ion Antonescu, bemühte sich hingegen, den Juden bei der Auswanderung behilflich zu sein. Anfang 1944 leitete er den Wunsch der britischen Regierung weiter, 5000 Juden die Ausreise nach Palästina zu genehmigen. Die Reichsregierung antwortete in einem Telegramm an den deutschen Gesandten in Bukarest, sie sei ,,nicht abgeneigt, den englischen Wunsch in positivem Sinne zu erwägen und in entsprechende Verhandlungen einzutreten. Da aber die Reichsregierung ihre Hand nicht dazu bieten kann, daß ein so edles und tapferes Volk wie die Araber durch die Juden aus ihrem Heimatland Palästina verdrängt werden, können diese Verhandlungen nur unter der Voraussetzung aufgenommen werden, daß sich die britische Regierung damit einverstanden erklärt, daß die Juden statt nach Palästina nach Großbritannien übergeführt werden und dort endgültig ihre Niederlassung garantiert wird.“

Die rumänische Regierung reagierte auf die deutsche Einmischung jedoch nicht, doch fehlte Rumänien der für den Abtransport notwendige Schiffsraum. Es schaltete das „Internationale Rote Kreuz“ (IRK) ein, das sich bemühte, schwedischen oder dänischen Schiffsraum für diese Zwecke zu beschaffen. Beide Länder lehnten ab. Schließlich gelang es dem IRK, bulgarische Motorsegler zu chartern, die unter der Flagge des „Roten Kreuzes“ zwischen Ende März und Mitte Mai 1944 1000 bis 1200 von zionistischen Organisationen ausgewählte Flüchtlinge zwischen Konstanza und dem Bosporus transportiert haben. Auf persönliche Weisung des Oberbefehlshabers der Kriegsmarine Großadmiral Karl Dönitz wurden sie sogar durch deutsche Sicherungsstreitkräfte durch die gefährlichen Minensperren in den freien Seeraum geleitet.

Nach der Besetzung Rumäniens und Bulgariens durch die Rote Armee gingen die von der Besatzungsmacht offenbar genehmigten Transporte von Juden nach Palästina weiter, bis die britische Mandatsregierung erklärte, die von ihr festgelegte Einwanderungsquote sei erschöpft. Nun organisierten zionistische Organisationen in großem Maßstab die illegale Einwanderung. Zwar fing die britische Mandatsmacht viele dieser Schiffstransporte ab und brachte die Personen in Internierungslager auf Zypern, ließ sie dann aber nach der Unabhängigkeitserklärung 1948 nach Israel ausreisen.

Anfang 1998 versuchte ein deutscher Seekriegshistoriker in einem Beitrag in der Zeitschrift „Marineforum“ durch vage Andeutungen den Eindruck zu erwecken, die Versenkung der beiden jüdischen Flüchtlingsschiffe „Struma“ und „Mefkure“ belege, daß der deutschen Seekriegsleitung der Holocaust an den Juden bekannt und sie dadurch an der „Endlösung“ beteiligt gewesen sei. Der inzwischen emeritierte Professor Rohwer stellte aber in einem ausführlichen Leserbrief in „Marineforum“ (6-1998) noch einmal klar, daß solche Verdächtigungen unberechtigt sind. Der Untergang beider Schiffe hat mit der deutschen Kriegsmarine nicht das geringste zu tun gehabt.

Preußische Allgemeine Zeitung Nr. 30 vom 29. Juli 2006

Dienstag, 13. April 2010

NaZi-Gehlen, CIA & Mossad






Hitler's Jewish soldiers - Google Search

Hitlers "jüdische" Soldaten, der Rebbe und der NS-Major



Hitler - Begründer Israels - Founder of Israel


Free Videos Online at Veoh.com

Deckname Artischocke: Die CIA und ihr Gehirnwäscheprogramm


Watch Deckname Artischocke-Die CIA und ihr Gehirnwäscheprogramm. in Educational & How-To | View More Free Videos Online at Veoh.com

Deckname Artischocke: Die CIA und ihr Gehirnwäscheprogramm.


Watch Germany made in USA in Educational | View More Free Videos Online at Veoh.com

Kongress für die kulturelle Freiheit



Watch CIA Cocain Import Company in Educational & How-To | View More Free Videos Online at Veoh.com

CIA - Cocaine Import Agency - Google Search

Berliner Zeitung


Für die Sicherheit Israels kooperieren wir sogar mit dem Teufel In einer Villa in Pullach bei München, in der einst Hitlers Parteikanzleichef Martin Bormann residierte, besiegelten an einem Wintertag Anfang der 60er-Jahre ein früherer Nazi-Geheimdienstchef und ein Überlebender des Holocaust die geheime Zusammenarbeit des deutschen Bundesnachrichtendienstes mit dem israelischen Mossad.

08.01.2000

Magazin -Seite M6

Shlomo Shpiro

Die Wache an der Einfahrt zum Gelände des Bundesnachrichtendienstes in Pullach nimmt Haltung an, als die zwei Autos das Tor erreichen. Ein kurzer flüchtiger Blick ins Wageninnere, dann öffnet sich die Einfahrt zu dem Gelände. Die beiden Fahrzeuge rauschen über eine Betonstraße, vorbei an Elektrozäunen und Wachhunden. Vor der "Doktor-Villa", wo einst Hitlers Parteikanzleichef Martin Bormann residierte, stoppen die Wagen. Dem ersten Auto entsteigt ein kleiner, unscheinbarer Mann, stapft durch den Schnee auf eine Gruppe wartender Männer zu und wird von ihnen mit Handschlag begrüßt.

Die streng geheime Begegnung in der ehemaligen "Rudolf-Heß-Siedlung" an der Pullacher Heilmannstraße, seit 1955 Domizil des Bundesnachrichtendienstes (BND), fand im Winter 1960/61 statt. Es war die Hochzeit des Kalten Krieges. Das Treffen, dessen genaues Datum und Zustandekommen bis heute so gut wie nicht bekannt geworden ist, markiert einen historischen Schnitt in den Beziehungen zwischen der Bundesrepublik Deutschland und dem damals noch jungen Staat Israel.

Denn der kleine Mann, der so respektvoll von der BND-Führung in Pullach empfangen wurde, war Isser Harel, Chef des israelischen Nachrichtendienstes Mossad. Sein Besuch galt Reinhard Gehlen, dem damaligen Präsidenten des Bundesnachrichtendienstes (BND) und früheren Chefspion Hitlers im Wehrmachtsgeheimdienst Fremde Heere Ost. Der Besuch war der offizielle Beginn einer kurz zuvor zaghaft begonnenen geheimdienstlichen und militärischen Kooperation zwischen Deutschland und Israel, die nun schon mehr als vier Jahrzehnte andauert.

Als das Treffen in Pullach stattfand, unterhielten Israel und Deutschland trotz des Wiedergutmachungsabkommens von 1952 keine offiziellen Beziehungen. Die öffentliche Meinung im Judenstaat war dagegen zu frisch waren noch die Erinnerungen an den Holocaust, dem Millionen von Juden zum Opfer gefallen waren. Israelische Pässe trugen den Stempel "Zugelassen für alle Staaten außer Deutschland".

Unter den israelischen Geheimdienstoffizieren waren aber viele, die bei allem Schmerz über die Vergangenheit schon an die Zukunft dachten. Sie waren überzeugt, dass die Beziehungen nach Deutschland entscheidend sein würden für die Sicherheit ihres jungen Staates und eine erfolgreiche Geheimdienstarbeit.

Und auch beim BND gab es nicht wenige, die sich für eine Liaison mit dem Mossad zu interessieren begannen. Gehlen hatte vor allem der Anteil des Mossad am erfolgreichen Sinai-Feldzug der Israelis beeindruckt. Auch wusste er um das fein gesponnene Netz von israelischen Agenten in Osteuropa, von deren Erkenntnissen er gern profitieren wollte.

Schließlich war es Gehlen, der die Initiative übernahm. Er beauftragte einen Vertrauensmann, Deckname "Dr. Schmidt", den Kontakt mit den Israelis zu suchen und das Interesse der Deutschen für eine Zusammenarbeit zu signalisieren.

Der Mossad-Chef Harel, der viele Angehörige durch den Holocaust verloren hatte, sah zwar das Potenzial für eine Zusammenarbeit. Aber er war gleichzeitig besorgt über die sowjetische Infiltration des Gehlen-Dienstes und die engen Beziehungen Pullachs zu arabischen Staaten. Harel billigte deshalb zunächst eine begrenzte Zusammenarbeit, um die Möglichkeiten und die Aufrichtigkeit des BND zu testen, den Mossad bei Operationen in Osteuropa zu unterstützen.

Harel ließ dazu zunächst BND-Agenten beauftragen, bestimmte Informationen zu sammeln und sie Israel zukommen zu lassen. Tatsächlich lagen diese Informationen dem Mossad aber bereits vor. Auf diese Weise wollten die Israelis die Zuverlässigkeit der Deutschen testen.

Der Test erbrachte zufrieden stellende Ergebnisse. Also beschloss Harel, eine engere Kooperation mit dem BND einzugehen.

Die Möglichkeiten dieser Zusammenarbeit waren auch der Gegenstand jenes Geheimtreffens im Winter in Pullach. "Es war eine seltsame Situation, die ich dort erlebte", erinnert sich Harel in einem Gespräch an die Zusammenkunft. Die Wachen am Tor, die Elektrozäune und die Hunde auf dem Gelände all das habe ihn an ein Konzentrationslager erinnert. Zwischen ihm und Gehlen habe eine Distanz geherrscht, die nicht nur von Respekt getragen worden sei. Doch die Unterschiede und Antipathien zwischen den beiden Geheimdienstchefs standen einer Kooperation nicht im Wege verband Gehlen und Harel doch ihr strenger Antikommunismus und der Wille, gemeinsam gegen die kommunistische Bedrohung in Europa und im Mittleren Osten zu kämpfen.

Dennoch war die Zusammenarbeit heikel. Eines der Hauptprobleme war die Präsenz vieler Offiziere aus Hitlers Geheimdiensten in Gehlens BND, die dort meist leitende Funktionen inne hatten. Auch hatte Gehlen eine Reihe von bekannten Nazis als inoffizielle BND-Mitarbeiter in arabische Staaten entsandt, wo sie wegen ihrer in der Vergangenheit unter Beweis gestellten antisemitischen Haltung mit offenen Armen empfangen wurden.

"Darüber gab es bei uns viele Diskussionen", sagt Isser Harel. Das sei manchmal sogar so weit gegangen, dass er mit der Faust auf den Tisch schlug und seine Leute anbrüllte, "dass ich ihnen sogar befehlen würde, mit dem Teufel zu kooperieren, wenn es der Sicherheit des Staates Israel dienen würde. Wir einigten uns im Mossad schließlich darauf, dass die künftige Sicherheit Israels, das von seinen viel stärkeren arabischen Nachbarn bedroht wurde, wichtiger war als alle unsere Gefühle über die Vergangenheit. " Der Mossad fand sogar Wege, ehemalige Nazis für seine Ziele einzuspannen. So arbeitete Otto Skorzeny, Hitlers Lieblingsoffizier, der während des Krieges in einer tollkühnen Aktion Mussolini aus dessen Gefangenschaft auf dem Gran Sasso befreit hatte, als Waffenhändler für den BND und den Mossad in Madrid. Auch lieferte er beiden eine Vielzahl von Informationen aus dem Milieu der "alten Kameraden".

Doch Skorzeny blieb nicht der einzige Nazi, der mit dem Mossad kooperierte. Nach der spektakulären Entführung von Adolf Eichmann durch den Mossad in Argentinien erkannten viele Nazis, dass sie vielleicht durch eine Zusammenarbeit mit dem Mossad einem solchen Schicksal entgehen könnten.

Die Kooperation zwischen BND und Mossad vertiefte sich nach dem Harel-Besuch in Pullach. Immer häufiger waren Mossad-Offiziere willkommene Gäste in der "Rudolf-Heß-Siedlung" und der "Doktor-Villa" von Martin Bormann, in der jetzt der BND-Präsident residierte.

Gehlens größter Wunsch, selbst einmal im Hauptquartier des israelischen Geheimdienstes begrüßt zu werden, wurde dagegen nicht erfüllt: Die Israelis wollten den Skandal vermeiden, den es gegeben hätte, wenn herausgekommen wäre, dass ein ehemals führender Geheimdienstchef Hitlers im Judenstaat empfangen wurde.

Als Verbindungsoffizier zum Mossad setzte Gehlen seinen langjährigen Adjutanten, General Wolfgang Langkau, ein. Langkau, dessen Dienstname im BND "Langendorf" lautete, war ein hochtalentierter Offizier, der um die Bedeutung Israels für den BND wusste und daher gemeinsame Operationen zwischen beiden Diensten nach Kräften förderte.

Auf der israelischen Seite war der Mossad-Resident in Paris, Shlomo Cohen, für die Zusammenarbeit verantwortlich. Cohen, in Hamburg geboren und ein begnadeter Maler, hatte lange Jahre in Ägypten unter dem Decknamen Jacques Duclos gearbeitet. Tatsächlich hängen noch heute einige Bilder von Duclos in der Ägyptischen Nationalgalerie.

Cohen war ein Meister der so genannten "false-flag operations" (Operationen unter falscher Flagge). Dabei wurden Agenten für den Mossad angeworben, jedoch im Glauben gelassen, sie arbeiteten für ein anderes Land. Geduldet und gefördert vom BND rekrutierte Cohen eine Reihe von arabischen Diplomaten in Bonn, die glaubten, sie arbeiteten für die Nato.

Der BND half auch dabei mit, Mossad-Agenten für einen Einsatz in den arabischen Staaten auszubilden. In einem "sicheren Haus" in München wurden die Mossad-Offiziere in Spionage, Funkverkehr, Geheimschrift und Dokumentenfälschung ausgebildet. Gehlen selbst nahm am Pistolenschießen mit den Mossad-Agenten auf der BND-eigenen Schießbahn teil.

Israel profitierte aber auch noch auf einem anderen wichtigen Gebiet von der Kooperation des Mossad mit dem BND bei der Aufrüstung des Judenstaates. Die streng geheimen Waffenlieferungen der Bundesrepublik an Israel wurden schon damals durch den Gehlen-Dienst abgedeckt. Dabei zog von Anbeginn an einer der für den BND wichtigsten Politiker die Fäden der spätere CSU-Chef und bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß. Strauß, damals Bundesverteidigungsminister in Bonn, empfing Ende 1958 mehrmals seinen israelischen Amtskollegen Shimon Peres zu vertraulichen Gesprächen in seinem Privathaus in Zell am See. In der Folge dieser Gespräche gingen deutsche Panzer und Militärfahrzeuge über Drittländer an Israel.

So wurden Panzer, getarnt als zivile Handelslieferungen, nachts im Hamburger Hafen verladen. In Rotterdam lud man die Tanks auf israelische Schiffe um.

Geheime Absprachen erfolgten auch mit Politikern in Italien, wo deutsche Panzer für israelische Bedürfnisse umgebaut wurden. So lieferte Deutschland klammheimlich amerikanische M-48-Panzer nach Italien. Dort hatte der Geheimdienst schon alles vorbereitet, um in der Rüstungsfabrik von Breda die Bewaffnung der Tanks gegen großkalibrigere Kanonen auszutauschen.

Auch mit Frankreich gab es Absprachen zur heimlichen Aufrüstung der Israelis. Danach bezahlte die Bundesregierung Frankreich Geld für die Lieferung von Helikoptern und Flugzeugen, die offiziell aber als französische Hilfeleistung gekennzeichnet waren.

BND und Mossad hatten darauf zu achten, dass die Lieferungen geheim und auch befreundeten Staaten verborgen blieben. Nichts wurde daher schriftlich festgehalten, alle Gelder flossen über Bankkonten, die von Agenten beider Geheimdienste unterhalten wurden. Die gelieferten Waren hatte man so manipuliert, dass nichts auf ihre deutsche Herkunft hinwies.

Ein Bespiel für die strikte Geheimhaltung war die Lieferung zweier Schnellboote von der Burmester-Werft in Bremen an die israelische Marine Ende der 50er-Jahre. Bis zu ihrer Außerdienststellung im Jahre 1980 galten die damals hochmodernen Boote als Produkte einer israelischen Werft. Niemandem fiel offenbar auf, dass Israel Ende der 50er-Jahre überhaupt noch keine Schiffbauindustrie besaß.

Franz Josef Strauß, der bei dieser Zusammenarbeit der beiden Geheimdienste eine Schlüsselstellung inne hatte, wollte mit dieser Kooperation nicht nur die Beziehungen zum jüdischen Staat nach dem Holocaust aufbauen. Er verstand sie vor allem auch als Investition in die Zukunft der deutschen Rüstungsindustrie, weshalb er sich persönlich sehr stark engagierte.

Ein extremes Beispiel dafür ist folgende bislang unbekannte Episode: An einem Abend Anfang der 60er-Jahre rollte eine dunkle Mercedes-Limousine vor das Tor der israelischen Mission in Köln. Die Fenster des Wagens waren mit Gardinen verhangen. Als die Wachen zu dem Fahrzeug gingen, bat der Fahrer, den Verbindungsoffizier des Mossad, Herrn Y. , zu holen. Als Y. kam, stieg der Fahrer aus und übergab ihm einen großen Gegenstand, der in einen Mantel eingewickelt war. "Das ist für die boys in Tel Aviv", sagte der Mann, stieg in sein Auto und fuhr davon.

Der Fahrer der Mercedes-Limousine war Franz Josef Strauß, und er hatte dem Mossad-Residenten eine Panzergranate übergeben, die in Deutschland entwickelt worden war.

Am 6. November 1961 wurde Heinz Felfe, einer von Gehlens engsten Mitarbeitern und zuständig für die Analyse östlicher Geheimdienste, wegen Spionage für den KGB verhaftet. Felfe, ein früherer SS-Obersturmbannführer, hatte seit zehn Jahren als Maulwurf des KGB praktisch das gesamte Spionagenetz des BND in Osteuropa verraten. Die Person, die Felfe überführte, war General Langkau der Verantwortliche für die Zusammenarbeit mit dem Mossad.

Die Kooperation der beiden Geheimdienste gewann nun an zusätzlicher Bedeutung. Über Nacht hatte der BND die meisten Quellen hinter dem Eisernen Vorhang verloren. Felfes Verrat war so umfassend, dass ganze Abteilungen im Pullacher Bundesnachrichtendienst mit einem Mal keine Agenten mehr hatten, von denen sie Informationen bekommen konnten.

Gehlen und Langkau stimmten darin überein, dass sie, bis der BND ein neues Agentennetz im Osten aufgezogen haben würde, auf die Hilfe anderer Dienste zurückgreifen mussten, um der politischen Führung in Bonn auch weiterhin aktuelle Informationen zukommen zu lassen. Doch Gehlen zögerte, mit den Briten oder Franzosen zusammenzuarbeiten, die er als Konkurrenten ansah.

Deshalb setzte er auf den Mossad. Gehlen bot den Israelis Unterstützung auf allen Gebieten an. Er offerierte dem Mossad sogar Kopien des täglichen BND-Lageberichts an den Bundeskanzler, das höchstklassifizierte Dokument in der deutschen Regierung. Als Gegenleistung wünschte sich der BND-Chef Informationen aus der DDR und dem Warschauer Pakt. Auch bot er dem Mossad Unterstützung und völlige Freiheit für dessen geheimdienstliche Aktivitäten in Deutschland an.

Besonders Letzteres war für den Mossad von großer Bedeutung. Denn die Israelis hatten erfahren, dass in den späten 50er-Jahren eine Reihe von deutschen Raketenwissenschaftlern durch den ägyptischen Geheimdienst angeworben worden waren. Diese Wissenschaftler hatten im Hitler-Deutschland am V2-Programm in Peenemünde mitgewirkt. Die Ägypter waren dabei, ein umfangreiches Raketenprogramm zu entwickeln, mit dem sie die großen Städte Israels bedrohen und in einem Krieg bombardieren wollten. Während die Herstellung der Raketen von deutschen Spezialisten in Ägypten geleitet wurde, erfolgte die Forschung und Entwicklung der Technologie an Instituten in Deutschland, die zudem noch Gelder von der Bundesregierung erhielten.

Harel betrachtete diese Aktivitäten als ein großes Risiko für die Sicherheit Israels. Ausgerüstet mit chemischen oder biologischen Sprengköpfen, könnten diese Raketen verheerende Schäden unter der israelischen Bevölkerung anrichten. Harel wies deshalb seine Leute an, die wichtigsten Wissenschaftler aufzuspüren und "sie davon abzuhalten, ihre Arbeit zu vollenden", wie er sagt.

Die Recherchen führten die Mossad-Agenten zu einer Firma in Stuttgart mit dem Namen Intra, ein ägyptisches Tarnunternehmen, das die Zusammenarbeit mit den Deutschen bei der Raketenforschung koordinieren sollte. Harel sah das Problem als ein politisches an und bat Premierminister David Ben-Gurion, einen strengen Protest an Bundeskanzler Adenauer zu senden. Ben-Gurion aber, der die geheimen Waffenlieferungen Deutschlands an Israel nicht aufs Spiel setzen wollte, lehnte den Vorschlag ab. Harel gab daraufhin seinen Posten als Mossad-Chef auf, sein Nachfolger wurde Meir Amit.

Amit, der zuvor dem Militärgeheimdienst vorstand, wies ein ruhiges, aber effektives Ende des "Wissenschaftler-Problems" an. Zum Einsatz kam ein hoch spezialisiertes "hitsquad", ein Einsatzkommando des Mossad, das eine Reihe von Anschlägen gegen die am Raketenprogramm der Ägypter beteiligten Wissenschaftler in Deutschland ausführte.

Ungeklärt ist bis heute, wer das "hitsquad" leitete. Unbelegt, aber auch nicht widerlegt, ist die Behauptung, der spätere israelische Ministerpräsident Shamir habe damit etwas zu tun gehabt. Fest steht, dass Shamir seinerzeit von Harel für den Mossad rekrutiert wurde und eine nicht näher bezeichnete "Sondereinheit" in Paris leitete.

Einige der Wissenschaftler, die in das ägyptische Raketenprogramm involviert waren, verschwanden nach Amits Dienstantritt spurlos. So zum Beispiel der Chef der Firma Intra, der im September 1962 über die Mittagszeit sein Büro verließ und nie mehr wiederkommen sollte. Sein Schicksal ist bis heute ungeklärt.

Auf andere Wissenschaftler wurden Anschläge verübt. Eine Briefbombe explodierte im Büro eines Professors, der in Ägypten arbeitete. Seine Sekretärin wurde dabei schwer verletzt. Ein Ingenieur wurde in Süddeutschland in eine Schießerei verwickelt, er konnte nur knapp dem "hitsquad" entkommen. Andere Beteiligte am Raketenprogramm wurden über ihre in Deutschland lebenden Familien eingeschüchtert.

