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Freitag, 9. Juli 2010

Hitlers Hintermänner Chemie-Pharma-Öl-Kartell













Chemie-Pharma-Öl-Kartell

Profit Over Live

Leider lässt der Vortrag offen wer die Aktionäre, also die wirklichen Drathzieher, von I.G Farben vor der Übernahme durch Rockefeller/Rothschild waren.



Bis zu 70 Millionen Impfdosen werden vernichtet

Was ist eigentlich aus der Schweinegrippe-Pandemie geworden? Ist schon lange völlig aus dem Blickfeld verschwunden. Nicht verschwunden sind die Millionen an Impfdosen, auf denen die Gesundheitsbehörden sitzen. Die müssen jetzt vernichtet werden, weil die Haltbarkeit abgelaufen ist.

Was haben uns die Politiker, Medien, Ärzte und Gesundheitsbehörden mit Panikmache vor einem Jahr alles erzählt? Es wird eine tödliche weltweite Pandemie kommen und wir werden alle sterben, wenn wir uns nicht impfen lassen. Tatsächlich wurden weit weniger Menschen von der Schweinegrippe betroffen, als von der saisonalen Grippe. Das war der grösste Betrug an der Bevölkerung was die Gesundheit betrifft seit langem.

In den USA sind ein Viertel der übriggebliebenen Schweingrippeimpfung abgelaufen, sagenhafte 40 Millionen Dosen. Damit muss ein Wert von 260 Millionen Dollar abgeschrieben werden. Das meiste wird verbrannt. Weitere 30 Millionen werden demnächst ablaufen, was dann insgesamt eine Wertvernichtung von 455 Millionen Dollar bedeutet.

Wenn alle Impfdosen die auf Lager liegen ungenutzt bleiben, dann wird 43 Prozent der Lieferung für die amerikanische Öffentlichkeit im Abfall landen, eine unglaubliche Verschwendung von Steuergeldern.

Aber keine Angst, die Pharmahersteller haben ihr Geld bekommen, ihnen kann es egal sein.

Die US-Gesundheitsbehörde bestellte insgesamt fast 200 Millionen Dosen von drei Herstellern, eine noch nie da gewesene Grössenordnung, doppelt so viel wie bei der jährlichen saisonalen Grippe.

162 Millionen waren für die Öffentlichkeit bestimmt und 36 Millionen für das US-Militär und für andere Länder.

Nur ein geringer Teil der Bevölkerung lies sich trotz massiver Propaganda und Einschüchterung impfen. Und dann fand die angekündigte Pandemie gar nicht statt.

Angeblich sind 12'000 Menschen in den USA an den Folgen der Schweingrippe gestorben, dass ist aber nur ein Drittel der erwarteten Toden bei einer saisonalen Grippe.

In Europa ist die Lage ähnlich. Alle Gesundheitsbehörden sitzen auf riesigen Lagerbeständen des Schweinegrippeimpfstoffs. Deshalb wurde laute Kritik gegenüber der WHO geäussert, welche eine Pandemie der Stufe 6 ausgerufen hatte. Bekannt ist mittlerweile, Berater der WHO hatten enge Verbindungen zur Pharmaindustrie.

Offensichtlich wurde durch die WHO eine Panik verbreitet, nur um die Umsätze der Pharmakonzerne zu steigern. Der Skandal ist, man hat Millionen gesunder Menschen unnötigerweise den Nebenwirkungen einer Impfung ausgesetzt, die auch noch mangelhaft getestet war, nur wegen des Profits.

Das gleiche lief auch in der Vergangenheit mit der Vogelgrippe und mit SARS ab, eine völlig übertriebene Angstmacherei, mit daraus folgender Gesundheitsschädigung und Geldverschwendung, nur wegen der Profitgier der kriminellen Pillendreher.

Jedes Mal haben die sogenannten Experten uns erzählt, dass Millionen Menschen weltweit durch diese Viren sterben werden. Wir haben feststellen müssen, die Experten lagen komplett falsch,“ sagte Dr. Ulrich Keil, Epidemiologe, Professor an der Universität Münster und ebenfalls Berater der WHO.