Gehlen blieben die Aktivitäten des Mossad in Deutschland nicht verborgen. Aber er wies seine Leute an, nichts zu unternehmen, denn die Unterstützung seines BND durch den israelischen Dienst wollte er auf keinen Fall aufs Spiel setzen.

Die Aktionen des Mossad trugen letztlich wesentlich dazu bei, dass bis 1964 die meisten deutschen Wissenschaftler Kairo verließen und sich vom ägyptischen Raketenprogramm zurückzogen. Obwohl die damals entwickelten Raketen im Yom-Kipur-Krieg von 1973 gegen Israel eingesetzt wurden, richteten sie nicht den befürchteten Schaden an das fehlende Navigationssystem der Raketen verhinderte, dass sie einen entscheidenden Einfluss auf den Ausgang des Krieges nahmen.

Die geheimen Beziehungen zwischen BND und Mossad begannen an jenem Wintertag in Pullach. Als die beiden so unterschiedlichen Männer der einstige Chefspion der Nazis und der Jude, der seine Angehörigen durch den Holocaust verloren hatte übereinkamen, die Vergangenheit zwar nicht zu vergessen, darüber hinaus aber in die Zukunft zu blicken. Sowohl Israel als auch Deutschland profitieren bis heute in enormer Weise von der geheimen Kooperation nicht nur auf dem Gebiet der Spionage, sondern auch auf dem langen Weg der beiden Völker, die Vergangenheit zu überwinden und gemeinsam an einer besseren Zukunft zu arbeiten.

Dr. Shlomo Shpiro ist Assistant Professor an der Bar-Ilan Universität, Tel Aviv, Israel. Seine Spezialgebiete sind Medien, Sicherheitspolitik und Geheimdienste.

Gehlen und Harel verband ihr Antikommunismus und der Wille zum Kampf gegen die kommunistische Bedrohung.

Harel wies an, die Wissenschaftler davon abzuhalten, ihre Arbeit für Ägypten zu voll-enden.

GEHEIME AUFRÜSTUNG Von der Anfang der 60er-Jahre durch den Mossad-Chef Isser Harel und den damaligen BND-Präsidenten Reinhard Gehlen beschlossenen Kooperation beider Geheimdienste versprach sich Israel vor allem militärische Vorteile in seinem Verteidigungskampf gegen die arabischen Nachbarstaaten. Tatsächlich half der deutsche Bundesnachrichtendienst mit Strohmännern und Geheimkonten bei der verdeckten Aufrüstung Israels mit. Auch deutsche Politiker mit guten Beziehungen zum BND, wie Bundesverteidigungsminister Franz Josef Strauß, waren zu Diensten. Als sich Anfang der sechziger Jahre herausstellte, dass deutsche Wissenschaftler das ägyptische Raketenprogramm unterstützen, beauftragte der Mossad ein spezielles Einsatzkommando mit Anschlägen auf diese Personen in Deutschland. Der BND griff nicht ein, um die Zusammenarbeit mit dem Mossad nicht zu gefährden. Die geheime Kooperation trug schließlich nicht unwesentlich zum Sieg Israels im Yom-Kipur-Krieg von 1973 bei.

Der BND und der Mossad // Reinhard Gehlen (l. ) leitet von 1942 bis 1945 die Abteilung Fremde Heere Ost. Nach dem Krieg wird er der erste BND-Chef. 1974, Ex-BND-Präsident Reinhard Gehlen bei seiner Anhörung vor dem Guillaume-Untersuchungsausschuss.

Hilfe bei der Aufrüstung Israels // 1963, Franz Josef Strauß (M. ) in Tel Aviv mit den Politikern Shimon Peres (l. ) und Moshe Dayan. 1984, Bundeskanzler Helmut Kohl wird von Regierungschef Yitzhak Shamir in Israel begrüßt.

Berliner Zeitung: Für die Sicherheit Israels kooperieren wir sogar mit dem Teufel


Sonntag, 28. März 2010

Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich







Ingrid Weckert

Teil 1 - Einführung

Die zeitgenössische Geschichtsschreibung hat es sich angewöhnt, alles, was mit dem Dritten Reich zusammenhängt, nur in negativen Farben zu malen, völlig unbeeinflußt von den tatsächlichen historischen Ereignissen. Das trifft besonders dann zu, wenn von der Bevölkerungsgruppe der Juden die Rede ist. So wird auch die Auswanderung der Juden aus Deutschland oft völlig entstellt dargestellt.

Es gibt immer noch Publikationen, in denen die Dinge so geschildert werden, als sei die Auswanderung der Juden eine Art Geheimaktion gewesen. Als hätten die Juden, die Deutschland verlassen wollten, sich gegen den Willen der deutschen Behörden, oft bei Nacht und Nebel, heimlich über die Grenze schleichen und dabei ihre gesamte Habe und ihr Vermögen zurücklassen müssen. In anderen Darstellungen kann man lesen, daß Deutschland sich die Auslandsvisa habe teuer bezahlen lassen. Sowohl der Erfindungsgeist wie die Dummheit der Autoren kennen auf diesem Gebiet keine Grenzen.

Die Wahrheit ist, daß die Auswanderung von der deutschen Regierung gewünscht wurde und vielfach unter einem immer stärker werdenden Druck stattfand. Die antisemitische Gesetzgebung im Dritten Reich ist ein Faktum, das von niemandem bestritten werden kann. Der seelische Druck, unter dem die Juden seit 1933 in Deutschland lebten, und die oft tragischen Folgen für die betroffenen Personen oder Familien sollen mit keinem Wort bagatellisiert werden. Aber das alles ist bereits in zahllosen Publikationen, in Rundfunk- und Fernsehsendungen in das Bewußtsein der Öffentlichkeit getragen worden. Wir brauchen darauf hier nicht einzugehen.

Entgegen zahlreichen Erlebnisberichten oder Lebenserinnerungen muß jedoch festgehalten werden: Die Auswanderung war keine wilde Flucht, sondern ein durch rechtliche Bestimmungen geregeltes Geschehen. Der Zweck dieser Ausführungen ist, diese Bestimmungen näher zu erläutern und so zu dem überlieferten Bild der jüdischen Auswanderung aus Deutschland die fehlende Ergänzung zu liefern.

Die deutschen Behörden und die jüdischen Organisationen haben zum Zweck der Auswanderung eng zusammengearbeitet. Die an einer Auswanderung interessierten Juden wurden von allen Seiten ausführlich beraten und ihnen wurde zahlreiche Hilfe zuteil. Von einer geheimen Flucht, bei Nacht und Nebel über irgendeine Grenze kann gar keine Rede sein. Im Gegenteil. Der deutschen Regierung lag daran, die Juden aus dem Land zu bekommen. Es wäre widersinnig gewesen, wenn sie sie daran gehindert hätte.




Deutschland muss vernichtet werden!


Teil 2 - Die jüdische "Kriegserklärung"

Nach der Wahl Adolf Hitlers zum Reichskanzler am 30. Januar 1933 und der darauf folgenden Machtübernahme durch die nationalsozialistische Partei glaubte die überwiegende Mehrheit der 500.000 in Deutschland lebenden Juden durchaus nicht, daß die neue politische Konstellation für sie zu einer grundsätzlichen Änderung ihres Lebens führen mußte. Allenfalls rechneten sie mit temporären Behinderungen, aber nicht mit einer generellen Ausschaltung aus dem öffentlichen Leben oder gar mit einer Abdrängung aus Deutschland. So packten zunächst lediglich politisch exponierte Personen ihre Koffer und verlegten ihr Domizil ins Ausland, zumeist in der Überzeugung, früher oder später zurückkommen zu können.


Bereits am 24. März 1933, also keine 2 Monate nach der Regierungsübernahme durch die Nationalsozialisten, erklärte die "Judenheit der Welt", wie sie sich nannte ("World Jewry"), Deutschland den Krieg. Da die "Judenheit der Welt" über kein Staatswesen verfügte, setzte sie die Macht ein, die ihr zur Verfügung stand, nämlich ihren Einfluß auf die Weltwirtschaft und verhängte einen weltweiten Boykott über Deutschland.

Nach dieser spektakulären Erklärung, die im Londoner Daily Express erschienen war, hätte es eigentlich nicht nur der "Judenheit der Welt", sondern auch den in Deutschland lebenden Juden klar sein müssen, daß das für sie nicht ohne Folgen bleiben kann. Kein Land der Welt, das etwas auf sich hält - und das damalige Deutschland hielt viel auf sich! - kann eine solche Herausforderung unbeantwortet lassen. Zudem traf uns der Wirtschaftsboykott an unserer schwächsten Stelle.

Die wirtschaftliche Lage war katastrophal genug. Über 6 Millionen Arbeitslose, unzählige in Konkurs gegangene Betriebe, ein zusammengebrochenes Wirtschaftssystem bildeten für die neue deutsche Regierung eine fast untragbare Last und unlösbar scheinende Aufgaben.

Deutsche stampfen Banknoten ein, die nach der Währungsreform vom November 1923, die die Hyperinflation beendete, nicht länger gesetzliches Zahlungsmittel waren

Der zusätzliche Boykott (zur zuvor von zionistischen Bankern inszenierten Hyperinflation) deutscher Waren durch das Ausland hätte uns eigentlich den Todesstoß versetzen müssen. Daß das nicht geschah, daß sich Deutschland im Gegenteil in unglaublich kurzer Zeit wirtschaftlich erholte und beispielgebend für andere Länder wurde, war allein (und Hitlers Auslandsfinanzierung über zionistische Banker) dem Genie der damaligen Führung zuzuschreiben. Das bestätigen nicht nur zahlreiche zeitgenössische Berichte, sondern auch einige Studien der neueren Zeit, die sich in ihren Darstellungen den Tatsachen verpflichtet fühlen. In diesem Zusammenhang sei ganz besonders auf das Werk von Rainer Zitelmann (Hitler) hingewiesen, in dem er der wirtschaftlichen Gesundung Deutschlands zwei Kapitel widmet. 1


Teil 3 - Juden in Deutschland

Eine Folge der feindseligen Haltung des sogenannten Weltjudentums waren die Bestrebungen der deutschen Regierung, jüdische Bürger aus einflußreichen staatlichen Stellen zu entlassen; später erst erwuchs vor allem aus der jüdischen Kriegserklärung der Wille, sie aus Deutschland zu entfernen, sie zur Auswanderung zu bringen. Dies führte dann folgerichtig zur staatlichen Förderung der Auswanderung der Juden aus Deutschland.

Zweifellos war das für die deutschen Juden eine tragische Entwicklung. Denn unbeschadet der Tatsache, daß die sogenannte Weltjudenheit Deutschland den Krieg erklärt hatte, war Deutschland die Heimat für Hunderttausende von ihnen. Die meisten lebten hier bereits seit mehreren Generationen. Für sie war "Auswandern" eine zunächst nicht vorstellbare Alternative. Viele konnten sich lange Zeit nicht zu diesem Schritt entschließen.

Es gab unter den deutschen Juden eine Vielzahl von Gruppen und Untergruppen mit zahlreichen voneinander abweichenden politischen Meinungen. Neben rein religiösen Vereinigungen existierten die unterschiedlichsten Verbände mit oft entgegengesetzten Ansichten zu bestimmten Fragen.

Die vier größten jüdischen Vereinigungen waren:

  • 1. Der "Central-Verein deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens", kurz "Zentralverein" oder CV genannt. Er bestand seit 1893. Er wurde 1935 umbenannt in "Central-Verein der Juden in Deutschland". Mitglieder ca. 70.000. Sein politisches Organ war die C.V.-Zeitung.
  • 2. Die "Zionistische Vereinigung für Deutschland" (ZVfD), gegründet 1897. Mitglieder ca. 10.000. Sie gab die Jüdische Rundschau heraus.Im Jahr 1925 hatte sich die "Zionistische Vereinigung" gespalten. Es entstand eine "Neu-Zionistische Bewegung", die sich auch "Revisionisten" oder "Staatszionisten" nannten. Der Name "Staatszionisten" kennzeichnete das Streben nach einem eigenen, jüdischen Staat. Gründer und Leiter der Revisionisten war Vladimir Jabotinsky. Sein Vertreter in Deutschland wurde Georg Kareski.
  • 3. Der "Reichsbund jüdischer Frontsoldaten" (RjF), gegründet 1919. Mitglieder ca. 10 000, Zeitung: Der Schild.
  • 4. Der "Verband nationaldeutscher Juden" (VNJ), gegr. 1921, Mitglieder ca. 10.000, Zeitung: Der nationaldeutsche Jude.

Um die jüdischen Interessen gegenüber der Regierung besser vertreten zu können, wurde 1933 ein Dachverband gegründet mit dem Namen "Reichsvertretung der deutschen Juden" (RV). Die "Reichsvertretung" wurde 1935 umbenannt in "Reichsvertretung der Juden in Deutschland" und 1939 umbenannt in "Reichsvereinigung der Juden in Deutschland". Der VNJ weigerte sich jedoch, diesem Dachverband beizutreten.

Trotz aller Differenzierungen lassen sich zwei Grundrichtungen unterscheiden: eine, deren das Deutschtum die Hauptsache und Judentum nur Religionsangelegenheit war, und eine andere, die mit der jüdischen Religion auch das Bewußtsein einer anderen Volkszugehörigkeit verband. Diese zweite Gruppe waren die Zionisten. Innerhalb der deutschen Juden waren sie zwar in der Minderheit, gewannen aber im Laufe der Zeit den größten Einfluß.

Die überwiegende Mehrzahl der deutschen Juden lebte schon seit weit über hundert Jahren hier. Mit dem Judenedikt (1812) war die politische Gleichstellung der Juden erreicht und waren die bis dahin geltenden Restriktionen aufgehoben worden. Sie fühlten sich demnach als Deutsche und nicht als Fremde. Die Anhänglichkeit an Deutschland führte, zumindest in den ersten Jahren nach 1933, nicht nur zu Sympathiekundgebungen und positiven Stellungnahmen für ihr deutsches Vaterland und die nationalsozialistische Bewegung, sondern teilweise auch zu einer ausgesprochenen Feindschaft gegenüber den Zionisten, die im Laufe der Zeit immer stärker auf Unterbindung jedweder Assimilierung (durch die Rassengesetze) und auf Auswanderung drängten.

Zunächst hatte es auch in der zionistischen Jüdischen Rundschau noch geheißen:

"Das deutsche Volk soll wissen, geschichtliche Verbundenheit von Jahrhunderten ist nicht so einfach zu lösen." (13.4.1933)

Und etwas später schrieb die gleiche Zeitung:

"Wir glauben, daß auch die deutschen Juden ihren Platz und ihre Eingliederung in diesem Staate finden müssen und wir hoffen, daß sich noch die Form hierfür, die mit den Grundsätzen des neuen Staates in Einklang steht, wird finden lassen." (29.8.1933)

Noch nach den sogenannten "Nürnberger Gesetzen" schrieb die Jüdische Rundschau, daß es jetzt die Aufgabe der Juden sei, ihre Sonderstellung innerhalb des deutschen Volkes nach der positiven Seite zu entwickeln. (17.9.1935)

Hier sollen noch einige weitere Zitate folgen, die dokumentieren, wie sehr sich in jenen Jahren auch jüdische Bürger mit Deutschland identifizierten. Natürlich soll das nicht den Eindruck erwecken, als hätten die Juden in der Mehrheit nicht eine mißtrauische oder ablehnende Haltung gegenüber der nationalsozialistischen Regierung eingenommen. Aber es gab auch andere Standpunkte, die heute in der Regel verschwiegen werden.

In Punkt 1. der Satzung des "Verbandes Nationaldeutscher Juden" (VNJ) hieß es:

"Der VNJ ist eine Organisation der Deutschen jüdischen Stammes, die bei offenem Bekennen ihrer Abstammung sich mit deutschem Wesen und deutscher Kultur so unauflöslich verwachsen fühlen, daß sie nicht anders als deutsch empfinden und denken können." 2

Dr. Max Naumann, der Vorsitzende des VNJ, hatte schon über ein Jahrzehnt vorher, in den Jahren 1920 und 1924 - also lange vor dem Aufkommen des Nationalsozialismus - wiederholt Aufsätze zur Judenfrage veröffentlicht. In diesen Arbeiten vertrat er folgende Positionen: Er unterscheidet zwischen "Deutschjuden" und "Fremdjuden" und sagt:

"Die Deutschjuden gehören zum deutschen Volke, die Fremdjuden zu einem in alle Winde zerstreuten Volk ohne Land, denn auch das englische Palästina ist keineswegs ihr Land und wird es niemals sein."

Die Fremdjuden definiert er weiterhin als eine Gruppe, die sich auszeichnet "durch die krampfhaft aufrecht erhaltene Rückständigkeit", "durch den Wahn, eine Gemeinschaft von Auserwählten und für die anderen ein 'Problem' zu sein".

Zu den "Fremdjuden" rechnet er auch die Zionisten. Und hier unterscheidet er wiederum zwischen zwei Gruppen. Die "ehrlich und gerade denkenden Zionisten" sind die, die ihre Andersartigkeit erkennen und bereit sind, als Fremde in Deutschland zu leben, gegebenenfalls auch unter Fremdgesetzgebung. Wer aber weder zu den einen, also den "Deutschjuden", noch zu den andern, den bewußten Zionisten, gehört, ist "der Rest, der wert ist, zugrundezugehen". Denn es ist immer noch besser, daß ein kleiner Rest von Wurzellosen zugrundegeht, als daß Hunderttausende von Menschen zugrundegehen, die wissen, wohin sie gehören. - Nicht zugrundegehen darf unser deutsches Volk." 3

Man kann sagen, das ist die Ansicht eines einzelnen, aber dieser Mann, mit diesen Ansichten, wurde Jahr für Jahr zum Vorsitzenden des Verbandes der Nationaldeutschen Juden gewählt. Das wäre ja kaum möglich gewesen, wenn der Verband sich von der Meinung des Dr. Naumann hätte distanzieren wollen. Man kann also mit Recht davon ausgehen, daß es eine Gruppe von Juden gab, die eine solche sehr extreme Ansicht in bezug auf ihr Judentum besaß.

Wie schon oben erwähnt, weigerte sich der Verband Nationaldeutscher Juden, sich dem Dachverband der anderen jüdischen Gruppen anzuschließen. Seine Mitglieder fühlten sich so sehr als Deutsche, daß sie meinten, in einem jüdischen Dachverband nichts verloren zu haben.

Noch radikaler war die Einstellung einer deutsch-nationalen Jugendgruppe, das "Schwarze Fähnlein". Es löste sich 1934 auf, nachdem ein Teil seiner Mitglieder aus dem Judentum ausgetreten war, um, wie es in der offiziellen Erklärung hieß, "die restlose Trennung vom Judentum in jeder Form" zu demonstrieren. 4

Nicht nur dem Deutschtum, sondern auch dem Nationalsozialismus gegenüber gab es eine Reihe von positiven Stellungnahmen.

In der Zeitschrift Der Nationaldeutsche Jude wurde schon 1931 die Frage gestellt: "Können Juden Nationalsozialisten sein?" und sie wurde uneingeschränkt bejaht. Die Zeitung schrieb:

"Haben nicht wir Juden unser Blut auf den Kampffeldern für Deutschland vergossen? War nicht ein Jude Präsident des ersten deutschen Parlaments in der Paulskirche? 5 War nicht der Gründer der konservativen Partei ein Jude? Wem verdanken die Parteien, welche ein einiges deutsches Vaterland zu ihrer Losung erheben, ihr Entstehen und ihre Organisation? Den Juden! Wer hat die Forderungen, die heute die Hauptpunkte des nationalsozialistischen Programms ausmachen, zuerst mit voller Schärfe und Deutlichkeit formuliert? Ein Jude - Walter Rathenau." (Nr. 1, Januar 1931.)

Nach der Machtübernahme durch Hitler schrieb die gleiche Zeitung:

  • "Das Deutschland der Zukunft steht vor ganz neuartigen Aufgaben, und diese können nur durch ein von Grund auf erneuertes Volk gelöst werden. Dieses Volk zu schaffen, es zu schaffen in der Gestalt einer nationalen Gemeinschaft, die im Laufe der deutschen Geschichte noch niemals bestanden hat, ist die große und, wenn sie im rechten Sinn unternommen wird, wahrhaft befreiende Aufgabe der nationalen Führer." (1933, Mitte Mai, Sondernummer.)

Herr Naumann vom VNJ erklärte 1934:

"Wir haben stets das Wohl des deutschen Volkes und Vaterlandes, dem wir uns unauflöslich verbunden fühlen, über unser eigenes Wohl gestellt. Deshalb haben wir die nationale Erhebung vom Januar 1933 begrüßt, trotzdem sie für uns selbst Härten brachte, denn wir sahen in ihr das einzige Mittel, den in vierzehn Unglücksjahren von undeutschen Elementen angerichtetenSchaden zu beseitigen." 6

Ein orthodoxer Rabbiner aus Ansbach, ebenfalls 1934:

"Ich lehne die Lehren des Marxismus vom jüdischen Standpunkt aus ab und bekenne mich zum Nationalsozialismus, natürlich ohne seine antisemitische Komponente. Ohne den Antisemitismus würde der Nationalsozialismus in den überlieferungstreuen Juden seine treuesten Anhänger finden." 7

Wie bereits gesagt, waren das natürlich nicht die Ansichten einer ins Gewicht fallenden Anzahl von Leuten, aber es gab eben auch diese Haltung - eine Einstellung übrigens, die den Nationalsozialisten überhaupt nicht paßte. Sie wollten keine Zustimmung zu ihren Ideen durch jüdische Bürger, sie wollten, daß die Juden möglichst zahlreich aus Deutschland verschwanden.


Dieser von den Nationalsozialisten eingenommenen Haltung entsprach im Prinzip die Einstellung der Zionisten. Sie traten für ein volksbewußtes Judentum ein und bestritten aus diesem Grund das innere Verhaftetsein der Juden an Deutschland. Aber sie befürworteten den Nationalsozialismus, mit dem sie die gleiche Grundeinstellung verband: das Bekenntnis zum eigenen Volk und Staat.