Diese Vorgehensweise ist unverantwortlich, weil diese Angstkampagnen die Prioritäten in der öffentlichen Gesundheit falsch setzen,” sagte er. Die Todesfälle aus einer Grippeepidemie sind viel geringer als die Anzahl welche durch chronische Krankheiten, wie Herzleiden, Krebs, Hirnschläge oder Diabetes sterben, fügte er hinzu.

Und Dr. Wolfgang Wodarg hat in einem Interview mir gegenüber gesagt, die Schweinegrippepandemie wurde erfunden, um den Pharmafirmen riesen Profite zu ermöglichen.

Laut Informationen die mir zugespielt wurden, soll der saisonale Grippeimpfstoff für kommenden Herbst aus einer Kombination von Schweingrippeimpfstoff und zwei saisonalen Grippesträngen in einer Dosis gemischt werden. Möglichweise werden so die grossen Restebestände wiederverwertet und unter die Leute gebracht.

Eines ist klar, bei der nächsten Panikmache der Gesundheitsbehörden kann man nur noch lachen und ihnen den Mittelfinger zeigen, denn sie haben sich als unglaubwürdige und korrupte Helfershelfer der Pharmamafia entlarvt, denen unsere Gesundheit völlig egal ist.

Verwandter Artikel: Interview mit Dr. Wolfgang Wodarg über die Schweinegrippepandemie



Sonntag, 13. Juni 2010

Die Mossad-Mär über Adolf Eichmann

Von Israels Geheimdienst mit fünf Lügen 50 Jahre an der Nase herumgeführt

Von Gaby Weber

Am 22. Mai 1960 wurde der Kriegsverbrecher und Nazi Adolf Eichmann in Israel gefangengenommen. Seine Verhaftung hatte wohl weniger mit seiner Nazivergangenheit zu tun als mit seinem Wissen über eine Atomconnection zwischen BRD, Israel und Argentinien. Die in Buenos Aires arbeitende freie Journalistin Gaby Weber ist dem, was wir über den im Reichssicherheitshauptamt für die Ermordung von etwa sechs Millionen Menschen mitverantwortlichen SS-Obersturmbannführers zu wissen glauben, jahrelang nachgegangen und widerlegt mit ihren Rechercheergebnissen in dem Buch „chatting with Sokrates – Dialog über Öl, Atom und Eichmann“ manches, was uns in Geschichtsbüchern, Filmen und Wikipedia weisgemacht wurde. – Die Redaktion

Eichmann mit dem Totenkopf der okkult-kryptojüdischen Freimaurer


So steht es in den Geschichts-büchern: Der Mossad hat in einer heldenhaften Aktion Adolf Eichmann wegen seiner Verbrechen am jüdischen Volk aus Buenos Aires entführt. Ein Satz, fünf Lügen. Erstens war es nicht der Mossad, der im Mai 1960 in Argentinien am Werk war, sondern ein kleiner Geheimdienst Israels, der dort Atomtechnologie „beschaffte“. Zweitens war es keine heldenhafte, vielmehr eine dilettantische Aktion. Drittens war der Grund für Eichmanns Abtrans- port nicht seine Beteiligung am Holocaust, sondern weil er zuviel redete. Viertens wurde er nicht entführt und fünftens nicht aus Buenos Aires.
Natürlich kann man sich auf den Standpunkt stellen: Auf welchem Weg Eichmann nach Israel gelangte, sei unwichtig; selbst wenn die Version des Mossad nicht stimme, entscheidend sei, daß er vor einem Gericht gelandet war. Das war sicher wichtig, wenngleich ein internationales Tribunal, wie es seinerzeit die Prozeß-beobachterin in Jerusalem, Hannah Arendt, gefordert hatte, für mehr Trans- parenz gesorgt hätte. Doch ist nicht die historische Wahrheit ein Ganzes? Wenn ja, dann ist die Frage berechtigt, wie die Fabeln des Geheimdienstes in die Geschichtsbücher gelangen konnten.