Im Dezember 1935 wurde Georg Kareski, der Vorsitzende der deutschen Staatszionisten, von einem Mitarbeiter der Goebbels-Zeitschrift Der Angriff im Zusammenhang mit den "Nürnberger Gesetzen" interviewt. Seine Meinung zu der Art, wie einzelne Fragen in diesen Gesetzen behandelt worden waren, war durchaus positiv. Kareski sagte, daß die Nürnberger (Rassegesetze) Gesetze alte zionistische Forderungen erfüllen. So z.B. die Trennung von deutschem und jüdischem Volkstum, die Einrichtung von Schulen nur für jüdische Schüler, Pflege und Förderung einer spezifisch jüdischen Kultur und vor allem das staatliche Verbot von Mischehen, die nach dem jüdischen Gesetz ohnehin nicht zugelassen waren. (Der Angriff, 23. Dezember 1935.) 8

Das Kareski-Interview blieb auch in jüdischen Kreisen nicht unumstritten. Aber es gab sowohl orthodoxe als vor allem zionistische Gruppen, die Kareski zustimmten.


Teil 4 - Auswanderung

Für die Zionisten war eine Zukunft für Juden nur in einem eigenen Land, dem damaligen Palästina, denkbar. Allerdings war auch für sie die Idee, daß alle Juden Deutschland verlassen sollten, nicht vorstellbar. Sie wollten vor allem jüngere Juden für die Auswanderung gewinnen, die auch die schwere Arbeit in Palästina leisten konnten. Zur Förderung ihrer Idee hielten sie eine Zusammenarbeit zwischen der nationalsozialistischen Regierung und ihrer Organisation nicht nur für möglich, sondern für die einzig realistische Perspektive überhaupt. Und sie behielten mit ihrer Prognose recht. Im Laufe der Jahre kam es zu einer immer engeren und für die Juden, die nach Palästina auswandern wollten, überaus positiven Kooperation.

Den deutschen Institutionen lag daran, die Auswanderung so schnell wie möglich abzuwickeln. Wie bereits gesagt, fanden sich die jüdischen Gruppen und Organisationen erst nach einer gewissen Zeit bereit, aufgrund der Zeitumstände die Notwendigkeit einer Auswanderung einzusehen.

Es gab drei jüdische Auswandererorganisationen, die zum Teil schon seit Beginn des Jahrhunderts in Berlin bestanden.

Der Hilfsverein für deutsche Juden war zuständig für die Auswanderung in alle Länder mit Ausnahme Palästinas. Er unterhielt zahlreiche Korrespondenten im Ausland, die die Möglichkeiten von Einwanderung und Ansiedlung, bzw. Unterbringung deutscher Juden prüften und Kontakte mit den dortigen jüdischen Organisationen aufnahmen, um den Neueinwanderern die Eingewöhnung zu erleichtern.

Das Palästinaamt beschäftigte sich ausschließlich mit der "Alija" - wörtlich: "Aufstieg", gemeint ist der Aufstieg nach Jerusalem als Synonym für die Einwanderung nach Palästina. Seine "Kunden" waren vor allem jüngere Juden, die für die schwere körperliche Arbeit, die eine Ansiedlung in Palästina mit sich brachte, geeignet waren.

Eine dritte Einrichtung war die Hauptstelle für jüdische Wanderfürsorge. Damit waren ursprünglich jüdische Personen gemeint, die sich auf der Wanderschaft durch Deutschland befanden. Später wurde die Betreuung und Rückführung nichtdeutscher Juden ihr Hauptaufgabengebiet. 9

Die nationalsozialistische Regierung versuchte ihrerseits die Auswanderung der ihr unerwünschten jüdischen Bevölkerung weitgehend zu fördern. Es waren vor allemzwei Abkommen, die die Auswanderung staatlich regelten:

Die Haavara galt von 1933 bis 1941 und betraf die Auswanderung nach Palästina. Dieses Abkommen wird inzwischen in der einschlägigen Literatur regelmäßig erwähnt. Der ehemalige Direktor der Haavara, Werner Feilchenfeld, gab 1972 eine eigene Broschüre darüber heraus, die aber offensichtlich von den meisten Leuten, die über die Haavara schreiben, nicht gelesen wurde, sonst würden sie nicht soviel Unsinn darüber publizieren.

Das Rublee-Wohlthat-Abkommen hingegen wird allgemein totgeschwiegen.10 Es betraf die Mehrzahl der auswandernden Juden, all jene, die nicht nach Palästina gingen, sondern in ein anderes europäisches oder überseeisches Land. Das waren ca. zwei Drittel aller Auswanderungen. Leider war das Abkommen nur 8 Monate in Geltung, dann brach der Krieg aus und die geregelte Auswanderung fand ihr Ende. Wenn wir es hier erwähnen, so deshalb, weil es die Absichten der deutschen Regierung klarmacht, der damals nichts ferner lag, als die "Vernichtung der Juden".



Teil 5 - Haavara

Bereits im Februar 1933 traten die ersten Abgesandten aus Palästina, Vertreter der Zitrus-Pflanzengesellschaft "Hanotea Ltd.", an die deutsche Regierung heran und versuchten herauszufinden, wie man die beiderseitigen Interessen - von deutscher Seite: Auswanderung, von jüdisch-palästinensischer Seite: Einwanderung - unter einen Hut bringen könnte. Die jüdische Seite versuchte, möglichst vorteilhafte Auswanderungsbedingungen zu erreichen, die dann Palästina zugute kommen sollten. Die deutschen Behörden waren mit den jüdischen Vorschlägen weitgehend einverstanden, und es kam schon im Mai 1933 zu den ersten wirtschaftspolitischen Abschlüssen, die dann im Laufe des Jahres zu dem Haavara-Abkommen führten. - Das Wort "Haavara" (sprich: Ha-avara mit Betonung auf der letzten Silbe) ist hebräisch und bedeutet "der Transfer" bzw. "die Überführung". In diesem Fall die Überführung von Vermögen und Waren. Unter diesem hebräischen Namen ist das Abkommen in die deutschen Akten eingegangen. 11

Die Haavara sah folgende Regelung vor: Juden, die nach Palästina auswandern wollten, konnten ihr Vermögen auf ein oder mehrere Konten von zwei bestimmten jüdischen Banken in Deutschland einzahlen. Sie konnten es auch dann einzahlen, wenn sie zunächst noch in Deutschland bleiben wollten, die Ausreise also nur in Erwägung gezogen, aber noch nicht fest geplant war. Über dieses Geld konnten sie zunächst zugunsten von bereits in Palästina ansässigen jüdischen Siedlern frei verfügen. Sie konnten aber auch das Geld in Palästina anlegen. Sie konnten sogar ihre eigene, später vielleicht einmal anfallende Krankenversicherung bis zu zehn Jahre im voraus davon bezahlen. Damit erhielten die deutschen Juden Rechte, die den übrigen deutschen Reichsbürgern verwehrt waren. Feilchenfeld schreibt:

  • "Die Vorbereitung einer Heimstätte (für vermögende, fanatische Zionisten und Rothschilds Atomraketen) in Palästina für in Deutschland noch (...) verbliebene Personen stellte eine im Rahmen der deutschen Devisenbeschaffung ungewöhnliche Durchbrechung des Verbots der Vermögensanlage von Deutschen im Ausland dar." 12

In das Haavara-Abkommen wurde, in Zusammenarbeit mit einem Reisebüro in Tel Aviv, auch ein Reisekreditabkommen eingebaut, mit dessen Hilfe deutsche Juden vor ihrer Auswanderung eine Erkundungsreise nach Palästina unternehmen und sich im Land über Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten orientieren konnten. Sie zahlten dafür ihre Unkosten in Reichsmark ein und bekamen in Palästina Gutscheine für alle anfallenden Ausgaben. 13 Auch das war eine Ausnahmeregelung, da zur Zeit der Devisenbewirtschaftung Auslandsreisen für Deutsche normalerweise nicht möglich waren. (Die Gruppenreisen mit der KdF wurden auf dem Weg des Clearing verrechnet.)

Wenn es soweit war, daß sie auswandern wollten, bekamen sie von der Deutschen Bank, zum jeweiligen Marktwert, das notwendige sogenannte Vorzeigegeld von 1.000,- Palästina-Pfund (entsprach dem englischen Pfund Sterling) in Devisen ausbezahlt. Die Zuteilung von Devisen stellte unter den damaligen Devisenbestimmungen eine ausgesprochene Ausnahme dar, deren nur die auswandernden jüdischen Bürger teilhaftig wurden, betont der israelische Historiker Avraham Barkai in seiner Studie Vom Boykott zur "Entjudung". 14 Das Geld mußten sie bei der Einreise in Palästina vorweisen. In einer vor einigen Jahren erschienenen Arbeit wird das so dargestellt, als hätten sie mit den 1.000,- Pfund das Einreisevisum bezahlen müssen. 15 Das ist kompletter Unsinn. Das Geld gehörte ihnen und sie sollten damit nur beweisen, daß sie imstande waren, sich selbst zu ernähren und eine neue Existenz aufzubauen und somit nicht der jüdischen Gemeinschaft in Palästina zur Last fallen würden.

Der Rest ihres Geldes blieb zu ihrer Verfügung auf ihrem Haavara-Konto. Bei der Auswanderung konnten sie ihren gesamten Hausrat mitnehmen, dazu Maschinen und Geräte für die Berufsausübung bzw. die Gründung einer neuen Existenz und was sie sonst zu ihrem normalen Leben brauchten. Die für alle übrigen deutschen Staatsbürger damals geltende "Reichsfluchtsteuer" - das war eine von Reichskanzler Heinrich Brüning 1931 eingeführte Abgabe, die jeder deutsche Bürger zu leisten hatte, der Deutschland für immer verlassen wollte - mußten die über die Haavara auswandernden Juden nicht bezahlen.

Von den Haavara-Konten wurden Waren bezahlt, die palästinensische Kaufleute aus Deutschland importierten. In Palästina erhielten die Einwanderer den Gegenwert in Häusern, Grundstücken, Zitruspflanzungen oder auch das gesamte Guthaben in bar ausbezahlt. Durch Zusatzabkommen konnten auch Kaufleute aus Ägypten, Syrien und dem Irak über die Haavara Importe aus Deutschland finanzieren. 16

Es gab eine Reihe von Zusatzregelungen und weiteren Erleichterungen. Darunter die, daß alle Versorgungsbezüge und Renten ohne Abzüge an die ausgewanderten Juden in Palästina überwiesen wurden. 17

Auch konnten in Palästina ansässige Juden Zahlungen an Verwandte und Freunde in Deutschland über die Haavara vornehmen.

"Die Unterstützungsspender zahlten den Gegenwert in palästinensischer Währung zu einem verbilligten Kurs bei der Haavara zugunsten der Unterstützten in Deutschland ein. Der Unterstützungsempfänger erhielt dann den Gegenwert in Reichsmark durch die Paltreu 18 in Berlin. Dieses System eines privaten Clearings von Unterstützungszahlungen nach Deutschland wurde von 1937 an zu einer weltweiten Organisation ausgebaut, deren Aufgabe es war, die ausländischen Unterstützungszahlungen an Juden in Deutschland aus allen Ländern durchzuführen und die anfallenden Devisen für den jüdischen Kapitaltransfer nach Palästina zu verwenden." 19

Von einer anderen Art des Clearings berichtete der Reichsbankrat Walther Utermöhle, der damalige Leiter der Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung im Reichswirtschaftsministerium.

  • "Daneben wurde ein Clearing zwischen auswandernden Juden und (...) aus dem Ausland zurückwandernden Deutschen ermöglicht. Wenn zum Beispiel ein Deutscher sein Haus oder sein Geschäft (wegen des Boykotts im Ausland) nicht verkaufen konnte und in Deutschland einen Juden fand, der ähnliche Vermögenswerte besaß, so wurde eine Tauschgenehmigung erteilt, bei der keine Seite einen ungerechtfertigten Gewinn machen konnte." (Leserbrief in Deutsche Wochen-Zeitung, 16.12.1977.)

Außer den offiziellen Bestimmungen, die die Mehrzahl der Juden betraf, gab es also noch eine Unzahl von Einzelfällen, die über die Haavara zugunsten der Auswandernden geregelt werden konnten.

Einen sehr großen Vorteil bot die Haavara für minderbemittelte Juden, die von sich aus nicht in der Lage gewesen wären, die eintausend Pfund "Vorzeigegeld" aufzubringen. Sie konnten über die Haavara ohne weiteres (bei zionistischen Bankern) Kredite aufnehmen, die sie erst nach einer Reihe von Jahren zurückzahlen mußten. 20 Außerdem wurden die Transfer-Kosten für diese Leute um 50% ermäßigt. Praktisch war es dadurch jedem Juden in Deutschland möglich, auszuwandern - sofern er nach Palästina wollte.

Das Haavara-Abkommen, bzw. die sich darin äußernde positive Grundhaltung der deutschen Regierung zur Förderung der jüdischen Auswanderung, ermutigte so manchen deutschen Verantwortlichen zu Aktionen am Rande der Legalität. Rolf Vogel, der ehemalige Bonner jüdische Korrespondent und Herausgeber derDeutschlandberichte, die der deutsch-jüdischen Verständigung gewidmet waren, berichtet in seinem Buch Ein Stempel hat gefehlt folgendes:

"Zahlreich waren einzelne Hilfsaktionen jenseits der Legalität, vor allem dann, wenn die betreffenden Juden nicht nach Palästina wollten und sonst nicht zu helfen war. So kam es vor, daß Juden ihre Betriebe verkaufen mußten und den Erlös verloren, weil sie ihn nicht transferieren konnten. Um dies zu verhindern, boten die Beamten einer Reihe jüdischer Inhaber an, zunächst pro forma nicht auszuwandern, sondern für ihren alten Betrieb als Vertreter im Ausland tätig zu werden. Mit Hilfe von hohen Provisionen und Beteiligungen am Verkaufserlös konnten die jüdischen Kaufleute im Ausland dann einen Teil ihrer verlorenen Gelder in Devisen herausbekommen.

Ein anderer Transfer-Trick, der mit Wissen und Wohlwollen der Devisenbeamten zuweilen weiterhalf, war der Geldtransfer via Amtsgericht: Jemand hinterlegte beim Amtsgericht einen Umschlag mit der Verfügung 'Mein letzter Wille'. Der Betreffende wanderte anschließend aus und ließ nach einigen Monaten über die ausländischen Justizbehörden seinen letzten Willen - einen Umschlag mit Geld und Wertpapieren - ins Ausland nachsenden.

Ähnlich reibungslos funktionierte hin und wieder der Geldtransfer per Zeitungsannonce. Ein Jude inserierte beispielsweise von Zürich aus im 'Völkischen Beobachter': 'Vertreter gesucht.' In Deutschland ließ er dann mit Geld oder Aktien gefüllte Briefumschläge unter der angegebenen Chiffre an den 'Völkischen Beobachter' senden, der die Briefe gesammelt nach Zürich weiterleitete." 21

In gewissem Umfang trug die Haavara zur Entwicklung des deutschen Außenhandels bei. Allerdings war dieser Punkt kaum ein wesentlicher Faktor bei der Entscheidung für das Abkommen, wie man das gelegentlich lesen kann. 22

Insgesamt darf man die Folgen für die deutsche Wirtschaft nicht überschätzen. Der Warenverbrauch einer Gemeinschaft von 200.000 bis 300.000 Menschen - und mehr umfaßte der Jischuw (die jüdische Gemeinschaft Palästinas) damals nicht -, der zudem noch auf bestimmte Produkte beschränkt war, konnte kaum in der Lage sein, einem 60-Millionen-Volk wesentliche Exporthilfe zu leisten. Außerdem kamen für den Verkauf nach Palästina keine Devisen ein, sondern er wurde mit dem deutschen Geld aus den Haavara-Konten bezahlt. Auch Feilchenfeld betont, daß die Exportförderung durch die Haavara keinen eigentlichen Vorteil für Deutschland bedeutete, da"die Haavara kein Deviseneinkommen für Deutschland darstellte." 23

Für Palästina hingegen brachte die Haavara unermeßbare Vorteile mit sich. In der von Feilchenfeld herausgegebenen Broschüre wurde Dr. Ludwig Pinner, ehemaliges Direktionsmitglied der Haavara-Gesellschaft, nicht müde, das Loblied dieses Abkommens zu singen.

  • "Palästina war bis in den Anfang der dreißiger Jahre im wesentlichen ein Agrarland, auf primitiver Entwicklungsstufe." 24 Erst die aus Deutschland kommenden Einwanderer haben "die wirtschaftliche Struktur und das gesellschaftliche Gepräge des Jischuw tiefgreifend verändert und einen ausschlaggebenden Beitrag zu seiner Entwicklung geleistet. Unter ihrer Beteiligung und Einwirkung hatte sich die industrielle Produktion verdoppelt, die Technik modernisiert, und die erzeugten Waren kamen allmählich in Auswahl und Qualität auf ein europäisches Niveau." 25 "Die Betätigung der deutschen Juden als Industrielle und Investoren war ausschlaggebend für die Entwicklung, die die Wirtschaft des Jischuw aus dem vorindustriellen und vorkapitalistischen Stadium herausführte." 26 Ihr Einfluß "auf die Entwicklung des jüdischen Palästina fand seinen Ausdruck jedoch nicht nur in der wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Sphäre; er war auch bedeutungsvoll im kulturellen Bereich, auf wissenschaftlichem und künstlerischem Gebiet. Die moderne Ausstattung der Krankenhäuser, die der Transfer ermöglicht hatte, machten Palästina zu einem medizinischen Zentrum ersten Ranges." 27 "Der Einsatz dieser Menschen in Forschungs- und Lehrstätten, in Wirtschaft und Verwaltung, im öffentlichen Leben und in der Verteidigungsorganisation war von unermeßlicher Bedeutung für die Vorbereitung des Jischuw auf die schicksalhaften Aufgaben, die ihm bevorstanden." 28

Das Geld der "Kapitalisten", die durch die Haavara praktisch unbeschränkt nach Palästina einwandern konnten, ermöglichte auch die Arbeitereinwanderung.

  • "Palästina als Land des Aufbaus kann neue, arbeitsuchende Einwanderer in demselben Verhältnis aufnehmen, wie durch einströmendes Kapital und Unternehmungsgeist neue Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden", erklärte Dr. Georg Landauer, Leiter der deutschen Abteilung der Jewish Agency und Mitglied des "Board of Directors" der Haavara, in einem Gespräch mit der Jüdischen Rundschau . Es bestünde aber die Furcht, daß begüterte Juden mit ihrem Kapital in andere Länder abwandern und nach Palästina nur die armen Juden kommen. Landauer warnte: "Es kann keine Einwanderung von Arbeitnehmern ohne eine Einwanderung von Arbeitgebern stattfinden." (Jüdische Rundschau, 18.2.1936.)

Die jüdische Kriegserklärungan Nazideutschland

Der Wirtschaftsboykott von 1933

Artikel aus The Barnes Review, Jan./Feb. 2001, S. 41-45. The Barnes Review, 645 Pennsylvania Ave SE, Suite 100, Washington D.C. 20003, USA.Von M. Raphael Johnson, Ph.D., stellvertretender Redakteur der TBR .Übersetzt von Martin Freiburg mit freundlicher Genehmigung von TBR .Übersetzung © 2002 by The Scriptorium.

Zionisten erklären Deutschland den Krieg
Judea declars war on germany
Kauft nicht von Deutschen!

Wenige kennen die Tatsachen des einzigartigen Geschehnisses, das zur Auslösung dessen beitrug, was letztlich als Zweiter Weltkrieg bekannt wurde - nämlich die internationale jüdische Kriegserklärung an Deutschland, kurz nachdem Adolf Hitler zur Macht kam und lange bevor von der deutschen Regierung amtliche Zwangsmaßnahmen oder Vergeltungen gegen die Juden ausgeführt wurden. Die Ausgabe des Londoner The Daily Express vom 24. März 1933 (oben abgebildet) beschrieb, wie die jüdische Führerschaft in Zusammenarbeit mit mächtigen jüdischen internationalen Interessen einen Boykott Deutschlands mit dem erklärten Zweck begann, seine bereits unsichere Wirtschaft zu lähmen, in der Hoffnung, das neue Hitlerregime zu stürzen. Erst dann schlug Deutschland als Erwiderung zurück. Um der Wahrheit die Ehre zu geben, muß man also sagen, daß es nicht das Dritte Reich sondern die weltweite jüdische Führerschaft war, die eigentlich den ersten Schuß im Zweiten Weltkrieg abfeuerte. Der prominente New Yorker Anwalt Samuel Untermyer war einer der führenden Agitatoren im Krieg gegen Deutschland; er beschrieb den jüdischen Feldzug als nichts weniger als einen "Heiligen Krieg."

Lange bevor die Hitlerregierung begann, die Rechte der deutschen Juden einzuschränken, erklärten die Führer der weltweiten jüdischen Gemeinde dem "neuen Deutschland" den Krieg - zu einer Zeit, als die US-Regierung und sogar die jüdischen Führer in Deutschland zur Vorsicht im Umgang mit dem neuen Hitlerregime mahnten.

Der Krieg der internationalen jüdischen Führerschaft gegen Deutschland löste nicht nur Vergeltungsmaßnahmen aus, sondern setzte auch den Schauplatz für eine wenig bekannte wirtschaftliche und politische Allianz zwischen der Hitlerregierung und den Führern der zionistischen Bewegung, die hofften, daß die Spannung zwischen den Deutschen und den Juden zu einer massiven jüdischen Auswanderung nach Palästina führen würde. Kurz gesagt, war das Ergebnis eine taktische Allianz zwischen den Nazis und den Gründern des modernen Staates Israel - eine Tatsache, die viele heute lieber vergessen würden.

Bis heute wird allgemein (wenn auch fälschlich) geglaubt, daß, als Adolf Hitler im Januar 1933 zum Kanzler Deutschlands berufen wurde, die deutsche Regierung mit der Politik begann, die Juden Deutschlands zu unterdrücken, sie zusammenzutreiben und in Konzentrationslager zu stecken und gegen die einheimische jüdische Bevölkerung einen Feldzug des Schreckens und der Gewalttätigkeiten zu beginnen.


Todesurteil für Judenmörder

Während es verstreute Ausbrüche von Gewalt gegen Juden in Deutschland gab, nachdem Hitler an die Macht kam, wurde das nicht offiziell geduldet oder ermutigt. Und die Wahrheit ist, daß antjüdische Gefühle in Deutschland (oder anderswo in Europa) letzten Endes nichts Neues waren. Wie alle jüdischen Historiker glühend bezeugen, hat es antisemitische Aufstände von verschiedenen Ausmaßen schon immer in der europäischen Geschichte gegeben.

In jedem Fall war Hitler anfangs 1933 nicht der unbestrittene Führer in Deutschland, und er war auch nicht im vollen Besitz der Befehlsgewalt über die Streitkräfte. Hitler war eine Hauptfigur in einer Koalitionsregierung, aber war weit davon entfernt, die Regierung selbst zu sein. Das war dann das Ergebnis eines Vorganges der Festigung, der sich später einstellte.

Sogar Deutschlands jüdische Zentrale Vereinigung, als der "Verein" bekannt, bestritt die Andeutung (die von einigen jüdischen Führern außerhalb Deutschlands gemacht wurde), daß die neue Regierung absichtlich antjüdische Aufstände provoziere.

Der Verein gab eine Verlautbarung heraus, die besagte, daß "die verantwortlichen Regierungsstellen [d.h. das Hitlerregime] sich nicht einer bedrohlichen Lage bewußt sind" und fuhr fort zu sagen, "wir glauben nicht, daß sich unsere deutschen Mitbürger dazu hinreißen lassen werden, Ausschreitungen gegen die Juden zu begehen."

Trotzdem beschlossen die jüdischen Führer in den Vereinigten Staaten und Britannien auf eigene Faust, daß es notwendig sei, einen Krieg gegen die Hitlerregierung zu beginnen.

Am 12. März 1933 kündigte der Amerikanische Jüdische Kongress eine massive Protestveranstaltung im Madison Square Garden für den 27. März an. Zu der Zeit rief der Befehlshaber der jüdischen Kriegsveteranen zu einem amerikanischen Boykott gegen deutsche Waren auf. In der Zwischenzeit, am 23. März, protestierten 20.000 Juden vor dem Rathaus in New York, als Massenversammlungen vor den Vertretungen des Norddeutschen Lloyd und der Hamburg-Amerika-Schiffahrtslinie abgehalten und Boykotts gegen deutsche Waren durch Läden und Geschäfte in New York verlangt wurden.

Juden erklären Deutschland den Krieg

Laut dem Londoner Daily Express vom 24. März 1933 hatten die Juden bereits ihren Boykott gegen Deutschland und seine gewählte Regierung begonnen. Die Überschrift war "Judäa erklärt Deutschland den Krieg - Juden der ganzen Welt vereinigen sich - Boykott von deutschen Waren - Massendemonstrationen". Der Artikel beschrieb den kommenden "Heiligen Krieg" und fuhr fort, die Juden der Welt aufzufordern, deutsche Waren zu boykottieren und bei Massendemonstrationen gegen deutsche Wirtschaftsinteressen mitzumachen. LautThe Daily Express:

    Ganz Israel in der ganzen Welt vereinigt sich, um einen wirtschaftlichen und finanziellen Krieg gegen Deutschland zu erklären. Das Erscheinen des Hakenkreuzes als Symbol des neuen Deutschlands hat das alte Kriegssymbol von Juda zu neuem Leben erweckt. Vierzehn Millionen Juden, die über die ganze Welt verstreut sind, stehen zusammen wie ein Mann, um den deutschen Verfolgern ihrer Mitgläubigen den Krieg zu erklären. Der jüdische Großhändler wird sein Haus verlassen, der Bankier sein Geschäft, der Bettler seine bescheidene Hütte, um dem heiligen Krieg gegen Hitlers Volk beizutreten.

Der Daily Express schrieb, daß Deutschland "nun mit einem internationalen Boykott seines Handels, seiner Finanzen und seiner Industrie konfrontiert ist.... In London, New York, Paris und Warschau sind jüdische Geschäftsleute vereinigt, auf einen wirtschaftlichen Kreuzzug zu gehen."

Der Artikel besagte, daß "weltweite Vorbereitungen getroffen werden, um Protestdemonstrationen zu organisieren" und berichtete, daß "die alte und wiedervereinigte Nation Israels sich mit neuen und modernen Waffen ausrüstet in dem uralten Kampf gegen ihre Verfolger."

Dies könnte wirklich als "der erste Schuß" bezeichnet werden, der im Zweiten Weltkrieg abgegeben wurde. Auf eine ähnliche Art schrieb die jüdische Zeitung Natscha Retsch:

    Der Krieg gegen Deutschland wird von allen jüdischen Gemeinschaften, Konferenzen, Kongressen.... von jedem einzelnen Juden geführt werden. Deshalb wird der Krieg gegen Deutschland eine ideologische Belebung und Förderung sein für unsere Interessen, die die völlig Zerstörung Deutschlands verlangen. Die Gefahr für uns Juden liegt im ganzen deutschen Volk, in Deutschland als Ganzem, wie auch im Einzelnen.... An diesem Krieg müssen wir Juden teilnehmen, und dies mit all der Stärke und Macht, die uns zur Verfügung steht.

Jedoch sollte angemerkt werden, daß die Zionistische Vereinigung von Deutschland am 26. März ein Telegramm verschickte, in dem viele der Behauptungen, die gegen die Nationalsozialisten erhoben wurden, als "Propaganda", "verlogen" und "sensationell" zurückgewiesen wurden.

In Wirklichkeit hatten die zionistischen Parteigänger allen Anlaß, den Bestand der nationalsozialistischen Ideologie in Deutschland zu sichern. Im Journal of Palestine Studies (Artikel: "The Secret Contacts: Zionism and Nazi Germany, 1933-1941"; JPS Bd. 3/4, Frühjahr/Sommer 1976) schrieb Klaus Polkehn, daß die gemäßigte Haltung der Zionisten auf ihr Interesse zurückzuführen war, den letztendlichen Sieg des Nationalsozialismus zu fördern, um die Einwanderung nach Palästina zu erzwingen. Dieser wenig bekannte Faktor spielte letztlich einen ausschlaggebenden Teil in der Beziehung zwischen Nazideutschland und den Juden.

In der Zwischenzeit beschwerte sich jedoch der deutsche Außenminister Konstantin von Neurath über die "Verunglimpfungskampagne" und sagte:

    Was die Juden betrifft, kann ich nur sagen, daß ihre Propagandisten im Ausland ihren Glaubensbrüdern in Deutschland keinen Dienst erweisen, indem sie durch ihre verzerrten und unwahren Berichte über Verfolgung und Folter der Juden in der deutschen Öffentlichkeit den Eindruck erwecken, daß sie vor wirklich gar nichts zurückschrecken, nicht einmal vor Lügen und Verleumdung, um die gegenwärtige deutsche Regierung zu bekämpfen.

Die sich erst etablierende Hitlerregierung versuchte klar, die wachsende Spannung einzudämmen - sowohl innerhalb Deutschlands wie auch außerhalb. In den Vereinigten Staaten telegraphierte sogar der U.S. Außenminister Cordell Hull dem Rabbiner Stephen Wise des Amerikanischen Jüdischen Kongresses und mahnte zur Vorsicht:

    Während es für eine kurze Zeit eine beträchtliche Mißhandlung von Juden gab, kann diese Phase buchstäblich als beendet angesehen werden.... Es scheint eine Stabilisation erreicht worden zu sein im Bereich persönlicher Mißhandlung.... Ich habe die Hoffnung, daß die Lage, die solch weitverbreitete Sorge im ganzen Land verursachte, sich bald wieder normalisieren wird.

Balkenüberschrift der Titelseite der New York Daily News

Diese Balkenüberschrift der Titelseite der New York Daily News begrüßte die massive antideutsche Protestveranstaltung, die im Madison Square Garden am 27. März 1933 abgehalten wurde. Trotz der Anstrengungen der deutschen Regierung, die Spannungen zu verringern und eine Steigerung der Anschuldigungen und Drohungen durch die internationale jüdische Führung zu verhindern, wurde die Veranstaltung wie geplant abgehalten. Ähnliche Massenveranstaltungen und Protestmärsche wurden auch in anderen Städten während der gleichen Zeit abgehalten. Die Intensität der jüdischen Kampagne gegen Deutschland war so groß, daß die Hitlerregierung schwor, daß wenn die Kampagne nicht beendet würde, es in Deutschland einen eintägigen Boykott gegen jüdische Geschäftsinhaber geben würde. Trotzdem wurde die Kampagne fortgesetzt und zwang Deutschland dazu, defensive Maßnahmen zu ergreifen, die eine Lage schufen, in der die Juden Deutschlands zunehmend ausgegrenzt wurden. Die Wahrheit über den jüdischen Krieg gegen Deutschland wird in den meisten Geschichtsbüchern über diese Zeit verschwiegen.

Trotz allem weigerten sich die Führer der jüdischen Gemeinschaft, nachzugeben. Am 27. März gab es gleichzeitig Demonstrationen im Madison Garden, in Chicago, Boston, Philadelphia, Baltimore, Cleveland und 70 anderen Orten. Die Massenversammlung in New York wurde weltweit im Rundfunk ausgestrahlt. Der Tenor war, daß das "neue Deutschland" zum Feind der jüdischen Interessen erklärt wurde und deshalb wirtschaftlich erwürgt werden müsse. Dies warbevor Hitler sich entschloß, jüdische Waren zu boykottieren.

Die direkte Folge davon war, daß die deutsche Regierung am 1. April einen eintägigen Boykott jüdischer Geschäfte in Deutschland ankündigte. Der deutsche Propagandaminister, Dr. Joseph Goebbels, kündigte an, daß wenn nach dem eintägigen Boykott keine weiteren Angriffe auf Deutschland gemacht würden, der Boykott auch beendet würde. Hitler selbst reagierte auf den jüdischen Boykott und die Drohungen in einer Rede am 28. März - vier Tage nach der ursprünglichen jüdischen Kriegserklärung - in der er sagte:

    Jetzt, da die einheimischen Feinde der Nation durch das Volk selbst ausgeschaltet worden sind, wird das, auf das wir lange gewartet haben, nun doch nicht eintreffen. Die kommunistischen und marxistischen Kriminellen und ihre jüdisch-intellektuellen Anstifter, die mit ihrem Kapital gerade noch rechtzeitig über die Grenze verschwunden sind, entfalten von dort aus nun eine gewissenlose, verräterische Kampagne der Agitation gegen das deutsche Volk als Ganzem.... Lügen und Verleumdung von einer positiv haarsträubenden Perversität werden gegen das deutsche Volk geschleudert. Schreckensgeschichten von zerhackten jüdischen Leichen, ausgestochenen Augen und abgeschnittenen Händen werden verbreitet, um das deutsche Volk in der Welt zum zweiten Mal zu verunglimpfen, ganauso wie es ihnen 1914 schon einmal gelang.

Die Tatsache - gewöhnlich bequemerweise aus nahezu der ganzen Geschichtsschreibung über dieses Themas herausgelassen - ist somit, daß Hitlers Anordnung des Boykotts vom 28. März 1933 eine direkte Reaktion war auf die Kriegserklärung der weltweiten Führerschaft der Juden an Deutschland, die nur vier Tage zuvor erfolgt war. Heute wird Hitlers Anordnung des Boykotts als nackte Aggression beschrieben, jedoch die vollen Umstände, die zu diesem Boykott führten, werden selten in sogar den gewichtigsten und ausführlichsten Berichten über "den Holocaust" erwähnt.

Nicht einmal Saul Friedlander, Verfasser der anderweitig umfassenden Übersicht der deutschen Politik, Nazi Germany and the Jews, erwähnt die Tatsache, daß die jüdische Kriegserklärung und der Boykott Hitlers Rede vom 28. März 1933 vorausgingen. Scharfsichtige Leser sollten sich fragen, wieso Friedlander dieses Teilstück der Geschichte für so unbedeutend hielt.

Die einfache Tatsache ist, daß es die organisierte Judenheit als politische Einheit war - und nicht einmal die deutsche jüdische Gemeindeper se - die den ersten Schuß im Krieg mit Deutschland abgab.

Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!

Deutsche! Wehrt Euch! Kauft nicht bei Juden!"

Deutschlands Antwort war eine defensive - keine offensive - Maßnahme. Wäre diese Tatsache heute überall bekannt, würde sie ein neues Licht auf die darauf folgenden Ereignisse werfen, die letztlich zu dem Weltenbrand führten, der als Zweiter Weltkrieg in die Geschichte einging.

Um Hitlers Reaktion auf die jüdische Kriegserklärung zu verstehen, ist es wichtig, den (durch zionistische Banker geplant herbeigeführten) kritischen Zustand der deutschen Wirtschaft jener Zeit zu verstehen. Im Jahre 1933 war die deutsche Wirtschaft in einem Chaos.

Käthe Kollwitz

Etwa 3 Millionen von 6 Millionen arbeitslosen Deutschen lebten von der Sozialhilfe. Die Hyperinflation hatte die wirtschaftliche Lebenskraft der deutschen Nation zerstört. Weiterhin stärkte die antideutsche Propaganda, die die globale Presse ausstieß, die Entschlossenheit der Feinde Deutschlands, besonders die der Polen und seines kriegslüsternen militärischen Oberkommandos.

Sozialdienst versorgt hungerde Kinder auf der Straße

Die jüdischen Führer blufften nicht. Der Boykott war nicht nur ein metaphorischer Kriegsakt: er war ein gut ausgedachtes Mittel, um Deutschland als politische, soziale und wirtschaftliche Einheit zu zerstören. Der weitreichende Zweck des jüdischen Boykotts gegen Deutschland war, es in den Bankrott zu treiben mittels der Reparationszahlungen, die Deutschland nach dem ersten Weltkrieg auferlegt wurden, und Deutschland entmilitarisiert und verletzlich zu halten.

Der Boykott war tatsächlich ziemlich lähmend für Deutschland. Jüdische Gelehrte wie Edwin Black berichteten, daß als Folge des Boykotts die deutschen Exporte um 10 Prozent zurückgingen und viele verlangten, deutsche Vermögenswerte im Ausland in Beschlag zu nehmen (Edwin Black,The Transfer Agreement - The Untold Story of the Secret Pact between the Third Reich and Jewish Palestine, New York,1984)

.Kauft nicht bei Muslimen

Kauft nicht bei "NaZis". Thor Steinar gehört einem Muslim!

Die Angriffe auf Deutschland hörten nicht auf. Die weltweite jüdische Führung wurde immer kriegslüsterner und steigerte sich in eine Raserei hinein. Eine internationale jüdische Boykottkonferenz wurde in (ausgerechnet) Amsterdam abgehalten, um die bereits bestehende Boykottkampagne zu koordinieren. Sie wurde unter der Schirmherrschaft der selbsternannten World Jewish Economic Federation abgehalten, deren gewählter Präsident der berühmte New Yorker Rechtsanwalt und politische Agent Samuel Untermyer war.

Untermyer gehörte zur Regierung Roosvelt

Samuel Untermyer gehörte zur Regierung Roosevelt die gemäß der BBC-Doku "Banking with Hilter" vom Anfang an über die Finanzierung der NaZis über die jüdischen Hochfinanz informiert und evt. auch involviert war!

Bei seiner Rückkehr in die Vereinigten Staaten im Kielwasser der Konferenz gab Untermyer eine Rede über WABC Radio (New York), von der die schriftliche Fassung in der New York Times am 7. August 1933 gedruckt wurde.

Untermyers hetzerische Redekunst forderte einen "Heiligen Krieg" gegen Deutschland, indem er die unverschämte Lüge aufbrachte, daß Deutschland einen Plan ausführte, "die Juden auszurotten." Er sagte (Auszug):

    ...Deutschland hat sich von einer Kulturnation in eine wahrhaftige Hölle von grausamen und wilden Untieren verwandelt. Wir schulden es nicht nur unseren verfolgten Brüdern, sondern der ganzen Welt, jetzt in Notwehr einen Schlag zu führen, der die Menschheit von einer Wiederholung dieser unglaublichen Gewalttat befreien wird... Jetzt oder nie, müssen alle Nationen der Welt gemeinsame Sache machen gegen das... Abschlachten, Verhungern und Vernichten... teuflische Folter, Grausamkeit und Verfolgung, die Tag für Tag diesen Männern, Frauen und Kindern zugefügt wird... Wenn diese Geschichte berichtet wird... wird sich die Welt einem Bild gegenüber sehen, das so schrecklich in seiner Barbarei ist, daß die Hölle des Krieges und die angeblichen belgischen Scheußlichkeiten im Vergleich zur Bedeutungslosigkeit verblassen werden gegenüber dieser teuflischen, überlegten, kaltblütig geplanten und bereits teilweise ausgeführten Kampagne für die Ausrottung eines stolzen, sanften, loyalen, gesetzestreuen Volkes.... Die Juden sind die Aristokraten der Welt. Seit undenklichen Zeiten wurden sie verfolgt und sahen ihre Verfolger kommen und gehen. Sie alleine haben überlebt. Und so wird sich die Geschichte wiederholen, aber das ist kein Grund, warum wir erlauben sollen, daß sich eine einst große Nation in das finstere Mittelalter zurückbegibt, oder daß wir es unterlassen, diese 600.000 Menschenseelen vor den Qualen der Hölle zu erretten.... ...Was wir vorschlagen und was wir bereits in die Wege geleitet haben, ist, einen rein defensiven wirtschaftlichen Boykott einzuleiten, der das Hitlerregime unterminieren und das deutsche Volk zur Vernunft bringen wird, indem wir seinen Exporthandel zerstören, auf dem seine nackte Existenz beruht. ...Wir schlagen vor und organisieren die Weltmeinung, sich in der einzigen Weise zu äußern, die Deutschland versteht....

Untermyer fuhr dann fort, seine Zuhörer mit einer vollkommen erlogenen Geschichte der Umstände des Boykotts gegen Deutschland und dessen Beginn zu versehen. Er proklamierte auch, daß die Deutschen auf einen Plan versessen wären, "die Juden auszurotten".

    Das Hitlerregime erfand und verfolgt teuflisch seinen Boykott, die Juden auszurotten, indem es jüdische Geschäfte kennzeichnet und die Deutschen davor warnt, bei ihnen zu kaufen; indem es jüdische Geschäftsinhaber einsperrt und sie zu Hunderten durch die Straßen paradiert unter der Bewachung der Nazitruppen, nur weil sie Juden sind; indem es sie aus den Berufen ausstößt, in denen viele von ihnen hohe Stellungen erreicht hatten; indem ihre Kinder aus den Schulen, ihre Männer aus den Gewerkschaften ausgestoßen werden; indem ihnen jede Form des Lebensunterhalts verwehrt wird, sie in gemeine Konzentrationslager gesperrt und gefoltert ( 7. August 1933) werden, ohne Grund und auf jede denkliche Art [von Folter], die so unvorstellbar unmenschlich ist, bis Selbstmord ihr einziger Ausweg ist, und das alles nur deshalb, weil sie oder ihre entfernten Vorfahren Juden (aus dem Kaukasus?) waren, und alles mit dem eingestandenen Zweck, sie auszurotten.

Untermyer beendete seine großenteils phantastische und hysterische Ansprache, indem er erklärte, daß mit der Unterstützung "christlicher Freunde... wir den letzten Nagel in den Sarg des Vorurteils und Fanatismus treiben werden...."

Das größte Geheimnisdes Zweiten Weltkrieges? Warum Deutschland die Juden zusammenfaßte und sie nach dem Osten deportierte.

Chaim Weizmann

Warum begannen die Deutschen die Juden zu verhaften und sie in den Konzentrationslagern zu internieren? Entgegen dem populären Mythos blieben die Juden innerhalb Deutschlands bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkrieges "in Freiheit" - obwohl sie Gesetzen unterworfen waren, die gewisse ihrer Privilegien einschränkten. Eine andere wenig bekannte Tatsache ist jedoch, daß unmittelbar vor Kriegsausbruch die Führerschaft der jüdischen Weltgemeinschaft Deutschland formell den Krieg erklärte - zusätzlich und darüber hinaus zu dem bereits bestehenden sechs Jahre langen wirtschaftlichen Boykott, den die weltweite jüdische Gemeinschaft begonnen hatte, als die Nazipartei 1933 an die Macht kam. Als Folge der formellen Kriegserklärung sahen die deutschen Autoritäten die Juden als potentielle Feindagenten an. Hier ist der Hintergrund der Geschichte: Chaim Weizmann (oben), der sowohl Präsident der internationalen "Jüdischen Agentur" als auch der Zionistischen Weltorganisation (und später Israels erster Präsident) war, schrieb dem britischen Prime Minister Neville Chamberlain in einem Brief, der in der The London Times am 6. September 1939 veröffentlicht wurde, folgendes:

Ich wünsche in nachdrücklicher Form die Erklärungen zu bestätigen, die ich und meine Kollegen im vergangenen Monat und besonders letzte Woche abgaben, daß die Juden an der Seite Großbritanniens stehen und auf der Seite der Demokratien kämpfen werden. Unser dringender Wunsch ist es, diese Erklärungen [gegen Deutschland] in die Tat umzusetzen. Wir wollen das tun auf eine Weise, die vollkommen übereinstimmend ist mit der allgemeinen britischen Aktion und aus diesem Grund stellen wir uns in den kleinsten und größten Dingen unter die zusammenfassende Leitung der Regierung Seiner Majestät. Die jüdische Vertretung ist bereit, in sofortige Abkommen einzutreten, um die menschlich-jüdische Kraft, ihre technischen Fähigkeiten, ihre Hilfsmittel usw. zu nutzen.

Daß diese Anschuldigungen gegen Deutschland erhoben wurden zu einer Zeit, die noch lange vor dem Zeitpunkt lag, den heute sogar jüdische Historiker als den frühesten Zeitpunkt nennen, ab dem es angeblich Gaskammern oder auch nur einen Plan gegeben hätte, die Juden "auszurotten", legt die Natur der Propagandakampagne an den Tag, der sich Deutschland gegenüber sah.

Jedoch waren während der selben Periode einige ungewöhnliche Entwicklungen im Gange: der Frühjahrsbeginn von 1933 sah auch den Anfang einer Zeit privater Zusammenarbeit zwischen der deutschen Regierung und der zionistischen Bewegung in Deutschland und Palästina (und tatsächlich weltweit), um den Strom deutscher jüdischer Einwanderer und Kapitals nach Palästina zu erhöhen.

Die heutigen Unterstützer des zionistischen Israels und viele Historiker haben diesen Nazi-zionistischen Pakt bisher erfolgreich vor der Öffentlichkeit geheim gehalten, aber während die meisten Amerikaner noch immer keine Ahnung von der Möglichkeit haben, daß es eine ausgesprochene Zusammenarbeit gegeben haben könnte zwischen der Nazi-Führung und den Gründern dessen, was der Staat Israel werden würde, beginnt die Wahrheit doch allmählich an den Tag zu treten.

Die Schrift des abweichenden jüdischen Schreibers Lenni Brennar, Zionism In the Age of the Dictators - in einem kleinen Verlag veröffentlicht und in der Standardpresse (die sonst von der Holocaust-Zeit regelrecht besessen ist) nicht mit der Beachtung gewürdigt, die sie verdient - war vielleicht die erste wirkliche Bemühung in diesem Bereich.