Fest steht, daß am 23. Mai 1960 Israels Premierminister David Ben Gurion bekanntgab, Eichmann sei am Vortag in Israel verhaftet worden. Tage später schickte er seinem argentinischen Amtskollegen Arturo Frondizi eine diplomatische Note, in der er sich für das Auftreten von „Freiwilligen“ auf argentinischem Territorium entschuldigte. Von „Entführung“ war nicht die Rede. Davon sprachen nur die Journalisten. Doch einmal auf Papier gebracht, plapperten es am Ende alle nach.
Was der Geheimdienst gedruckt sehen wollte.

Mit den Jahren gefiel auch dem Mossad diese Darstellung. Damals hatte sich die Welt noch nicht an die Verletzung internationalen Rechts durch israelische Sicherheitskräfte gewöhnt. Auch nach dem Anschlag auf die Olympiamannschaft 1972 entschied der Mossad, die Mitglieder des Kommandos „Schwarzer September“ weltweit zu jagen, Landesgrenzen spielten keine Rolle.



Eichmann in Israel vor Gericht Quelle: wikimedia

1975 erzählte Mossad-Chef Isser Harel, der „Kleine“, in seinem Buch „Das Haus in der Garibaldi-Straße“ von der Jagd auf Eichmann. Der Mossad habe ihn am Abend des 11. Mai 1960 in einen Wagen gezerrt, tagelang in einer konspirativen Wohnung in Buenos Aires festgehalten und am 20. Mai in die Maschine der El-Al am internationalen Flughafen im 35 Kilometer weiter westlich gelegenen Ezeiza gesetzt. Dieser Flieger hatte eine israelische Regierungsdelegation eingeflogen und stand nun für den Rückflug bereit. Mit einer Zwischenlandung in Dakar sei das Flugzeug am 22. Mai 1960 um 7.35 Uhr mit Eichmann an Bord in Israel gelandet.

Es folgten zwei Bücher von anderen Mossad-Agenten, das letzte von Zvi Aharoni zusammen mit dem langjährigen BND-Spitzel Wilhelm Dietl. Alle diese Machwerke basieren auf dem, was der Geheimdienst gedruckt sehen wollte.

Offensichtlich prüfte diese Version bisher niemand. Alle „übersahen“, daß die Version gar nicht der Wahrheit entsprechen konnte. Die El-Al-Maschine, eine Bristol Britannia, besitzt nämlich nicht die Reichweite, um die Strecke Buenos Aires-Dakar ohne Zwischenlandung zu bewältigen. Sie mußte, wie auf dem Hinflug, in Brasilien auftanken. An diesem physikalischen Gesetz führt kein Weg vorbei.


Von der dem Mossad nachgesagten Effizienz ist bei seiner Unternehmung in Argentinien wenig zu spüren. Nicht nur die vorangegangene Observation Eichmanns war dilettantisch. Die Agenten warfen einen Blick auf dessen ärmliche Bleibe und entschieden, daß ein so hoher Nazi so nicht hausen könne. Nicht der Mossad entdeckte den Kriegsverbrecher, sondern der alte, erblindete Antifaschist Lothar Hermann, der den Frankfurter Generalstaatsanwalt Fritz Bauer informierte, der massiven Druck auf die Regierung in Tel Aviv ausüben mußte, um diese in Bewegung zu setzen.

"Nazi-Jäger“ Simon Wiesenthal Quelle: wikimedia.org

Vermutlich wußten alle Geheimdienste, inklusive Mossad, was die Nazis in Südamerika trieben. 1954 teilte der Nazijäger Simon Wiesenthal dem Präsidenten des jüdischen Weltkongresses mit, daß Eichmann auf einer Baustelle von AEG und Siemens in der Nähe von Buenos Aires gesichtet worden war (eine Kopie dieser Mitteilung liegt im US- Bundesarchiv). Simon Wiesenthal wollte die CIA zum Handeln bewegen, doch die US-Regierung entschied: not our business – nicht unsere Aufgabe. Man brauchte ja die „alten Kameraden“ im Kalten Krieg; der BND wurde von ihnen bevölkert. Damals verjährte Mord nach 20 Jahren, von „Genozid“ und „Verbrechen gegen die Menschheit“ war noch nicht die Rede. Die Nazis planten, ein paar Jahre in der Pampa zu verbringen und spätestens 1965 auf ihre Posten in Bonn zurückzukehren. Sie fühlten sich wie eine Regierung im Wartestand, und weil die weitere Zukunft der beiden deutschen Staaten für Adenauer ungeklärt war, wollte dieser es sich mit ihnen auch nicht verderben.