In Erwiderung auf Brennar und andere besteht die zionistische Reaktion gewöhnlich aus Behauptungen, daß ihre Zusammenarbeit mit Nazideutschland nur deshalb unternommen wurde, um das Leben der Juden zu retten. Aber die Zusammenarbeit war umso bemerkenswerter, da sie zu einer Zeit stattfand, als viele Juden und jüdische Organisationen einen Boykott Deutschlands verlangten.

Für die zionistischen Führer versprach Hitlers Machtübernahme die Möglichkeit eines Einströmens von Einwanderern nach Palästina. Vorher hatte die Mehrheit der deutschen Juden, die sich als Deutsche verstanden, wenig Sympathie für die zionistischen Bestrebungen, das Weltjudentum in Palästina zu konzentrieren. Aber die Zionisten erkannten, daß nur der antisemitische Hitler in der Lage war, die antizionistischen deutschen Juden in die Arme des Zionismus zu treiben.

Über all dem heutigen Jammern der weltweiten Unterstützer Israels (nicht zu reden von den Israelis selbst) über "den Holocaust", vergessen sie zu erwähnen, daß es Teil des Planes war, die Lage in Deutschland für die Juden so unbequem wie möglich zu machen - in Zusammenarbeit mit dem deutschen Nationalsozialismus.

Dies war der Ursprung des sogenannten "Haavara"-Transferabkommens, der Übereinkunft zwischen den zionistischen Juden und der nationalsozialistischen Regierung, die deutschen Juden nach Palästina zu verlegen.

Wie der jüdische Historiker Walter Laqueur und viele andere sagen, waren die deutschen Juden weit davon entfernt, überzeugt zu sein, daß die Einwanderung nach Palästina die richtige Lösung war. Zudem, obwohl die Mehrheit der deutschen Juden sich weigerten, die Zionisten als ihre politischen Führer anzusehen, ist es klar, daß Hitler die Zionisten schützte und mit ihnen zu dem Zweck zusammenarbeitete, die Endlösung zu verwirklichen: den Massentransfer von Juden in den Mittleren Osten.

Edwin Black stellt in seinem massiven Werk The Transfer Agreement (Macmillan, 1984) fest, daß, obwohl die meisten Juden überhaupt nicht nach Palästina fliehen wollten, die beste Chance eines Juden, aus Deutschland herauszukommen, darin bestand, daß er aufgrund des Einflusses der zionistischen Bewegung innerhalb Nazideutschlands nach Palästina auswanderte. Anders gesagt, das Transferabkommen selbst legte fest, daß jüdisches Kapital nur nach Palästina gehen konnte.

Somit, so die Zionisten, konnte ein Jude Deutschland nur verlassen, wenn er in die Levante zog. Die grundlegende Schwierigkeit mit dem Transferabkommen (oder sogar mit der Idee eines solchen Abkommens) war, daß die Engländer eine Zahlung von 1.000 Pfund Sterling verlangten, die jeder Einwanderer bei der Ankunft in Haifa oder anderen Orten als Voraussetzung zur Einwanderung begleichen sollte. Die Schwierigkeit war, daß es nahezu unmöglich war, in einem bargeldarmen und radikal inflationären Deutschland eine solche harte Währung aufzutreiben. Dies war die hauptsächliche Idee hinter dem schließlichen Transferabkommen. Laqueur scheibt:

    Eine große deutsche Bank fror Gelder, die von Auswanderern eingezahlt wurden, in blockierten Konten für deutsche Exporteure ein, während eine Bank in Palästina den Verkauf von deutschen Gütern nach Palästina kontrollierte und so die Einwanderer mit den notwendigen Auslandsgeldern vor Ort versah. Sam Cohen, Miteigentümer der Hanoaiah Ltd. und Urheber des Transferabkommens, wurde jedoch lange andauernden Einwänden seiner eigenen Leute unterworfen und mußte schließlich zugeben, daß ein solches Transferabkommen nur auf einer höheren Ebene abgewickelt werden konnte, mit einer eigenen Bank anstatt einer Privatgesellschaft. Die berühmte Anglo-Palästina Bank in London wurde in dieses Abkommen einbezogen und schuf eine Treuhandgesellschaft zu [diesem] Zweck.

Dies ist natürlich von größter historischer Wichtigkeit, wenn man sich mit dem Verhältnis zwischen Zionismus und Nationalsozialismus im Deutschland der 1930er Jahre befaßt. Das Verhältnis beruhte nicht nur auf gegenseitigen Interessen und politischer Günstlingswirtschaft von Seiten Hitlers, sondern auch auf einem engen finanziellen Verhältnis zwischen deutschen Bankiersfamilien und finanziellen Institutionen. Black schreibt:

    Es war eine Sache für die Zionisten, den anti-Nazi Boykott zu untergraben. Der Zionismus mußte das Kapital der deutschen Juden ausführen und Handelsgüter waren das einzige verfügbare Mittel dafür. Aber bald verstanden die zionistischen Führer, daß der Erfolg der zukünftigen palästinensischen Wirtschaft unentwirrbar mit dem Überleben der Nazi-Wirtschaft verbunden war. Aus diesem Grund sah sich die zionistische Führung genötigt, noch weiterzugehen. Die deutsche Wirtschaft mußte geschützt, stabilisiert und wenn nötig, verstärkt werden. Deshalb hatten die Nazipartei und die zionistische Organisation ein gemeinsames Interesse an der Gesundung Deutschlands.

Man kann deshalb einen radikalen Riß im Weltjudentum um 1933 und danach erkennen. Da gab es einmal die nichtzionistischen Juden (besonders der jüdische Weltkongreß, der 1933 gegründet wurde), der einerseits den Boykott und die schließliche Zerstörung Deutschlands verlangte. Black erwähnt besonders, daß viele dieser Leute nicht nur aus New York und Amsterdam kamen, sondern daß eine Hauptquelle für [dieses Verlangen] aus Palästina selbst kam.

Andererseits kann man die kluge Ausnützung solcher Gefühle durch die Zionisten sehen, um das schließliche Wiederansiedeln in Palästina zu fördern. Mit anderen Worten kann gesagt werden (und Black weist darauf tatsächlich hin), daß der Zionismus glaubte, daß die Kapitalflucht für das Funktionieren einer neuen Wirtschaft nötig sein würde, da die Juden in die Levante ziehen würden.

Das Ergebnis war das Verständnis, daß sich der Zionismus mit dem Nationalsozialismus verbünden müsse, damit die deutsche Regierung nicht den Fluß jüdischen Kapitals aus dem Land verhindern würde.

Es diente den zionistischen Interessen zu jener Zeit, daß die Juden lautstark waren in ihrer Anprangerung der deutschen Praktiken gegen die Juden, um sie in die Levante zu scheuchen, aber andererseits weist Laqueur darauf hin, daß "Die Zionisten daran interessiert waren, die deutsche Wirtschaft oder Währung nicht zu gefährden." Anders gesagt, war die zionistische Führung der jüdischen Diaspora eine von Ausflüchten und Heimtücke, und nur das Aufkommen der deutschen Feindschaft gegen die Judenschaft war es, die die Juden der Welt davon überzeugte, daß Einwanderung die einzige Lösung war.

Die Tatsache ist, daß die letztendliche Gründung des Staates Israel auf Betrug beruhte. Im Jahre 1933 vertraten die Zionisten nicht mehr als eine kleine Minderheit der deutschen Juden.

Andererseits wünschten die zionistischen Väter Israels laute Anprangerungen der deutschen "Grausamkeiten" vor den Juden der Welt, während sie zur gleichen Zeit Mäßigung verlangten, sodaß die nationalsozialistische Regierung stabil blieb, sowohl finanziell als auch politisch. Aus diesem Grund boykottierte der Zionismus den Boykott.

Im Grunde genommen, war die nationalsozialistische Regierung das Beste, das dem Zionismus in seiner Geschichte passierte, denn sie "bewies" vielen Juden, daß die Europäer unverbesserlich antjüdisch waren und daß Palästina die einzige Antwort war: der Zionismus kam nur durch Betrügerei und der Zusammenarbeit mit Adolf Hitler dazu, die überwältigende Mehrheit der Juden zu repräsentieren.

Es war notwendig für die Zionisten, sowohl die deutsche Politik gegenüber den Juden anzuprangern (um die Juden zu verängstigen) als auch die deutsche Wirtschaft wiederzubeleben (um die schließliche Niederlassung zu ermöglichen). Ironischerweise beklagen sich die zionistischen Führer Israels heute bitter über das entsetzliche und unmenschliche Regime der Nationalsozialisten. Der Schwindel geht also weiter.



Teil 6 - Widerstand gegen die Haavara: auf jüdischer Seite

Trotz der für die Juden und für Palästina durchaus positiven Seite des Haavara-Abkommens war der Widerstand dagegen auf jüdischer Seite erheblich. Das Hickhack hinter den Linien beschreibt ausführlich Edwin Black in seinem Buch The Transfer Agreement 29 Die Tatsache, daß es zwischen dem Dritten Reich und der zionistischen Organisation ein Abkommen zum Vorteil Israels gegeben hat, scheint ihm unbegreiflich und unentschuldbar und er klagte die betroffenen jüdischen Stellen der "Nazi-Mittäterschaft" an. Das ist um so weniger verständlich, als er überzeugt ist, daß alle in Deutschland zurückgebliebenen Juden dem Holocaust zum Opfer fielen.

Jüdische Organisationen in aller Welt beklagten den Bruch des Boykotts gegen Deutschland durch die eigenen Leute. Der Vorteil für die aus Deutschland auswandernden Juden galt ihnen nichts im Vergleich zum Verrat der allgemein-jüdischen Interessen.

Aber auch in Palästina selbst gab es Schwierigkeiten. Die Monopolstellung der Haavara bei der Einfuhr deutscher Waren erregte den Neid palästinensischer Kaufleute, die ihre eigenen Aktivitäten gefährdet sahen. Vor allem die junge jüdische Industrie in Palästina, die den Absatz eigener Waren erstrebte, meuterte gegen die Einfuhr besserer und billigerer Artikel aus Deutschland. Die Haavara mußte schließlich den Forderungen jüdischer Unternehmer nachgeben und verhängte einen Einfuhrstop für bestimmte Waren. Sie garantierte dadurch den "Tozeret-Haarez"-Schutz (Schutz für einheimische Produkte). Gerissene Unternehmer lavierten geschickt zwischen den unterschiedlichen Möglichkeiten und nutzten sie zu ihrem Vorteil aus. Es kam vor, daß sich ein Unternehmen zunächst seinen Maschinenpark durch die Haavara beschaffte und anschließend für die damit erzeugten Waren den "Tozeret-Haarez"-Schutz in Anspruch nahm. Dadurch verringerte sich der Warenbedarf im Land und die Transfermöglichkeiten auf den Haavara-Konten lagernder Gelder. 30

Die Jüdische Rundschau beklagte einmal dieses wenig Solidarität mit den deutschen Juden zeigende Verhalten:

"Bei der Palästinawanderung von Juden aus Deutschland und auch bei der Überweisung der Gelder für die jüdischen Fonds spielt die Frage des Transfers eine finanztechnisch wichtige Rolle. Ohne Kapitaltransfer ist eine Auswanderung großen Stils unmöglich. ( ... ) Wenn es trotzdem immer wieder in der palästinensischen Öffentlichkeit zu Diskussionen über diese Sache kommt, so dürfte dies teilweise der Unkenntnis der wirklichen Zusammenhänge, teilweise der Einwirkung von Interessenten zuzuschreiben sein, die aus wirtschaftlichen oder anderen Gründen die Konkurrenz der Haavara gerne ausschalten möchten." (12.11.1935.)


Teil 7 - Widerstand gegen die Haavara: auf deutscher Seite

Das Haavara-Abkommen fand auch bei deutschen Stellen nicht ungeteilten Beifall. Tatsächlich bedeutete es ja nicht nur eine erhebliche Belastung für den deutschen Devisenhaushalt, sondern brachte uns auch politische Nachteile ein. Der deutsche Generalkonsul in Jerusalem, Hans Döhle, betonte in einer Studie vom 22. März 1937, daß die deutsche Regierung durch das Haavara-Abkommen "all die Gesichtspunkte, welche in anderen Ländern für die Wahrung des deutschen Interesses maßgebend sind, zurückgestellt" hat, hinter der "Förderung der jüdischen Auswanderung aus Deutschland und der Seßhaftmachung der ausgewanderten Juden in Palästina". Die Stärkung der jüdischen Wirtschaft, die wir "durch die Erleichterung der Verpflanzungsmöglichkeit deutsch-jüdischer Industrieunternehmungen nach Palästina erst ermöglicht haben", muß sich auf dem Weltmarkt gegen uns auswirken. Döhle betonte, "die Gegnerschaft der palästinensischen Juden dem Deutschtum gegenüber tritt bei jeder Gelegenheit in Erscheinung." 31

Großbritannien fühlte sich durch die deutsche Wareneinfuhr in sein Mandatsgebiet benachteiligt und startete in seiner Presse Angriffe gegen Deutschland. Nach der Studie Döhles sah die Negativbilanz des Haavara-Abkommen wie folgt aus:

  • 1. Devisenverlust durch Warenausfuhr ohne Devisenerlös.
  • 2. Durch Aufbau der jüdischen Wirtschaft Stärkung des antideutschen jüdischen Einflusses in Palästina.
  • 3. Lenkung der deutschen Einfuhr nach Palästina durch die Jewish Agency ohne Berücksichtigung der deutschen Verkaufsinteressen.
  • 4. Verärgerung der im Lande ansässigen arabischen und deutschen Kaufleute, die nur noch über die Jewish Agency mit Deutschland Geschäfte abschließen können.
  • 5. Verärgerung der britischen Mandatsmacht, die ihre Vorrangstellung durch die deutschen Konkurrenten gefährdet sieht.

Die Skepsis Döhles war nicht unberechtigt, wenn man bedenkt, daß er vor Ort täglich antideutsche Ausfälle erleben mußte und sich gleichzeitig bewußt war, wieviel das Land den deutschen Einwanderern verdankte. Palästina glich einem Tier, das die Hand beißt, die es füttert. Die feindselige Einstellung der Juden Palästinas gegen Deutschland äußerte sich auf vielen Ebenen. So wurde z.B. in einem Purim-Umzug 32 Deutschland als giftgrüner, mit Hakenkreuzen übersäter, feuerspeiender Drache dargestellt und ein Schild forderte den "Tozeret-Haarez"-Schutz und den Boykott gegen deutsche Waren. 33

Trotz all dieser Bedenken entschied Adolf Hitler wiederholt, daß die Auswanderung der Juden mit allen Mitteln zu fördern sei und eine Aufhebung des Haavara-Abkommens nicht in Frage käme.

Der Vermögenstransfer über die Haavara war auch noch nach Kriegsausbruch, durch Einschaltung neutraler Länder, möglich. Erst im Dezember 1941, als die USA in den Krieg eintraten, brachen die Verbindungen ab.

Die Abwicklung der Haavara in Deutschland lag in den Händen der beiden jüdischen Banken Warburg in Hamburg und Wassermann in Berlin. Bei Kriegsende befanden sich noch Beträge der Haavara auf den Konten. Sie waren von der deutschen Regierung als Feindvermögen sichergestellt worden und wurden den Eigentümern nach 1945 in voller Höhe zurückgezahlt. 34


Teil 8 - Auswanderung und die SS

Von den deutschen Stellen war es - neben dem Reichswirtschaftsministerium - paradoxerweise 35ausgerechnet die SS und ihre Einrichtungen, die die jüdische Auswanderung unterstützten und förderten.

Die SS hatte sich von Anfang an darum bemüht, Einfluß auf die deutsche Judenpolitik zu nehmen. Sie empfahl die Förderung der jüdischen Massenauswanderung, warnte aber gleichzeitig davor, Druck auf diejenigen Juden auszuüben, die sich in erster Linie als deutsch, und dann erst als jüdisch empfanden. Man müsse erst einmal ein jüdisches Bewußtsein und jüdisches Selbstverständnis (durch AntiSemitismus?) in ihnen wecken. Das sollte durch die Förderung jüdischer, kultureller Einrichtungen geschehen. Erst ein sich seiner Identität bewußt gewordener Jude würde auch bereit sein, Deutschland zu verlassen und in ein zukünftiges jüdisches Heimatland auszuwandern. 36

Unter diesen Auspizien standen alle Förderungs- und Schutzmaßnahmen, die SS und Gestapo jüdischen Einrichtungen zuteil werden ließen. So seltsam es sich anhört, aber die Gestapo war damals die Adresse, an die sich viele Juden wandten, wenn ihnen von einer anderen deutschen Behörde eine Benachteiligung ins Haus stand oder sie sonst Hilfe brauchten. Als z.B. im Verlauf der sogenannten Kristallnacht, im November 1938, auch das jüdische Auswanderungsbüro in der Berliner Meinekestraße beschädigt wurde, war es die SS, die Mannschaften zum Aufräumen schickte und alles daransetzte, das Büro so schnell wie möglich wieder arbeitsfähig zu machen. 37

Eine Art Propagandaschrift für die Auswanderung nach Palästina hatte schon 1934 Leopold Edler von Mildenstein, der spätere Judenreferent der SS, verfaßt. Mildenstein fuhr 1934 nach Palästina und blieb ein halbes Jahr dort. Sein Reisebericht unter dem Titel "Ein Nazi fährt nach Palästina" erschien in mehreren Folgen in der Goebbels-Zeitschrift Der Angriff (26. Sept. - 9. Okt. 1934).


Der Bericht ist sehr lebendig und anschaulich geschrieben und gibt ein interessantes Bild der Zustände im englischen Mandatsgebiet und der politischen Strömungen in Palästina Anfang der dreißiger Jahre. Er ist noch heute lesenswert. Als Verfassername benutzte Mildenstein das Pseudonym "Lim", die ersten drei Buchstaben seines Namens, auf hebräische Art von rechts nach links (vgl. Nietzsche und die kabbalistisch-satanische UMWERTUNG ALLER WERTE ) gelesen.

SS und Gestapo beteiligten sich an der Einrichtung und Finanzierung von Umschulungslagern, die inzwischen in ganz Deutschland von der Zionistischen Organisation angelegt worden waren. Hier sollten vor allem junge Juden landwirtschaftliche und handwerkliche Berufe erlernen und auf das völlig andere Leben in Palästina vorbereitet werden. Teilweise stellte die SS sogar Grund und Boden für die Errichtung solcher Lager zur Verfügung. Nicosia bringt in seinem Buch "Third Reich" eine Karte mit dem Stand vom August 1936, auf der 40 solcher Einrichtungen verzeichnet sind, die sich über das ganze Reich erstrecken, vom äußersten Norden (Flensburg bzw. Gut Lobitten, Krs. Königsberg/Ostpr.) bis in den Süden, nahe der Schweizer Grenze (Gut Winkelhof). 38


Auch in Österreich, der damaligen Ostmark, wurden nach dem staatlichen Anschluß solche Umschulungslager eingerichtet. Adolf Eichmann, der Leiter des Wiener "Hauptamtes für jüdische Auswanderung", setzte sich persönlich dafür ein. Er hat auch später die illegale Auswanderung zusammen mit dem Mossad (s. weiter unten) tatkräftig gefördert. Gelegentlich eskortierten SS-Einheiten jüdische Auswanderergruppen über die Grenze und sorgten dafür, daß sie ungehindert passieren konnten. Hannah Arendt war der Meinung, daß seine Bemerkung vor dem Jerusalemer Tribunal, im Jahr 1960, er habe Hunderttausende von jüdischen Leben gerettet, durchaus den Tatsachen entsprach, wenn sie auch im Gerichtssaal mit Hohngelächter quittiert worden sei. 39


Teil 9 - Das Rublee-Wohlthat-Abkommen

Die Haavara bezog sich ausschließlich auf die Auswanderung nach Palästina. Die zweite staatliche Regelung, das Rublee-Wohlthat-Abkommen, betraf die Auswanderung in andere Länder und damit die Mehrzahl der auswandernden Juden. Ähnlich wie in Palästina wurde auch in anderen Ländern der Nachweis der finanziellen Unabhängigkeit verlangt, was für Deutschland erhebliche Probleme mit sich brachte. Denn die Deutsche Reichbank war dadurch gezwungen, große Mengen der an sich schon knappen Devisenbestände für die Auswanderung zur Verfügung zu stellen. Viele Länder verhängten darüberhinaus Einwanderungsstops für Juden.

Dieses Problem war das Thema einer internationalen Flüchtlingskonferenz, die im Sommer 1938 im französischen Kurort Evian-les-Bains am Genfer See tagte. Vertreter von 32 Staaten trafen sich vom 6. bis 15. Juli im Hotel Royal zu gemeinsamen Besprechungen über Hilfsmöglichkeiten für die deutschen Juden. Alle Teilnehmer der Konferenz waren sich einig: Sie verurteilten den in Deutschland herrschenden Antisemitismus, sie waren voll Mitgefühl für die armen Juden, die aus ihrer Heimat vertrieben wurden, sie stimmten Resolutionen zu, daß es unbedingt notwendig sei, Orte zu finden, an denen die Juden unterkommen konnten - aber jeder einzelne Redner betonte, daß gerade sein Land leider nicht in der Lage sei, ihnen durch Aufnahme einer größeren Anzahl von Einwanderern zu helfen.

Das einzige Ergebnis der Konferenz war schließlich die Einrichtung eines "Zwischenstaatlichen Komitees", das sich in London etablierte. Sein Präsident wurde der Washingtoner Rechtsanwalt George Rublee.

Rublee versuchte von Anfang an, mit der deutschen Regierung in Kontakt zu kommen. Diese Bemühungen, die der deutsche Botschafter in London, Herbert von Dirksen und der Leiter der politischen Abteilung des Auswärtigen Amtes, Ernst Woermann, unterstützten, wurden monatelang von dem damaligen Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Ernst von Weizsäcker, dem Vater des letzten deutschen Bundespräsidenten, erfolgreich torpediert. Es gibt dazu ausführliche Aufzeichnungen in den deutschen Aktenbeständen.

Ernst von Weizsaecker

Ernst von Weizsäcker – Wikipedia

Weizsäcker ließ Rublee sagen, daß er sich keinerlei Hoffnungen auf eine irgendwie geartete Mitarbeit der deutschen Seite zu machen brauche. Er wies wiederholt die Versuche anderer Diplomaten zurück, die Rublee mit deutschen Behörden in Verbindung bringen wolten. Er verbot sogar der deutschen Botschaft in London, auf die Kontaktversuche Rublees irgendwie zu reagieren, oder sie auch nur Berlin gegenüber zu erwähnen. Er erkundigte sich beim britischen Geschäftsträger in Berlin, ob Rublee überhaupt Arier sei. Als Rublee von sich aus nach Berlin fahren wollte, wies Weizsäcker dieses Angebot schroff zurück, weil das, nach seiner Meinung, keinen Wert habe. 40

Schließlich erfuhr Hitler auf Umwegen von den Eigenmächtigkeiten Weizsäckers und bestellte kurzerhand Reichsbankpräsident von Schacht zu sich. Er beauftragte ihn, einen Finanzierungsplan auszuarbeiten, der die Auswanderung der noch in Deutschland lebenden Juden ermögliche. Schacht entwarf einen Vorschlag, und Hitler sandte ihn damit Mitte Dezember 1938 nach London zu Gesprächen mit Rublee und anderen Persönlichkeiten.

Nach dem Krieg hat Schacht das so dargestellt, als seien der Plan und die Englandreise seine Ideen gewesen, die er Hitler hätte mühsam einreden müssen. Die Dokumente der damaligen Zeit beweisen das Gegenteil. Nach seiner Rückkehr aus London war in der BerlinerBZ vom 19. Dezember 1938 eine von ihm initiierte Notiz erschienen: "Schachts Gespräche in London, der Zweck der Reise". Das Auswärtige Amt reagierte darauf sauer und Weizsäcker bekam den Auftrag, Schacht zur Rede zu stellen. Das geschah in einem Telefongespräch vom 20. Dezember 1938, über das Weizsäcker eine Notiz anfertigte. 41 Darin heißt es, Weizsäcker habe Schacht gefragt, ob ein Auftrag des Führers vorgelegen, oder ob er, Schacht, die Zeitungsmeldung veranlaßt habe.

"Präsident Schacht gab unumwunden zu, daß der Artikel von ihm stamme. Es handle sich um einen Auftrag des Führers, den er, der Präsident, in dem ihm gesteckten Rahmen in London ausgeführt habe. Der Führer wünsche von ihm Berichterstattung nach Rückkehr. Er, Schacht, habe sich daher jetzt beim Führer zum Vortrag gemeldet, hoffe diesen in ein bis zwei Tagen erstatten zu können und werde danach umgehend sich auch bei dem Herrn Reichsminister (Ribbentrop) zur Berichterstattung einfinden. Ehe er dem Führer Meldung gemacht habe, möchte er sich in dieser Sache nicht weiter äußern."

Schachts späte Erinnerungen an diese Phase seiner Tätigkeit wurden offensichtlich von den historischen Ereignissen beeinflußt und getrübt. Er hat verschiedenes völlig anders dargestellt, als es die Dokumente belegen.

Jedenfalls wurde 1938 der Schacht-Plan vom Zwischenstaatlichen Komitee als Diskussionsbasis angenommen. Im Januar darauf wurde Rublee, unter Umgehung des Auswärtigen Amtes, nach Berlin eingeladen. Er verhandelte dort zunächst mit Schacht, dann mit Görings Ministerialdirektor Helmut Wohlthat. Innerhalb von vier Wochen kam es zum Abschluß des Rublee-Wohlthat-Abkommens.

Die Grundidee dieses Abkommens war: Ein international überwachter Treuhandfonds sollte gegründet werden, dem 25% des sich in Deutschland befindlichen jüdischen Vermögens zugeführt würde. Ausländische Kreditgeber sollten ihrerseits Auswanderungshilfen leisten, (oder Zinsprofite kassieren?) die die Reichsregierung (also die Deutschen als Volk) mit 20 Jahresraten in ausländischer Valuta zurückzahlen würde. So sollte jeder Auswanderer außer dem notwendigen "Vorzeigegeld" ein Mindestkapital zur Errichtung einer Existenz erhalten. Zur Auswanderung sollten zunächst 150.000 arbeitsfähige Juden kommen, deren Angehörige später folgen sollten. Rublee bzw. das Zwischenstaatliche Komitee wollten sich um Länder bemühen, in die die Juden einwandern könnten. Alle über 45 Jahre alten Juden sollten in Deutschland bleiben können und von Diskriminierungen verschont werden. Wohn- und Arbeitsbeschränkungen für diese Juden sollten aufgehoben werden.

Der Text des Memorandums über die zwischen Rublee und Wohlthat getroffenen Vereinbarungen galt offiziell als Vertrag. Dieses Memorandum hatte Rublee nach seiner Rückkehr nach London (von Rothschilds?) verfaßt und an Wohlthat geschickt. Weizsäcker weigerte sich jedoch, das Abkommen zu paraphieren, 42 weil das Auswärtige Amt in die Verhandlungen nicht eingeschaltet worden war - was er ja selbst verhindert hatte.

Daraufhin legte Hermann Göring den Text Adolf Hitler vor, der dem Abkommen (als britischer Agent) ausdrücklich zustimmte. Rublee seinerseits unterbreitete den Text einer internationalen Kommission, die aus den Regierungsvertretern von 30 Staaten bestand. Rublee wurde von dieser Kommission beauftragt, Wohlthat mitzuteilen, daß diese Länder das zwischen ihnen getroffene Abkommen mit Interesse zur Kenntnis genommen hätten, und daß sie alles tun würden, um die Auswanderung der Juden aus Deutschland aufgrund dieses Abkommens weitgehend zu fördern. - In der Praxis sah das mit der Förderung dann freilich anders aus, aber das lag nicht an den von deutscher Seite initiierten Vereinbarungen.

Nach erfolgreichem Abschluß der Verhandlungen legte der 72jährige Rublee sein Amt als Direktor des Zwischenstaatlichen Komitees aus Altersgründen nieder.

In England wurde eine Finanzierungsgesellschaft mit einem Startkapital von 1 Million Dollar gegründet. In den Vereinigten Staaten verpflichteten sich jüdische Bankiers (die vom Anfang an hinter den Kulissen die Fäden gezogen haben?), die genügenden Mittel aufzubringen, um die Durchführung jedes einzelnen Siedlungsprojektes zu garantieren. Der neue Direktor des (wessen) Zwischenstaatlichen Komitees, Sir Herbert Emerson, war überzeugt, daß die Auswanderung der Juden gesichert sei und in drei bis fünf Jahren abgeschlossen werden könne. 43


Im Januar 1939 wurde in Berlin die "Reichszentrale für die Auswanderung der Juden" gegründet. Ihre Arbeit basierte auf dem Rublee-Wohlthat-Abkommen. Sie arbeitete eng mit der jüdischen "Reichsvereinigung der Juden" zusammen, um die Abwicklung der Auswanderung zu vereinfachen. Die Arbeit lief zuerst nur langsam an, weil sich die meisten Länder weigerten, jüdische Einwanderer aufzunehmen. Aber durch das Rublee-Wohlthat-Abkommen war wenigstens die finanzielle Barriere beseitigt worden. Rublee sagte später über diese Zeit:

"Die Deutschen erfüllten alle ihre Verpflichtungen (...) In den Monaten zwischen meiner Abreise aus Deutschland und dem Ausbruch des Krieges kam es kaum noch, wenn überhaupt, zu (durch Zionisten organisierte?) Judenverfolgungen in Deutschland. Einige reisten aus, und die übrigen hatten es in Deutschland leichter. Ich erhielt eine ganze Anzahl von Briefen aus Deutschland, in denen (...) mir (Juden) (...) ihren Dank für das, was ich für sie getan hatte, zum Ausdruck brachten." 44

Mit Kriegsbeginn wurden allerdings die Aussichten für die Auswanderer, ein Zielland zu finden, immer geringer. Zudem sperrte die englische Blockade den bis dahin benutzten Seeweg. Palästina wurde von England durch verschärfte Einwanderungsbedingungen ebenfalls so gut wie geschlossen (weil die geplante Anzahl "arbeitsfähiger ausgebildeter" Juden zum Aufbau Israels erreicht war?).

Die Auswandererrouten führten ab dann vor allem auf Landwegen, z.B. über Griechenland und die Türkei. Das Jüdische Nachrichtenblatt veröffentlichte in seinen Ausgaben vom 18. und 21.6.1940 eine abenteuerliche Route "über Yokohama nach Amerika". Eine Landkarte zeigte die neuen Reisewege: Berlin - Warschau - Moskau - Tschita - Schanghai - Yokohama - San Francisco/Los Angeles. Ab hier entweder in östlicher Richtung nach Chicago - New York oder nach Süden: Mexiko - Panama - Santiago de Chile. Die deutsche Regierung bot Auswanderern mit gültigem Visum einen Weg über das besetzte Frankreich nach Spanien und Portugal an, von wo aus sie dann Schiffe in ihr Zielland nehmen könnten (Jüdisches Nachrichtenblatt, 10.12.1940).

Daß die Auswanderung auch nach Kriegsbeginn, wenn auch in geringerem Umfang, weiterging, lag erstens an den internationalen Verbindungen der Juden, die in zahlreichen Einzelfällen mit Phantasie und Einfallsreichtum genutzt werden konnten, zweitens an der fördernden Hilfe deutscher Dienststellen und schließlich drittens an einer Einrichtung, die später für eine ganz andere Aufgabe eingesetzt werden sollte, dem "Mossad le Aliyah Bet".



Teil 10 - Der Mossad le Aliyah Bet und die illegale Einwanderung

"Mossad le Aliyah Bet'' heißt wörtlich: "Büro für die zweite Einwanderung". Damit war die illegale Einwanderung nach Palästina gemeint. Aus diesem Büro entwickelte sich später der israelische Geheimdienst "Mossad". Dieses Büro war schon 1937 von Juden aus Palästina in Paris gegründet worden. Die Notwendigkeit dafür ergab sich aus der britischen Palästina-Politik. Die Engländer gaben nur eine beschränkte Anzahl von Einwanderungs-Zertifikaten aus, jedenfalls viel weniger, als Juden nach Palästina einwandern wollten.

Die Einwanderer wurden, entsprechend ihrem Vermögen, Beruf und Stand, in bestimmte Kategorien eingeteilt und die Zertifikate wurden auf diese Kategorien, je nach Wünschbarkeit der Einwanderung, verteilt. Wenn man also das Pech hatte, einer Kategorie anzugehören, die die Mandatsmacht als nicht notwendig erachtete, konnte man mit keinem Visum rechnen.

In den Jahren von 1932 bis 1945 waren folgende Einwanderungskategorien in Geltung:

Kategorie A. Personen mit eigenem Vermögen


  • A1: Kapitalisten mit Eigenkapital von LP (Palästina-Pfund) 1000.
  • A2: Angehörige freier Berufe mit LP 500, soweit die wirtschaftliche Lage nach Ansicht der Einwanderungsbehörde die Einwanderung rechtfertigt.
  • A3: Handwerker mit mindestens 250 LP.
  • A4 Rentenempfänger mit Mindestrente von LP 4 monatlich. 45
  • A5: Personen, die einen "seltenen", im Lande wenig vertretenen Beruf ausüben, mit Kapital von mindestens LP 500.

Kategorie B: Personen mit gesichertem Lebensunterhalt

  • B1: Waisenkinder unter 16 Jahren, deren Lebensunterhalt durch öffentliche Institutionen gesichert ist.
  • B2: Personen religiöser Berufe.
  • B3: Studenten und Schüler, deren Lebensunterhalt bis zur Berufsausübung gesichert ist.

Kategorie C:

  • ArbeiterzertifikateFür Arbeiter zwischen 18 und 35 Jahren. Die Zahl dieser Zertifikate wurde zweimal jährlich von der Palästina-Regierung bestimmt.

Kategorie D

  • Ehefrauen, Kindern und Eltern von in Palästina lebenden Juden vorbehalten, sofern diese nachweisen konnten, daß sie für den Lebensunterhalt ihrer Angehörigen sorgen können.

Dann gab es noch die Kategorie "Jugendalija" für Jugendliche zwischen 15 und 17 Jahren. 46

Man kann verstehen, daß jüdische Führer vom Zorn übermannt wurden bei einer solchen Katalogisierung jüdischer Bürger nach Nützlichkeitsstandpunkten (nützlich für wen? Für die "jüdischen" Bürger?). Zumal das Mandat über Palästina vom 24. Juli 1922 von England forderte, die jüdische Einwanderung - unter Wahrung der Rechte anderer Volksgruppen im Land - weitgehend zu erleichtern und zu unterstützen. Sie suchten daher von Anfang an nach Wegen, diese Bestimmungen zu umgehen, und Judentransporte nach Palästina auf - nach britischem Verständnis (das Wort "britisch" ist "hebräisch", es steht für "Bund", "Vertrag".. was ist also "britisches Verständnis"? Wer repräsentiert"britisches Verständnis"? Hitlers jüdische Banker? Rothschilds? Warburgs?) - illegalen Wegen zu organisieren.

Am 17. Mai 1939 veröffentlichten die Briten ein neues Weißbuch, mit dem die Einwanderungsbestimmungen wieder einmal verschärft wurden.

Die Mitarbeiter des Mossad richteten (angeführt und unterstützt von den Rabbis der jüdischen Gemeinden?) also ab 1937 in allen Ländern Europas ihre Büros ein und nahmen auch sofort Kontakt mit Berliner Dienststellen auf, vor allem mit der SS und der Gestapo. Von da ab begann eine lebhafte Zusammenarbeit zwischen Gestapo und Mossad.

Entsprechend ihrer Grundeinstellung zur jüdischen Auswanderung waren SS und Gestapo den Mossad-Agenten vielfältig behilflich. Im Dezember 1938 hatte (der jüdische) Himmler angeordnet, daß jüdische Häftlinge aus den Konzentrationslagern entlassen werden sollten, wenn sie ihre Auswanderung vorbereiten wollen. 47 Darüber hinaus wurde Mossad-Agenten erlaubt, in die Lager zu gehen und dort Juden anzuwerben, die bereit waren, auf illegalen Auswandererschiffen nach Palästina zu gehen. Ihrer Entlassung stand dann nichts im Wege. Kimche schreibt:

"Weil er (Pino, der Beauftragte des Mossad) der Gestapo eine Garantie dafür gab, daß er für ihre sofortige Auswanderung sorgen würde, war Pino in der Lage, eine große Anzahl junger Juden aus den Konzentrationslagern zu erlösen. Eine von ihm unterschriebene Bescheinigung reichte aus, ihre Freigabe zu erwirken." 48

Da die Palästinaroute inoffiziell war, benötigten die Auswanderer Visa von anderen Ländern, z.B. bei Kontrollen in Häfen, die unterwegs angelaufen werden mußten. Die Gestapo setzte sich dafür ebenso ein, wie für die Charterung geeigneter Schiffe, deren Kosten sie teilweise sogar übernahm. Im Jahr 1939 fuhren zahlreiche Schiffe von Europa nach Palästina und brachten Tausende von Einwanderern illegal ins Land. 49

Auch mit Kriegsausbruch hörte die Zusammenarbeit zwischen Mossad und Gestapo nicht auf, sondern wurde eher noch forciert. Aber die Auswanderungspapiere wurden oft auf andere Länder ausgestellt und den Auswanderern wurde eingeschärft, daß sie über das wirkliche Ziel nichts erzählen dürften. Ohne die Mithilfe von SS und Gestapo und ohne stillschweigende Duldung deutscher Behörden wäre die Arbeit des Mossad nicht möglich gewesen.

Noch vor Kriegsbeginn, im Sommer 1939, hatte man geplant, auf einen Schlag zehntausend Juden von deutschen Häfen aus nach Palästina zu verschiffen. Aber noch ehe die Schiffe auslaufen konnten, brach der Krieg aus und die Engländer sperrten den Kanal.

Irgun


Teil 11 - Vorschläge der "Irgun"

Dieser Plan wurde zwei Jahre später, im Sommer 1941, noch einmal von Abraham Stern, damals einer der Führer der "Irgun", der jüdischen antibritischen Widerstands- und Freiheitsorganisation, 50 aufgegriffen. Er sagte den Deutschen Hilfe im Kampf gegen England zu und schlug als Gegenleistung vor, die Ausschiffung der zehntausend Juden aus Deutschland jetzt, mitten im Krieg, durchzuführen. 51 Er war der Meinung, die deutschen Schiffe seien in der Lage, die englische Blockade zu durchbrechen und die Juden nach Palästina zu bringen. Und wenn sie erst einmal dort seien, könnten die Engländer sie nicht mehr zurückbringen.

Ob dieser Vorschlag jemals an die richtige Adresse gelangte, ist fraglich, da die von Stern ausgesandten Unterhändler später in Syrien gefangengenommen wurden. Jedenfalls mußte Berlin es für aussichtslos halten, die Seeblockade brechen zu wollen. Ein Konvoi von Schiffen mit Zivilisten, vor allem auch Frauen und Kindern, hätte kaum Chancen gehabt, unverletzt Palästina zu erreichen. Dafür hätte die deutsche Regierung nicht die Verantwortung übernehmen können.

Dies war bereits der zweite Kontaktversuch, den Stern unternahm. Ein halbes Jahr vorher, im Januar 1941, hatte die "Irgun" schon einmal versucht, mit der deutschen Regierung Kontakt aufzunehmen. 52

In einem Schreiben unterbreitete sie ihr den Vorschlag, auf deutscher Seite gegen England zu kämpfen, und zwar sowohl in Palästina, durch Sabotage und Agententätigkeit, als auch im Ausland. Als Gegenleistung verlangte sie die "Anerkennung der (...) nationalen Aspirationen der Israelitischen Freiheitsbewegung seitens der Deutschen Reichsregierung" und die Aufstellung einer jüdischen Brigade ("militärische Ausbildung und Organisation der jüdischen Manneskraft Europas, unter Leitung und Führung der N.M.O., in militärischen Einheiten und deren Teilnahme an Kampfhandlungen zum Zwecke der Eroberung Palästinas, falls eine entsprechende Front sich bilden sollte"). (Kompletter Text dieses historischen Dokuments im Anhang.)

Dieser Brief wurde offensichtlich zur gleichen Zeit abgesandt, als zwei von Stern ausgesandte Agenten sich bei Werner Otto von Hentig in Beirut einfanden. Hentig war Gesandtschaftsrat im Auswärtigen Amt und befand sich Anfang 1941 auf einer Dienstreise in dem damaligen französischen Mandatsgebiet. Das Gespräch muß einen ähnlichen Inhalt wie der Brief gehabt haben, denn Hentig schreibt darüber:

In Beirut nahm ich (...) (im) 'Hotel Monopol' Quartier. (...) Die merkwürdigste Delegation kam aus Palästina selbst. Der Führer, ein vorzüglich aussehender jüngerer Offizierstyp, erbot sich, mit den Nationalsozialisten gegen die eigenen Leute, vor allem die orthodoxen Zionisten, zusammenzuarbeiten, wenn ihnen Hitler die Eigenstaatlichkeit eines jüdischen Palästina gewährleiste." 53

"Der jüdischen Delegation aber hatte ich auf ihr Bündnisangebot nur sagen können, daß die von ihr gestellte Bedingung ganz bestimmt niemals, mit Rücksicht auf unsere arabischen Freunde und unsere allgemeinen Grundsätze, angenommen werden könne." 54

Der Brief der "Irgun", der in deutscher Sprache abgefaßt war, ist sicher nach Berlin gelangt, 55aber ob eine deutsche Reaktion darauf erfolgt ist, läßt sich aus den Akten nicht ersehen.


Teil 12 - Schluß

Die illegale Einwanderung nach Palästina ging auch noch nach Kriegsende bis zur Staatsgründung Israels weiter, da die Briten die Grenzen Palästinas für Juden weiterhin gesperrt hielten. Insgesamt konnten im Verlauf von zehn Jahren, also von 1938 bis 1948, weit über hunderttausend Juden illegal nach Palästina einwandern. 56

Die Gesamtzahl aller Juden, die Deutschland (und Österreich) nach 1933 verließen, ist statistisch nicht festzustellen, da weder bei den Auswanderungsstellen noch bei den Einwanderungsbehörden Zählungen erfolgten. Schätzungen belaufen sich auf Zahlen zwischen 200.000 und 507.000, eine Diskrepanz, die die Fragwürdigkeit dieser Zahlen aufweist. 57

Tatsächlich beruhen alle diese Zahlen - mit einer Ausnahme - auf bloßen Vermutungen und beziehen sich zudem auf unterschiedliche Gruppen und Zeiten. Zuverlässige, alle Auswanderungen umfassende Statistiken gibt es nicht. Unter Auswanderung aus Deutschland verstehen manche Autoren Deutschland in den Grenzen des Altreichs, also bis März 1938. Andere rechnen Österreich hinzu. Einige wollen nur die Jahre 1933 bis 1939 zugrundelegen, obwohl feststeht, daß nach Kriegsbeginn die Auswanderung weiterging und die illegale Auswanderung nach Palästina erst 1938 richtig einsetzte.

Es gibt nur eine Zahl, die auf einer offiziellen deutschen Angabe beruht. Aber gerade diese Zahl wird von allen Autoren abgelehnt, weil sie zu hoch erscheint. Kurioserweise ist diese Zahl in einem Dokument enthalten, das ansonsten höchstes Ansehen genießt, weil man mit ihm den deutschen Plan einer "Judenvernichtung" beweisen will: dem "Wannseeprotokoll". Alle Angaben dieses Dokuments werden als glaubwürdig und beweiskräftig eingestuft, nur nicht die genannten Auswanderungszahlen.

Es heißt dazu auf S. 4 des Protokolls, daß "seit der Machtübernahme bis zum Stichtag 31.10.1941 insgesamt rund 537.000 Juden zur Auswanderung gebracht" wurden. "Davon vom 30.1.1933 aus dem Altreich rd. 360.000 vom 15.3.1938 aus der Ostmark rd. 147.000 vom 15.3.1939 aus dem Protektorat Böhmen und Mähren rd. 30.000".

Wir wollen hier nicht die Frage der Echtheit oder Unechtheit des Protokolls aufwerfen und auch nicht die der Bedeutung des Treffens in der Wannsee-Villa, die neuerdings divergent beurteilt wird. Es geht hier nur darum, wieder einmal auf die Tatsache aufmerksam zu machen, daß von der Zeitgeschichtsschreibung willkürlich bestimmte Inhalte eines Dokuments als echt und richtig akzeptiert werden, während andere für unglaubwürdig gelten. Für unser Thema bleibt es also bei der zuerst gemachten Feststellung, daß genaue Zahlen für die Auswanderung nicht vorliegen. Von den Auswanderern gingen ca. 1/4 bis 1/3 nach Palästina, 1/3 in europäische Länder und der Rest nach Übersee, vor allem Nord- und Südamerika.