Lakam wird aktiv

Am 11. Mai kam Eichmann von seiner Arbeitsstelle bei Mercedes-Benz, als ihn vor seiner Haustür israelische Agenten unter dem Kommando von Rafi Eitan, einem engen Vertrauten des damaligen Vizeverteidigungsministers Schimon Peres, erwarteten. Der Mai ist in Südamerika tiefster Winter, was die Agenten nicht gewußt hatten. Sie waren in Sommerkleidung angereist. Keiner von ihnen sprach spanisch. Wegen Eitans Schwerhörigkeit wäre die Operation fast mißlungen, doch Eichmann landete in einer geräumigen Chrysler-Limousine, die ein ehemaliger Kämpfer des jüdischen Bataillons der britischen Armee und ebenfalls Vertrauter von Peres als „gestohlen“ gemeldet hatte.


Lakam-Chef Rafi Eitan Quelle: wikimedia

Eitan gehörte nicht zum Mossad, sondern leitete den Geheimdienst Lakam, 1957 unter dem Dach des Verteidigungsministeriums zur Beschaffung von Technologie für das Atomprogramm gegründet. In den 80er Jahren wurde Lakam auf Verlangen der USA aufgelöst, nachdem Eitans V-Mann bei der US-Navy, Jonathan Pollard, aufgeflogen war. Wo, wie lange und von wem Eichmann gefangengehalten wurde, ist bis heute nicht bekannt. Das Kommando soll vom polizeilichen Geheimdienst observiert worden sein, aber diese Protokolle fehlen im argentinischen Bundesarchiv.

Es wäre geschickt gewesen, den Zeitpunkt der Ergreifung so zu legen, daß Eichmann mit der El-Al außer Landes gebracht werden konnte, noch bevor seine Entführung aufgefallen war. So hätte man Polizeikontrollen und Repressalien gegen die jüdische Bevölkerung vor Ort vermieden. Damals lebten Tausende Nazis, die im Nachkriegsdeutschland wegen ihrer Kriegsverbrechen Strafverfolgung fürchteten, in der argentinischen Hauptstadt. Es war damit zu rechnen, daß sie es nicht einfach hinnehmen würden, daß diejenigen, die sie noch wenige Jahre zuvor ihrer Vernichtung zugeführt hatten, einen der Ihren kidnappten. Aber der Schutz der jüdischen Gemeinde besaß wohl keine Priorität.
Man hätte die Geisel auch mit demselben Kleinflugzeug – das am Morgen des 11. Mai, mit mehreren Agenten an Bord aus Montevideo kommend, auf einem lokalen Flughafen in Buenos Aires gelandet war –, nach Uruguay ausfliegen können. So hätte man sich einem Zugriff der deutschlandfreundlichen, argentinischen Sicherheitskräfte entzogen. Der Pilot der Maschine bestreitet, daß dies geschehen sei. Der Flieger, eine Apache-Piper, gehörte dem Schwiegervater des texanischen Ölmanagers William Negley, der Anfang der 40er Jahre für Standard Oil in Venezuela saß. Der Ölmulti wollte den Nachschub für die Wehrmacht an der Ostfront sicherstellen und schickte seine Leute in neutrale ölproduzierende Länder – nach Argentinien einen gewissen William Mosetti.



Der Sproß einer Patrizierfamilie aus Triest war Offizier im Abessinien-Feldzug auf der Seite Mussolinis gewesen, dann in Alexandria für General Motors tätig. Dessen Chef, John D. Rockefeller jr., schickte ihn 1940 in das erdölproduzierende Argentinien, das enge Beziehungen zu den Achsenmächten unterhielt. Doch die Alliierten kontrollierten die Seewege und ließen Öltanker an Deutschland, Italien und Japan nicht mehr passieren. 1943 fuhr Mosetti in die USA und landete beim Geheimdienst der US-Army. Nach Kriegsende war er in Stuttgart bei der US-Militärregierung tätig. Dort entstand sein Kontakt zu Daimler-Benz.