Die Haavara wird, wie schon zu Anfang gesagt, gelegentlich in der Fachliteratur erwähnt, in den öffentlichen Medien jedoch kaum. Das Rublee-Wohlthat-Abkommen ist so gut wie unbekannt. Die Mehrzahl der Deutschen wird mit Sicherheit über den Holocaust ausreichend unterrichtet sein, von einem Auswanderungsplan, durch den die überwiegende Mehrzahl der deutschen Juden das Land unbehelligt verlassen konnten, jedoch kaum etwas gehört haben. Das ist offensichtlich eine der" volkspädagogisch unerwünschten Wahrheiten", wie der Schweizer Professor Walther Hofer es einmal formulierte. Die Aufgabe von Historikern wird es jedoch immer bleiben, auch gegen die Zeitströmung, Wahrheiten ans Licht zu verhelfen, deren Kenntnis die Vergangenheit in einem klareren Licht zu sehen erlaubt.



Teil 13 - Anhang:

Grundzüge des Vorschlages der Nationalen Militärischen Organisation in Palästina (Irgun Zewai Leumi) betreffend der Lösung der jüdischen Frage Europas und der aktiven Teilnahme der N.M.O. am Kriege an der Seite Deutschlands

Es ist des öfteren von den leitenden Staatsmännern des nationalsozialistischen Deutschlands in ihren Äusserungen und Reden hervorgehoben worden, daß eine Neuordnung Europas eine radikale Lösung der Judenfrage durch Evakuierung voraussetzt ("judenreines Europa").

Die Evakuierung der jüdischen Massen aus Europa ist eine Vorbedingung zur Lösung der jüdischen Frage, die aber nur einzig möglich und endgültig durch die Übersiedlung dieser Massen in die Heimat des jüdischen Volkes, nach Palästina, und durch die Einrichtung eines Judenstaates in seinen historischen Grenzen sein kann.

Das jüdische Problem auf diese Weise zu lösen und damit das jüdische Volk endgültig und für immer zu befreien, ist das Ziel der politischen Tätigkeit und des jahrelangen Kampfes der Israelitischen Freiheitsbewegung, der nationalen Militärischen Organisation in Palästina (Irgun Zewai Leumi).

Die N.M.O., der die wohlwollende Einstellung der deutschen Reichsregierung und ihrer Behörden zu der zionistischen Tätigkeit innerhalb Deutschlands und zu den zionistischen Emigrationsplänen gut bekannt ist, ist der Ansicht, daß

  • 1. eine Interessengemeinschaft zwischen den Belangen einer Neuordnung Europas nach deutscher Konzeption und den wahren nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes, die von der N.M.O. verkörpert werden, bestehen könne;
  • 2. eine Kooperation zwischen dem Neuen Deutschland und einem erneuerten, völkisch-nationalen Hebräertum möglich wäre und
  • 3. die Errichtung des historischen Judenstaates auf nationaler und totalitärer Grundlage, der in einem Vertragsverhältnis mit dem Deutschen Reiche stünde, im Interesse der Wahrung und Stärkung der zukünftigen deutschen Machtposition im Nahen Orient sei.

Ausgehend aus diesen Erwägungen tritt die N.M.O. in Palästina, unter der Bedingung einer Anerkennung der oben erwähnten nationalen Aspirationen der Israelitischen Freiheitsbewegung seitens der Deutschen Reichsregierung, an dieselbe mit dem Angebote einer aktiven Teilnahme am Kriege an der Seite Deutschlands heran.

Dieses Angebot seitens der N.M.O., deren Tätigkeit auf das militärische, politische und informative Gebiet in, und nach bestimmten organisatorischen Vorbereitungen auch außerhalb Palästinas, sich erstrecken könnte, wäre gebunden an die militärische Ausbildung und Organisierung der jüdischen Manneskraft Europas, unter Leitung und Führung der N.M.O., in militärischen Einheiten und deren Teilnahme an Kampfhandlungen zum Zwecke der Eroberung Palästinas, falls eine entsprechende Front sich bilden sollte.

Die indirekte Teilnahme der Israelitischen Freiheitsbewegung an der Neuordnung Europas, schon in ihrem vorbereitenden Stadium, im Zusammenhange mit einer positiv-radikalen Lösung des europäischen Judenproblems im Sinne der erwähnten nationalen Aspirationen des jüdischen Volkes, würde in den Augen der gesamten Menschheit die moralischen Grundlagen dieser Neuordnung ungemein stärken. 58

Die Kooperation der Israelitischen Freiheitsbewegung würde auch in der Linie einer der letzten Reden des deutschen Reichskanzlers liegen, in der Herr Hitler betonte, daß er jede Kombination und Koalition benutzen werde, um England zu isolieren und zu schlagen. 59

Kurzer Überblick über die Entstehung,das Wesen und die Tätigkeit der N.M.O. in Palästina.

Die N.M.O. ist zum Teil aus dem jüdischen Selbstschutze in Palästina und der Revisionistischen Bewegung (Neue Zionistische Organisation) hervorgegangen, mit der die N.M.O. durch die Person des Herrn V. Jabotinsky bis zu seinem Tode in einer losen Personalunion sich befand. Die pro-englische Haltung der Revisionistischen Organisation in Palästina, die eine Erneuerung der Personalunion unmöglich machte, führte im Herbst dieses Jahres zu einer darauf folgenden Spaltung der Rev(isionistischen) Bewegung. Das Ziel der N.M.O. ist die Errichtung des Judenstaates in seinen historischen Grenzen.


Greater Israel

Im Gegensatz zu sämtlichen zionistischen Strömungen lehnt die N.M.O. die kolonisatorische Infiltration als das einzige Mittel zur Erschließung und allmählichen Besitzergreifung des Vaterlandes ab und erhebt zu ihrer Devise den Kampf und das Opfer als die einzig wahren Mittel zur Eroberung und Befreiung Palästinas.

Durch ihren militanten Charakter und ihre anti-englische Einstellung ist die N.M.O. gezwungen, unter ständigen Verfolgungen seitens der englischen Verwaltung ihre politische Tätigkeit und die militärische Ausbildung ihrer Mitglieder in Palästina im Geheimen auszuüben.

Die N.M.O., deren Terroraktionen schon im Herbst des Jahres 1936 begannen, ist besonders im Sommer 1939, nach der Veröffentlichung des engl(ischen) Weißbuches, durch die erfolgreiche Intensivierung ihrer terroristischen Tätigkeit und Sabotage an englischem Besitz hervorgetreten. Diese Tätigkeit, sowie die täglichen geheimen Radiosendungen, sind ihrerzeit fast von der gesamten Weltpresse registriert und besprochen worden. Bis zum Kriegsbeginn unterhielt die N.M.O. selbständige politische Büros in Warschau, Paris, London, Genf und New York.

Das Büro in Warschau war hauptsächlich mit der militärischen Organisierung und Ausbildung der nationalen zionistischen Jugend betraut und stand in engem Kontakt mit den jüdischen Massen, die besonders in Polen den Kampf der N.M.O. in Palästina mit Begeisterung verfolgten und ihn auf jegliche Art unterstützten. In Warschau erschienen zwei Zeitungen (Die Tat und Jerozalima wseljona), die der N.M.O. gehörten.

Das Warschauer Büro unterhielt enge Beziehungen zu der ehemaligen polnischen Regierung und den militärischen Kreisen, die den Bestrebungen der N.M.O. größtes Interesse und Verständnis entgegenbrachten. So wurden während des Jahres 1939 geschlossene Gruppen der Mitglieder der N.M.O. aus Palästina nach Polen entsandt, wo sie in den Kasernen durch polnische Offiziere in ihrer militärischen Ausbildung vervollkommt wurden.

Die Verhandlungen, die zwischen der N.M.O. und der polnischen Regierung in Warschau, zwecks Aktivisierung und Konkretisierung ihrer Hilfe, geführt wurden und die aus den Archiven der ehemaligen poln(ischen) Regierung leicht zu ersehen sein werden, fanden durch den Kriegsbeginn ihr Ende. Die N.M.O. ist ihrer Weltanschauung und Struktur nach mit den totalitären Bewegungen Europas eng verwandt. Die Kampffähigkeit der N.M.O. konnte zu keiner Zeit, weder durch die rücksichtslosen Abwehrmaßnahmen seitens der englischen Verwaltung und der Araber, noch die der jüdischen Sozialisten, paralysiert oder ernstlich geschwächt werden.



Anmerkungen

1 Rainer Zitelmann, Hitler. Selbstverständnis eines Revolutionärs, vor allem Kapitel IV und V. ...zurück...

2 Klaus J. Herrmann, Das Dritte Reich und die deutsch-jüdischen Organisationen 1933-1934, Schriftenreihe der Hochschule für politische Wissenschaften München, N.F.H. 4, Köln 1969, S. 74. ...zurück...

3 Herrmann (Anm. 2), S. 30. ...zurück...

4 Herrmann (Anm. 2), S. 41. ...zurück...

5 Das ist ein Irrtum. Der Präsident des ersten deutschen Parlaments in der Frankfurter Paulskirche war Heinrich Freiherr von Gagern. Er gehörte einem alten Adelsgeschlecht aus Rügen an, das bis in das 13. Jahrhundert zurückgeht. Möglicherweise ist der Artikelschreiber einer Verwechslung erlegen und meinte Martin Eduard von Simson, einen getauften Juden, der 1871 der erste Präsident des Reichstages wurde. ...zurück...

6 Herrmann (Anm. 2), S. 22. ...zurück...

7 Herrmann (Anm. 2), S. 3. ...zurück...

8 Vollständiger Text in: Udo Walendy, Historische Tatsachen Nr. 61, "Aspekte jüdischen Lebens im Dritten Reich. 1. Teil", Vlotho, 1993, S. 17-18. ...zurück...


9 Der Hilfsverein wurde im Jahre 1901 gegründet, dessen Auswandererabteilung 1904 eingerichtet. 1917 entstand die Hauptstelle für jüdische Wandererfürsorge; das Palästinaamt der Zionistischen Vereinigung für Deutschland entwickelte sich Mitte der zwanziger Jahre. ...zurück...

10 Der englische Originaltext wurde bisher nur veröffentlicht in: Weckert, Flashpoint. Kristallnacht 1938. Instigators, Victims and Beneficiaries, Costa Mesa: IHR 1991, S. 145-148. Eine deutsche Übersetzung findet sich in Feuerzeichen. Die "Reichskristallnacht". Anstifter und Brandstifter - Opfer und Nutznießer, Tübingen 1981, S. 275-281. [Das Buch Feuerzeichen ist heutzutage in Deutschland verboten, daher bringen wir für unsere deutschen Leser den Text des Rublee-Wohlthat-Abkommens im Anhang zu dieser Schrift - ebenso das englische Original ; Anm. d. Scriptorium.] ...zurück...

11 Runderlaß 54/33 des Reichswirtschaftsministeriums vom 28.8.1933, Politisches Archiv des Auswärtigen Amtes (PA/AA), Sonderreferat W, Finanzwesen 16, Bd. 2. Der Text des Haavara-Abkommens ist abgedruckt in: Weckert, Feuerzeichen, S. 219f. ...zurück...

12 Werner Feilchenfeld, Dolf Michaelis, Ludwig Pinner, Haavara-Transfer nach Palästina und Einwanderung deutscher Juden 1933-1939, Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 26, Tübingen 1972, S. 48. ...zurück...

13 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 49. ...zurück...

14 Avraham Barkai, Vom Boykott zur "Entjudung". Der wirtschaftliche Existenzkampf der Juden im Dritten Reich 1933-1943, Fischer #4368, Frankfurt 1988, S. 63. ...zurück...

15 Ferdinand Kroh, David kämpft. Vom jüdischen Widerstand gegen Hitler. Mit einem Nachwort von Nathan Schwalbe-Dor. rororo aktuell #5644, Hamburg 1988, S. 24. Diese Arbeit strotzt nur so vor Ungenauigkeiten und Verzerrungen. Der gesamte Komplex der Auswanderung ist voller falscher Behauptungen; z.B. S. 28: "Die Nationalsozialisten ließen sich die Vertreibung bezahlen." Die Auswanderer nach Palästina hätten die Reichsfluchtsteuer zahlen und die Devisen zu einem Phantasiepreis tauschen müssen. Beides stimmt nicht. ...zurück...

16 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 54f. ...zurück...

17 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 49. ...zurück...

18 Die "Paltreu" war eine Art Schwesternorganisation der Haavara. Ihre Aufgabe war es, Vermögenstransfer über die Haavarabestimmungen hinaus durchzuführen. Sowohl die Leitung der Haavara wie auch der Paltreu lagen in jüdischen Händen. ...zurück...

19 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 61f. ...zurück...

20 Schalom Adler-Rudel, Jüdische Selbsthilfe unter dem Naziregime 1933-1939. Im Spiegel der Berichte der Reichsvertretung der Juden in Deutschland, mit einem Vorwort von Robert Weltsch. Schriftenreihe wissenschaftlicher Abhandlungen des Leo Baeck Instituts 29, Tübingen 1974, S. 102f. ...zurück...

21 Rolf Vogel, Ein Stempel hat gefehlt. Dokumente zur Emigration deutscher Juden, München 1977, S. 48f. ...zurück...

22 Z.B. bei Francis R. Nicosia (Hitler und der Zionismus. Das 3. Reich und die Palästina-Frage 1933-1939, Leoni 1989. The Third Reich and the Palestine Question, Austin 1985; zur Lektüre zu empfehlen ist diese Originalausgabe, da die deutsche Übersetzung von sinnentstellenden Übersetzungs- und Druckfehlern nur so wimmelt.) Nicosia behauptet: "Die Furcht vor einem deutschen Warenrückgang auf den internationalen Märkten, auch auf denen des Nahen Ostens, beeinflußte die deutsche Regierung in ihrer Entscheidung, im Sommer 1933 mit zionistischen Vertretern das Haavara-Transferabkommen zu unterzeichnen." (S. 83.) ...zurück...

23 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 29. ...zurück...

24 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 99. ...zurück...

25 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 107. ...zurück...

26 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 102. ...zurück...

27 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 106. ...zurück...

28 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 108. ...zurück...


29 Edwin Black, The Transfer Agreement. The untold story of the Secret Agreement Between the Third Reich and Jewish Palestine, New York/London 1984. ...zurück...

30 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 54. ...zurück...

31 zit. in: Vogel (Anm. 21), S. 110f. ...zurück...

32 Purim: Im biblischen Buch Ester wird ein historisch nicht belegbares Ereignis geschildert. Die jüdische Frau des persischen Königs, Ester, hat erfahren, daß ein Plan zur Ausrottung der Juden in Persien bestehen soll, den ein Hofbeamter, Haman, ausführen will. Der Perserkönig Ataxerxes ist dem Plan zunächst nicht abgeneigt. Da greift Ester zu einer List, um ihr Volk zu retten. Anläßlich eines Festbanketts verführt sie Haman und läßt sich von dem König in eindeutiger Situation überraschen. Ihm gegenüber behauptet sie, Haman habe sie vergewaltigt. Jetzt wendet sich der Zorn des persischen Königs gegen Haman, und er läßt ihn aufhängen. Es gelingt Ester, den König zu überreden, im gesamten persischen Reich den Juden freie Hand gegen ihre Gegner zu lassen."In allen Provinzen des König Ataxerxes taten sich die Juden in den Städten zusammen und überfielen die, die den Untergang der Juden geplant hatten. Niemand konnte vor ihnen standhalten; denn alle Völker hatte Schrecken vor ihnen befallen." (Est 9,2)Die Bibel berichtet, daß insgesamt in zwei Tagen 75.000 Menschen von den Juden ermordet wurden.Die Geschichte hat, wie bereits gesagt, keine historische Grundlage. Ein theologisches Lehrbuch bemerkt dazu: "Das Judentum fand aber im Esterbuch die erzählte Wunscherfüllung dessen, was es real für Juden nicht gab." (Horst Dietrich Preuß und Klaus Berger,Bibelkunde des Alten und Neuen Testaments. Erster Teil: Altes Testament, (UTB 887) 3. Aufl., Heidelberg/Wiesbaden 1985, S. 118.)Zum Gedächtnis an dieses jüdische Rachepogrom (wofür eigentlich Rache? Es war den Juden ja gar nichts geschehen!) wurde das Purim-Fest gestiftet und wird bis auf den heutigen Tag im Februar/März als großes Freudenfest begangen und mit einer Art Karnevalsumzug gefeiert. ...zurück...

33 Leopold Edler von Mildenstein, "Ein Nazi fährt nach Palästina", in: Der Angriff, 26. 9. - 9. 10. 1934; hier: 1. 10. 1934. ...zurück...

34 Feilchenfeld (Anm. 12), S. 71. ...zurück...

35 Paradox muß das jedenfalls jedem erscheinen, der seine zeitgeschichtliche Bildung aus den Medien bezieht und in der SS eine organisierte Mörderbande des Dritten Reiches zu sehen gewohnt ist, die in erster Linie für den Holocaust an den Juden verantwortlich zeichnet. ...zurück...

36 Reichsführer SS, Chef des Sicherheitsamtes: Lagebericht Mai/Juni 1934, Die Judenfrage; zit. in: Nicosia (Anm. 22), S. 106. ...zurück...

37 Nicosia (Anm. 22), S. 244. ...zurück...

38 Nicosia (Anm. 22), S. 217. Nur in der englischen Originalausgabe; in der deutschen Übersetzung findet sich an dieser Stelle ein leeres Blatt. ...zurück...

39 Hannah Arendt, Eichmann in Jerusalem. Ein Bericht von der Banalität des Bösen, München 1965, S. 90, 91; Jon und David Kimche, Des Zornes und des Herzens wegen. Die illegale Wanderung eines Volkes, ("The secret Roads", dt.) Berlin 1956, S. 17, 30; für die von Kimche aufgestellte Behauptung eines Kopfgeldes, das auswandernde Juden zu leisten gehabt hätten, gibt es keinen Beweis. Das scheint eine der Phantasiebehauptungen zu sein, ohne welche man offensichtlich solche Bücher, die die Wahrheit über ein sehr umstrittenes Thema behandeln, auf jüdischer Seite nicht schreiben kann. ...zurück...


40 vgl. die Aufzeichnungen Weizsäckers in: Akten zur Deutschen Auswärtigen Politik 1918-1945 (ADAP), Serie D (1937-1945), Bd. 5: Polen, Südosteuropa, Lateinamerika, Klein- und Mittelstaaten, Juni 1937 - März 1939, Baden-Baden 1953: "27.7.1938: Der Amerikanische Botschafter sprach mich heute (...) darauf an, ob wir nicht in irgendeiner Weise dem Evian-Komitee (...) unsere Mitarbeit leihen würden. Ich habe ihm gesagt, er möge sich darauf keine Hoffnungen machen." (Dok. 641, S. 754.) "18.10.1938: Der Britische Botschafter brachte heute bei mir das anliegende Memorandum vor, welches das zwischenstaatliche Comité (...) behandelt. In dem Memorandum wird - wie schon vor etwa zwei Monaten - angeregt, daß der in London residierende Direktor des Comités, der Amerikaner Rublee und sein Mitarbeiter Herr Pell nach Berlin kommen, um mit den deutschen Behörden in eine Besprechung (...) einzutreten (...) Ich habe dem Botschafter - wie schon einmal im Sommer - auseinandergesetzt, daß eine Reise von Herrn Rublee nach Deutschland nach meiner persönlichen Auffassung keinen Wert habe." (Dok. 645, S. 758.) "7.11.1938: Der Britische Geschäftsträger fragte mich heute wieder nach dem Stande der Sache Rublee. Ich erklärte" ihm, (...) "die Sache müsse ihre Zeit haben. (...) habe ich ihn gefragt, wieviel prozentig Rublee Arier sei (...)" (Dok. 648, S. 761); ferner Dokumente 646, 647, 662. Weitere ablehnende Stellungnahmen von Weizsäcker und dem AA sind zitiert bei: Vogel (Anm. 21), S. 180-228. ...zurück...

41 ADAP Serie D, Bd. 5, S. 768f., Dok. 655. ...zurück...

42 "Paraphierung von Vereinbarungen mit Mr. Rublee kommt nicht in Betracht." ADAP Serie D, Bd. 5, Dok. 662. ...zurück...

43 Vogel (Anm. 21), S. 252ff. ...zurück...

44 Vogel (Anm. 21), S. 238f. ...zurück...


45 An dieser geringen Summe, die offensichtlich zur Bestreitung der Lebenshaltungskosten ausreichend war, kann man ermessen, welche Kaufkraft 1000 Palästina-Pfund damals hatten. ...zurück...

46 Aus: Philo-Atlas. Handbuch für die jüdische Auswanderung, Berlin 1938, Sp. 141-144, zit. in: Brita Eckert (Hg.), Die jüdische Emigration aus Deutschland 1933-1941. Die Geschichte einer Austreibung. Eine Ausstellung der deutschen Bibliothek, Frankfurt am Main, unter Mitwirkung des Leo Baeck Instituts, New York. Frankfurt am Main 1985. "Emigration", S. 143. ...zurück...

47 "Der Reichsführer SS und Chef der deutschen Polizei hat die Entlassungssperre für Juden, die auszuwandern beabsichtigen, aufgehoben." Runderlaß vom 8.12.1938, Bundesarchiv Koblenz (BA), R 58/276, Bl. 165. Eine Anzahl ähnlich lautender Verfügungen bis in das Jahr 1942 findet sich in weiteren Dokumentenbänden. ...zurück...

48 Kimche (Anm. 39), S. 30. ...zurück...

49 Ausfhrlich dazu der Band von Kimche (Anm. 39), der allerdings einige sachliche Fehler aufweist. Interessante Einzelheiten finden sich auch im Aufsatz von Ball-Kaduri, der jedoch, wie Kimche, nicht immer ganz zutreffend ist. Kurt Jakob Ball-Kaduri, "Illegale Judenauswanderung aus Deutschland nach Palästina 1939/1940 - Planung, Durchführung, und internationale Zusammenhänge", in:Jahrbuch des Instituts für Deutsche Geschichte, hg. v. Walter Grab, Bd. 4, Tel Aviv 1975, S. 387-421. ...zurück...

50 Der komplette Name lautet "Irgun Zewai Leumi" = "Nationale Militärorganisation". Abraham Stern hatte sich zwar bereits im September 1940 von der "Irgun" getrennt und eine eigene Gruppe, "Lechi" ("Lochamei Cherut Israel" = "Kämpfer für die Freiheit Israels") gegründet. Aber in den ersten Monaten nach der Trennung firmierte er noch mit dem alten Namen, da er sich als Vertreter der legitimen "Irgun" fühlte. ...zurück...

51 Samuel Katz, Tage des Feuers. Das Geheimnis der Irgun, Königstein/Ts. 1981, S. 85f. ...zurück...

52 Laut Brenner hat Stern das betreffende Schreiben veranlaßt. Lenni Brenner, Zionism in the Age of the Dictators, Westport 1983, S. 267. ...zurück...