Der Autobauer nahm ihn Ende der 50er Jahre unter Vertrag, nachdem seine argentinische Niederlassung wegen Nazigeldwäsche beschlagnahmt worden war. Es dauerte über drei Jahre, bis Mercedes-Benz Argentina legalisiert wurde. Mosetti wurde Generaldirektor und damit Chef von Ricardo Klement alias Adolf Eichmann. Als der am Morgen des 12. Mai nicht an seinem Arbeitsplatz in der Lastwagenfabrik erschien, meldete ihn Mosetti bei der Sozialversicherung ab, obwohl zu diesem Zeitpunkt noch niemand wußte, daß Kollege Eichmann nicht an seinen Arbeitsplatz in der Elektrik zurückkehren würde.



Liaison zwischen Mossad und BND

Wie bei jeder Entführung vermißte die Ehefrau Vera ihren nicht nach Hause gekommenen Mann. Sie alarmierte am nächsten Morgen die Söhne, die unter ihrem richtigen Namen in Buenos Aires lebten. Wie Sohn Klaus später aussagen wird, suchte er zunächst mit 200 Kollegen aus der Mercedes-Fabrik auf ihren Motorrädern die Umgebung ab. Man habe, sagte er, die Sprengung der israelischen Botschaft diskutiert. Ob es zu antisemitischen Ausschreitungen nach dem Vorbild der Reichskristallnacht kam, geht aus der zeitgenössischen Presse und den Berichten des polizeilichen Geheimdienstes nicht hervor. Es finden sich in den Polizeiakten aber mehrere Protokolle über Bombenanschläge in Cafés und gegen einen Polizeifunktionär – allerdings erst nach der Bekanntgabe der Verhaftung Eichmanns in Israel durch Ben Gurion.


Klaus Eichmann, stramm nach nationalsozialistischen Grundsätzen erzogen, bat die Armeeführung um Hilfe, unter deren Schutz die Nazis in Argentinien standen. Was die unternahm, ist nicht bekannt, in den argentinischen Archiven fehlt jeglicher Hinweis darauf. Es ist aber unschwer zu erraten, daß die Generäle empört über die Präsenz ausländischer Sicherheitskräfte auf ihrem Territorium waren.

Viele Jahre später wird Jorge Antonio, rechte Hand von General Juan Domingo Perón und Gründer von Mercedes-Benz Argentina, mir und dem argentinischen Fernsehen gegenüber erklären, daß es die eigenen Streitkräfte waren, die Eichmann in einem argentinischen Flugzeug in das Land abgeschoben hatten, aus dem er 1950 gekommen war: nach Brasilien. Genaugenommen nach Natal, im äußersten Nordosten des Amazonasstaates. Die brasilianischen Behörden wollten den Ausländer mit falschen Papieren nicht ins Land lassen und setzten ihn ins nächste Flugzeug, das bereit war, ihn aufzunehmen. Und das nächste Flugzeug war „zufällig“ die El-Al-Maschine bei der Zwischenlandung auf ihrem Rückweg nach Israel. Die Gefangenenübergabe wurde mir von brasilianischen Behörden bestätigt. So landete der Kriegsverbrecher wenig heldenhaft wieder bei den Agenten, die ihm zehn Tage zuvor an seiner Haustür aufgelauert hatten.




Was sich in den zehn Tagen, zwischen dem 11. und dem 21. Mai, hinter den Kulissen abgespielt hat, darüber werden hoffentlich die Akten des BND Auskunft geben, auf deren Herausgabe ich erfolgreich vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt habe. Zum Thema „Eichmann in Argentinien“ will Pullach 3500 Blatt besitzen. Das Material sei streng geheim und stamme vor allem von einem Geheimdienst aus dem Nahen Osten – sprich vom Mossad.


Allein aus dieser Tatsache ergibt sich zwingend, daß die Geschichte anders war, als sie die Abteilung „Desinformation“ des Mossad darstellt. Die wahre Geschichte hat der Bundesnachrichtendienst (BND) gerne mit anderen Diensten geteilt, nicht nur mit dem Mossad. Der CIA hatte er bereits im März 1958 Eichmanns genauen Aufenthaltsort und Decknamen mitgeteilt, wie aus einem jüngst freigegebenen Dokument der CIA hervorgeht. Warum der BND den Aufenthaltsort des flüchtigen Kriegsverbrechers nicht der Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Main, die Haftbefehl gegen Eichmann erlassen hatte, mitgeteilt und damit den Nazi vor Strafverfolgung geschützt hatte, geht aus den bisher vorliegenden Unterlagen nicht hervor.

Auch wenn heute vieles noch ungeklärt ist – es stellen sich mehrere Fragen: Welchem Umstand ist es zu verdanken, daß bereits 1960 das Verhältnis zwischen Mossad und BND innig war? So innig, daß das Bundeskanzleramt diese Liaison bis heute am liebsten komplett zum Staatsgeheimnis erklären würde. Der BND war gerade erst aus der „Organisation Gehlen“ hervorgegangen, benannt nach dem Nazigeneral Reinhard Gehlen. Seine Truppe bestand fast ausschließlich aus „bewährten“ Kameraden der Abwehr und der SS. Wieso arbeiteten die Sicherheitskräfte des jungen Staates Israel eng mit dieser braunen Truppe zusammen?

Die Atomconnection
Besonders merkwürdig ist aber auch, daß die argentinischen Generäle den flüchtigen Nazi den Israelis de facto auslieferten. Bis heute sind in der Armee starke antisemitische Tendenzen vorhanden, vor 50 Jahren aber noch offener Rassismus. Warum schützten sie, im Gegensatz zu anderen Nazis, Eichmann nicht? Hing das mit der geheimen Zusammenarbeit auf nuklearem Gebiet zusammen, von der Eichmann wußte? Er hatte Kontakte nach Bariloche, einer Stadt am Fuß der Anden. Dort hatten die deutschen Atomforscher aus Hitlers Atomprojekt das Forschungszentrum für die Nationale Atomkommission Argentiniens aufgebaut. War Eichmann eine Gefahr, weil er mit dem niederländischen SS-Mann Willem Sassen ein Buch über die »Endlösung« schreiben und dabei auch über seine langjährige Kooperation mit den zionistischen Organisationen berichten wollte? Oder stritt man sich in der Naziszene um die Aufteilung des während des Dritten Reichs geraubten Vermögens? Nach Informationen von Simon Wiesenthal hatte Eichmann in Europa verstecktes Beutegut, darunter Gold und Wertgegenstände aus dem Bestand der Judenvermögensabgabe, gesichert und damit die Fluchtbewegungen der Nazis über die „Rattenlinie“ finanziert.


In der Mitte: BND-Gründer Gehlen

Die Flucht der NaZis nach Süd-Amerika über die "Rattenline" des Vatikan wurde mit falschen Passen des Malteserordens ermöglicht. Die NaZis haben dem dummen Volk das Hakenkreuz präsentiert. Sie selbst haben sich allerding alle mit einem Malteserorden geschmückt.




In Argentinien weilten also deutsche Atomwissenschaftler, die schon an Hitlers Atomprojekt mitarbeiteten. Von denen wollte Schimon Peres Know-how. Zunächst hatte er versucht, die Franzosen zur Entwicklung der israelischen Atombombe zu bewegen. Sie bauten in der Negev-Wüste das Kernkraftwerk Dimona, das über einen nicht zugänglichen unterirdischen Bereich verfügt. Doch Frankreichs Staatschef Charles de Gaulle gab dem Druck aus Washington nach und ließ die Israelis mit ihren atomaren Wünschen alleine. Ende der 50er Jahre wandte sich Peres an die argentinische Atomkommission, damals unter militärischer Leitung, sowie an Adenauer und seinen ersten Atomminister (danach Verteidigungsminister) Franz Josef Strauß. Man verfolgte die gleichen Interessen. Die in Argentinien forschenden deutschen Nuklearwissenschaftler halfen Peres, und Adenauer spendete dem Chaim-Weizman-Institut im Jahr 1960 drei Millionen D-Mark für die nukleare Kooperation. Erst fünf Jahre später sollten Tel Aviv und Bonn diplomatische Beziehungen aufnehmen.