53 Werner Otto v. Hentig, Mein Leben eine Dienstreise, Göttingen 1962, S. 338f. ...zurück...

54 Hentig (Anm. 53), S. 399. ...zurück...

55 Kopie dieses Schreibens befindet sich im Politischen Archiv des Auswärtigen Amtes, Bonn (PA/AA), Nr. E 234152-234158. ...zurück...

56 Nicosia (Anm. 22), S. 245. ...zurück...

57 Rosenstock versucht etwas Licht in diese Verwirrung zu bringen, indem er wenigstens die Imponderabilien aufzeigt und damit klarmacht, daß alle Zahlen Vermutungen bleiben müssen: Werner Rosenstock, "Exodus 1933-1939. Überblick über die jüdische Auswanderung aus Deutschland", in: Robert Weltsch (Hg.),Deutsches Judentum - Aufstieg und Krise. Gestalten, Ideen, Werke, Stuttgart 1963, S. 380-405. ...zurück...

58 Dieser sich kompliziert lesende Satz heißt mit klaren Worten: Die deutsche Judenpolitik, d.h. die Ausweisung der Juden aus Deutschland, ist möglicherweise in den Augen der Welt unmoralisch. Sie gewänne aber an moralischer Berechtigung, wenn durch diese Ausweisung ein Judenstaat entstehen würde. Der Zweck heiligt die Mittel, oder: Was den Deutschen eigentlich nicht erlaubt wäre, ist für die jüdischen Nationalisten eine willkommene Unterstützung ihres Kampfes und damit gerechtfertigt. ...zurück...

59 Dies war offenbar strategische Propaganda seitens der "Irgun" - denn wie man unterdessen weiß, hatte Hitler keinerlei Wunsch, "England zu isolieren und zu schlagen": im Gegenteil, er war an Verständigung und Aussöhnung interessiert und daß seine diesbezüglichen Bestrebungen scheiterten, lag anEnglands ablehnender Haltung. Man vergleiche z.B. Englands Krieg gegen Deutschland von Peter Nicoll, oder Es war nicht Hitlers Krieg und Die Kriegstreiber: Englands Politik gegen Deutschland 1937 bis 1939 von Max Klüver, oder eine Vielzahl anderer Quellen! [Anm. d. Scriptorium] ...zurück...

60 Dieser Anhang stammt nicht aus dem Heft "Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich" von Ingrid Weckert; die beiden auf dieser Seite wiedergegebenen Fassungen des Rublee-Wohlthat-Abkommens (englisches Original und deutsche Übersetzung) sind zwecks Vollständigkeit von uns hier eingefügt worden, da diese wichtigen Dokumente sonstwo nicht einfach zu finden sind.[Anm. d. Scriptorium.]Der Text der Übersetzung stammt von S. 275-281 des Buches Feuerzeichen (Anm. 10). ...zurück...

61 This Appendix is not part of the original booklet "Auswanderung der Juden aus dem Dritten Reich" by Ingrid Weckert; the two versions (English original and German translation) of the Rublee-Wohlthat-Agreement have been added here by us for the sake of completeness, since these important documents are not readily found elsewhere.[Scriptorium]The text of this document was taken from pages 145-148 of the book Flashpoint (Note 10). ...back...


Teil 14 - Anhang: 60 Text des Rublee-Wohlthat-Abkommens

Zwischenstaatliches Komitee

1 Central Building, WestminsterLondon SW1, Februar 1939

Direktor: Mr. George Rublee

Sehr geehrter Herr Wohlthat!

Ich habe die Ehre gehabt, mit Dr. Schacht und Ihnen Unterredungen zu haben. Um sicher zu sein, daß ich über die Unterredungen zutreffend Bericht erstatte, wäre ich außerordentlich dankbar, wenn Sie die Freundlichkeit haben wollten, mir zu bestätigen, ob das nachstehende streng vertrauliche Memorandum richtig ist:

Streng vertrauliches Memorandumdie Auswanderung der Juden aus Deutschland

Es ist festgestellt worden, daß Deutschland bereit ist, eine Politik einzuschlagen, die die organisierte Auswanderung von Juden in jeder Weise erleichtert und fördert. Ein Programm, das nachstehend in seinen Grundzügen geschildert ist, soll durchgeführt werden, wenn Deutschland die Gewähr hat, daß Einwanderungsländer bereit sind, laufend Juden aus Deutschland gemäß diesem Programm aufzunehmen. Wenn das Programm durchgeführt wird - und seine Verwirklichung wird durch eine Besserung der internationalen Atmosphäre erheblich erleichtert werden -, so wird die Auswanderung sich in einheitlicher, geregelter Weise vollziehen.

I. Organisation der Auswanderung

ERSTENS. Dieses Programm bezieht sich ausschließlich auf Juden deutscher Staatsangehörigkeit und staatenlose Juden in Deutschland. Der Ausdruck "Jude" in diesem Memorandum ist im Sinne der Nürnberger Gesetze gebraucht und bedeutet folgendes:

  • 1. Jude ist, wer drei oder vier jüdische Großeltern hat. Ein Großelternteil gilt als jüdisch, wenn er oder sie sich zum jüdischen Glauben bekannte;
  • 2. Als Jude gilt ferner, wer zwei jüdische Großelternteile hat und am 16. September 1935 jüdischen Glaubens war oder später den jüdischen Glauben angenommen hat und wer zwei jüdische Großelternteile hat und am 16. September 1935 mit einem Juden verheiratet war oder sich danach mit einem Juden verheiratet hat.

ZWEITENS. Es sind zur Zeit noch ungefähr 600.000 Juden in Deutschland, einschließlich Österreichs und des Sudetenlandes. Von dieser Anzahl werden 150.000 der Klasse der Lohnempfänger zugezählt; etwa 250.000 gelten als Unterhaltsberechtigte dieser Lohnempfänger; der Rest besteht vor allem aus Alten und Gebrechlichen, die deshalb in das Auswanderungsprogramm nicht mit inbegriffen sind.

DRITTENS. Die Gruppe der Lohnempfänger soll aus allen Männern und unverehelichten Frauen zwischen 15 und 45 Jahren bestehen, die persönlich fähig sind, sich ihren Lebensunterhalt zu verdienen, und sich auch sonst zur Auswanderung eignen.

VIERTENS. Die Gruppe der Unterhaltsberechtigten soll aus den unmittelbaren Familienangehörigen der Lohnempfänger bestehen unter Ausschluß der Alten (der Personen über 45 Jahre) und der Ungeeigneten.

FÜNFTENS. Die Gruppe der Lohnempfänger soll zuerst auswandern, und zwar in jährlichen Kontingenten während eines Zeitraums von drei Jahren bis zu höchstens fünf Jahren.

SECHSTENS. Sämtliche Personen der Gruppe der Lohnempfänger im Sinne der obigen Begriffsbestimmung sollen von den Regierungen der Aufnahmeländer gemäß ihren geltenden Einwanderungsgesetzen und -bräuchen aufgenommen werden.

SIEBENTENS. Die praktische Organisationsarbeit für die Auswanderung soll unter Beteiligung von Büros durchgeführt werden, die die jüdischen Organisationen Deutschlands vertreten, und unter der Leitung eines von der Deutschen Regierung bestellten Kommissars.

ACHTENS. Den Büros, die die Auswanderungsarbeit organisieren, können ausländische Sachverständige zur Seite stehen, die ausländische Privatorganisationen vertreten, welche mit der Einwanderung zu tun haben und das Vertrauen der Regierungen der Aufnahmeländer genießen, unter der Bedingung, daß diese Sachverständigen der Deutschen Regierung genehm sind.

NEUNTENS. An die Personen, die auf Grund dieser Vereinbarung aus Deutschland auswandern, sollen Pässe ausgegeben werden. Staatenlose Personen in Deutschland sollen geeignete Papiere für die Auswanderung erhalten.

ZEHNTENS. Umstände, die dazu geführt haben, daß andere Juden als solche, die aus Gründen der öffentlichen Sicherheit in Haft sind, in Lagern festgehalten werden, sollten automatisch verschwinden, wenn ein Programm für organisierte Auswanderung durchgeführt wird.

ELFTENS. Es sollen Vergünstigungen gewährt werden für die Umschulung von Lohnempfängern zum Zweck der Auswanderung, vor allem in landwirtschaftlichen Umschulungslagern, aber auch in Handwerksschulen. Die Umschulung soll gefördert werden.

ZWÖLFTENS. Die Auswanderung von Personen aus der Gruppe der Unterhaltsberechtigten soll stattfinden, wenn die Lohnempfänger festen Fuß gefaßt haben und sie aufnehmen können.

II. Stellung der Personen, die ständig in Deutschland bleiben und solcher deren Auswanderung noch bevorsteht

DREIZEHNTENS. Es ist noch kein endgültiges Verfahren gefunden worden, um für die Alten und die zur Auswanderung Ungeeigneten zu sorgen, die in dieses Programm nicht mit einbegriffen sind und den Rest ihres Lebens in Deutschland verbringen dürfen. Auf deutscher Seite besteht die Absicht, dafür zu sorgen, daß diese Personen und solche, deren Auswanderung noch aussteht, in Ruhe leben können, sofern nicht außergewöhnliche Umstände eintreten. Es besteht nicht die Absicht, die Juden abzusondern. Sie dürfen sich frei bewegen. Personen, die zur Arbeit geeignet sind, sollen Arbeitsgelegenheit erhalten, so daß sie sich ihren Lebensunterhalt verdienen können; Juden, die in denselben Betrieben arbeiten wie Arier, sollen jedoch von arischen Arbeitern getrennt werden. Allgemein wird im Interesse einer angemessenen Durchführung des Programms erwogen, die Leitung der jüdischen Angelegenheiten zu zentralisieren.

VIERZEHNTENS. Der Unterhalt und die Versorgung der vorstehend in Ziff. 13 erwähnten Personen, die nicht fähig sind, sich ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen, soll in erster Linie aus dem jüdischen Vermögen in Deutschland bestritten werden, abgesehen von dem Teil des Vermögens, der (wie nachstehend ausgeführt) als Treuhandfonds zurückzustellen ist, und aus dem Ertrag dieses Fonds. Falls diese Mittel nicht ausreichen, soll auf den üblichen Wegen der allgemeinen Wohlfahrtspflege für Bedürftige dafür gesorgt werden, daß diese Personen anständige Lebensbedingungen haben. Außerdeutsche Mittel sollen für den Unterhalt und die Versorgung dieser Personen nicht in Anspruch genommen werden.

III. Finanzierung der Auswanderung

FÜNFZEHNTENS. Zur Finanzierung der in dem Programm in Aussicht genommenen Auswanderung soll ein Treuhandfonds in noch festzusetzender Höhe errichtet werden, der jedoch auf jeden Fall mindestens 25 v.H. des in Deutschland vorhandenen jüdischen Vermögens betragen muß, was, wenn Transfermöglichkeiten gefunden werden, eine wesentliche Erhöhung gegenüber den gegenwärtigen Transfersätzen bedeuten wird. Zur Zeit ist das noch in Deutschland befindliche jüdische Vermögen in Händen der einzelnen Eigentümer; es ist noch nicht beschlossen worden, in welcher Weise der erforderliche Betrag davon als Treuhandfonds zurückgestellt werden soll.

SECHZEHNTENS. Das Treuhandvermögen soll einer Körperschaft übergeben werden, die von drei Treuhändern verwaltet wird. Zwei von den Treuhändern sollen deutscher Staatsangehörigkeit sein. Der dritte Treuhänder soll ausländischer Staatsangehörigkeit und von anerkanntem Ruf sein.

SIEBZEHNTENS. Das Kapital des Treuhandfonds kann zum Ankauf der Ausrüstung für Auswanderer aus der Gruppe der Lohnempfänger und (vorbehaltlich von Kartellvereinbarungen) von Kapitalgütern zur Förderung von Siedlungsprojekten sowie zur Begleichung von Reise- und Frachtkosten der Auswanderer in Deutschland und auf deutschen Schiffen benutzt werden, alles das im Zusammenhang mit dem vorliegenden Auswanderungsprogramm. Es wird erwogen, eine ausländische Ankaufstelle zu gründen, die sämtliche Ankäufe aus dem Fond tätigen, die Verbindung mit den deutschen Behörden aufrechterhalten und überhaupt alle Fragen bearbeiten soll, die außerhalb Deutschlands in bezug auf die Transferierung des Fonds entstehen. Die Warentypen, die die Ankaufstelle erwerben darf, können auf solche beschränkt werden, von denen im Sinne der deutschen Praxis die Annahme gilt, daß sie keine eingeführten Rohstoffe oder nur einen verhältnismäßig kleinen Prozentsatz davon enthalten; oder aber es sollen keine Beschränkungen ausgesprochen werden, wenn es nämlich so geregelt werden kann, daß der Teil des Gesamtpreises der angekauften Waren, der dem Wert ihres Gehalts an eingeführten Rohstoffen entspricht, in Devisen an Deutschland bezahlt wird. Dieser Wert soll mit einem noch zu vereinbarenden, alles einschließenden Prozentsatz berechnet werden. Es sollen Vereinbarungen dahin getroffen werden, daß die mit den Mitteln des Fonds angekauften Waren von der Geltung der Clearing-, Kompensations- und Zahlungsabkommen ausgenommen werden, die zwischen Deutschland und den Ländern, in die die Waren eingeführt werden, bestehen. Die Ankaufstelle wird zusichern müssen, daß die angekauften Waren nicht anders benutzt werden als zum Zweck der Ausrüstung von Auswanderern oder zur Förderung von Siedlungsprojekten. Es ist beabsichtigt, den Ankauf solcher Waren aus den Mitteln des Fonds zu fördern, und zwar in den erforderlichen Typen und in angemessener Menge, so daß der laufende Auswanderungsbedarf gedeckt wird. Die zu zahlenden Preise sollen nicht höher sein als die Inlandspreise für Waren oder Dienstleistungen entsprechender Qualität.

ACHTZEHNTENS. Das Haavara-Transferverfahren soll innerhalb seines traditionellen Bereichs zugelassen werden. Die Haavara-Ankäufe sollen aus den Mitteln des Treuhandfonds bezahlt werden.

NEUNZEHNTENS. Das Kapital des Treuhandfonds soll, soweit es nicht zu den oben erwähnten Zwecken gebraucht wird, transferfähig sein, sobald veränderte Umstände eine Transferierung ermöglichen oder eine dahingehende Regelung getroffen werden kann, sei es durch Vereinbarungen über zusätzliche Ausfuhr oder auf anderem Wege.

ZWANZIGSTENS. Waren, die mit den Mitteln des Treuhandfonds angekauft worden sind, können frei von allen Abgaben und sonstigen Zahlungen ausgeführt werden, und die Auswanderer können ihre persönlichen Sachen (mit Ausnahme von Juwelen, edlen Metallen, Kunstgegenständen und mit Ausnahme von besonders wertvollen Waren, die im Hinblick auf die Auswanderung kürzlich erworben worden sind), Hausrat, Werkzeuge und Ausrüstungsgegenstände zum Gebrauch in ihrem Gewerbe oder Beruf, die ihnen gehören oder die sie sich in angemessenem Umfange zum persönlichen Gebrauch anschaffen, frei von allen Steuern, Abgaben, Auflagen und sonstigen Forderungen mitnehmen.

EINUNDZWANZIGSTENS. Von Juden, die gemäß diesem Programm auswandern, soll keinerlei Fluchtsteuer oder sonstige Abgabe ähnlicher Art erhoben werden.

Ihr sehr ergebener[gez.] George Rublee


.

Teil 15 - Appendix - English Original: 61 Text of the Rublee-Wohlthat-Agreement

Intergovernmental Committee

1 Central Building, WestminsterLondon SW1, February 1939

The Director, Mr. George Rublee

Dear Mr. Wohlthat:

I have had the honor of holding conversations with you and Dr. Schacht. In order that I may not fail to make a correct report of the conversations, I should be greatly obliged if you would have the goodness to confirm whether the following strictly confidential memorandum is correct:

Strictly Confidential Memorandum:the Emigration of Jews from Germany

It has been ascertained that Germany is disposed to adopt a policy which will in every way facilitate and encourage the organized emigration of Jews. A program along the lines hereinafter outlined will be put into effect when Germany is satisfied that countries of immigration are disposed to receive currently Jews from Germany in conformity with this program. If the program is put into effect - and its implementation will be greatly facilitated by an improvement in the international atmosphere - the emigration will take place in a uniform and orderly manner.

I. Organization of the Emigration

ONE. This program relates exclusively to Jews of German nationality or stateless Jews in Germany. The term "Jew" where used in this memorandum is as provided by the Nuremberg laws and denotes the following:

  • 1. A Jew is a person who has three or four Jewish grandparents. A grandparent is deemed to be a Jew if he or she embraced the Jewish faith;
  • 2. A person is also deemed to be a Jew who has two Jewish grandparents and who on Sept. 16, 1935 was of the Jewish faith, or thereafter embraced the Jewish faith, or who has two Jewish grandparents and on Sept. 16, 1935 was married to a Jew or thereafter married a Jew.

TWO. There are approximately 600,000 Jew was remaining in Germany, including Austria and the Sudetenland, at the present time. Of this number 150,000 are classed as wage earners; about 250,000 are regarded as dependents of the wage earners; the remainder are primarily the old and the infirm who for that reason are not included in the program.

THREE. The wage earner category shall consist of all men and single women between the ages of 15 and 45 years, who are individually capable of earning a living and are otherwise fit for emigration.

FOUR. The dependent category shall consist of the immediate families of the wage earners, excluding the old (persons over 45 years of age) and the unfit.

FIVE. The wage earner category shall emigrate first, in annual contingents, over a period of three years not to exceed a maximum of five years.

SIX. All persons from the wage earner category as defined above shall be admitted by the receiving governments in accordance with their established immigration laws and practices.

SEVEN. The practical work of organizing emigration shall be carried out with the participation of Bureaus representing the Jewish organizations of Germany under the control of a Commissioner designated by the German government.

EIGHT. The Bureaus organizing the work of emigration may be assisted by foreign experts representing outside private organizations concerned with emigration and enjoying the confidence of receiving governments, on the condition that these experts are agreeable to the German government.

NINE. Passports shall be furnished to persons emigrating from Germany under this arrangement. Stateless persons in Germany shall be furnished suitable papers for emigration.

TEN. Conditions which have led to the retention of Jews, other than persons detained for reasons of public safety, in camps should automatically disappear if a program of organized emigration is put into effect.

ELEVEN. Facilities shall be granted for the retraining of wage earners for emigration, notably in agricultural retraining centers but also in artisan schools. Retraining shall be encouraged.

TWELVE. Emigration of persons in the dependent category shall take place when the wage earners are established and able to receive them.

II. Position of Persons Remaining Permanently in Germanyand of Those Awaiting Emigration

THIRTEEN. A definite method has not as yet been found for caring for old persons and persons unfit for emigration, who are not included in this program and who will be allowed to finish their days in Germany. It is the intention on Germany's part to assure that these persons and persons awaiting emigration may live tranquilly, unless some extraordinary circumstance should occur. There is no intention to segregate the Jews. They may circulate freely. Persons fit to work shall be given the opportunity of employment so as to earn their living; Jews employed in the same establishments as Aryans will, however, be separated from Aryan workers. Generally, in order to provide for adequate administration of the program, centralization of control over Jewish affairs is contemplated.

FOURTEEN. The support and maintenance of the persons referred to in paragraph thirteen above, who are not able to earn their own living, will be financed in the first instance from Jewish property in Germany apart from that portion thereof to be set aside in the trust fund (hereinafter described), and from the income from this trust fund. If the above resources do not suffice, there will be provided for these persons decent conditions of existence from the material standpoint in accordance with prevailing practices relating to the public relief of destitute persons generally. There will be no recourse to sources outside Germany for the support and maintenance of these persons.

III. Financing the Emigration

FIFTEEN. In order to finance the emigration contemplated by the program, a trust fund shall be established in a specific amount to be ascertained, at all events in an amount not less than 25% of the existing Jewish wealth in Germany, which, if transfer possibilities are found, will represent a material increase over the present rates of transfer. At the present time the remaining Jewish wealth in Germany is in the hands of its individual owners; it has not yet been decided how the requisite amount shall be set aside in the trust fund.

SIXTEEN. The trust properties shall be held by a corporation administered by three trustees. Two of the trustees shall be of German nationality. The third trustee shall be of foreign nationality and recognized standing.

SEVENTEEN. The principal of the trust fund may be used to purchase equipment for emigrants of the wage earner category and (subject to cartel agreements) capital goods for the development of settlement projects and for traveling and freight expenses of the emigrants in Germany and on German boats, all in connection with this program of emigration. It is contemplated that an outside purchasing agency will be established to effect all purchases out of the fund, to maintain contact with the German authorities and generally to handle all problems arising outside of Germany in connection with the transfer of the fund. The types of goods which may be purchased by the purchasing agency may be restricted to those which, in accordance with prevailing practice in Germany, are computed to contain no imported raw material or a relatively small percentage thereof; or, alternatively, no restrictions will be imposed if arrangements can be made to pay to Germany in foreign exchange a portion of the aggregate price of goods purchased which represents the computed value (on an overall percentage basis to be agreed upon) of the imported raw material content of such goods. Agreements shall be made to secure the exemption of goods purchased out of the fund from the scope of clearing, compensation and payments agreements in force between Germany and the respective countries into which such goods are imported. Assurances shall be required of the purchasing agency that the goods purchased will not be disposed of otherwise than for the purpose of equipping emigrants or for the development of settlement projects. It is the intention to facilitate the purchase out of the fund of such goods of the requisite types and in adequate volume to meet the current emigration needs. The prices to be paid shall not be in excess of inland prices for goods or services of a similar character and quality.

EIGHTEEN. The Haavara method of transfer shall be permitted to operate within its traditional sphere. The Haavara purchases are to be paid for out of the trust funds.

NINETEEN. The principal of the trust fund, except to the extent that it is used for the purposes above referred to, shall be eligible for transfer whenever a change in condition may render transfer possible or whenever arrangements to that end can be made, whether by way of agreed schemes for additional exports or otherwise.

TWENTY. Goods purchased out of the trust fund may be exported free of all taxes or other payments, and emigrants may take with them, free of all taxes, levies, contributions or similar exactions, their personal effects (with the exception of jewelry, precious metals,objets d'art and with the exception of goods of special value recently acquired with a view to emigration), household goods, tools, and items of equipment for use in their trades or professions, owned or which may be acquired by them in a reasonable amount for their personal use.

TWENTY-ONE. No flight tax or exaction of a similar nature shall be levied against Jews emigrating in accordance with this program.

Yours very sincerely,[sgd.] George Rublee

Quelle: http://wintersonnenwende.com/