Wahrscheinlich war nicht nur Eichmanns Wissen über das brisante Dreiecksgeschäft und die Lieferung von Natururan und Schwerem Wasser ausschlaggebend dafür, daß man ihn aus dem Verkehr gezogen hat. Tatsache ist, daß die Naziszene in Argentinien keineswegs traurig war, als Eichmann in die Hände der Israelis geriet. So etwa Wilfred von Oven, einst Adjutant von Joseph Goebbels, dann Korrespondent des Spiegels in Südamerika. Von Oven zeigte immer gerne den von Rudolf Augstein persönlich unterzeichneten Presseausweis. Er leitete am Rio de la Plata in den 50er Jahren mehrere Nazipostillen, und bei YouTube sind heute noch einige seiner Widerlichkeiten über Juden anzusehen. Befragt, wie er und seine Kumpane auf die sogenannte Eichmann-Entführung reagiert hatten, antwortet er mir: „Wir waren alles andere als traurig. Eichmann hat ja die Juden nicht ins Konzentrationslager, sondern aus dem KZ herausgebracht.“
Das stimmt zumindest für die Zeit bis Kriegsausbruch. Wie aus den Unterlagen des Auswärtigen Amtes und des Bundesarchivs in Berlin und Koblenz hervorgeht, koordinierte Eichmann zunächst die jüdische Emigration nach Palästina. Mitte 1933 hatten zionistische Organisationen den Haavara-Vertrag mit der Regierung Adolf Hitlers abgeschlossen, über den jüdisches Kapital aus Deutschland nach Palästina transferiert werden sollte. Während Antifaschisten wegen der sofort einsetzenden Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung zu einem weltweite Boykottbewegung deutscher Produkte aufriefen, sprachen sich die Vertreter des Zionismus auf jüdischen Kongressen gegen diesen Boykott aus und vertrieben Waren „made in Germany“ im Nahen Osten. Eichmann reiste für den Sicherheitsdienst (SD) nach Kairo und Palästina, um diese Kontakte zu intensivieren. Als Leiter der »Zentralstelle für jüdische Auswanderung« im besetzten Wien und dann in Berlin ging er mit Terror gegen die jüdischen Bewohner vor, von „freiwilliger“ Auswanderung war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die Rede. Der Naziterror ließ die Auswandererzahlen emporschnellen. Letzteres war auch im Interesse der Zionisten. Erst mit Kriegsausbruch 1939 kam die Migration nach Palästina zum Erliegen. Im Januar 1942 führte Eichmann das Protokoll der Wannsee-Konferenz, auf der die systematische Vernichtung der europäischen Juden beschlossen und dann von ihm organisiert wurde.
Was Eichmann nach 1945 verbrochen hat – darüber erhoffe ich mir Aufschlußreiches aus den Akten des BND. Warum haben sich deutsche Historiker um dieses Material nicht früher bemüht? (PK)
Gaby Webers Buch über ihre Eichmann-Recherche “Chatting with Sokrates. Dialog um Öl, Atom und Eichmann. Ein Theaterstück“, wurde 2008 im Verlag „Die Buchmacherei“ veröffentlicht. Eine nicht unwichtige Rolle spielen darin auch Standard Oil, Deutsche Bank, Daimler-Benz und Degussa. Letztere hatte Zyklon B für Auschwitz und Uranmetall für Hitlers „Uranprojekt“ produziert. Den oben stehenden Beitrag konnte man vergangene Woche in der jungen Welt lesen. Mehr unter www.gabyweber.com

Klaus Eichmann, stramm nach nationalsozialistischen Grundsätzen erzogen, bat die Armeeführung um Hilfe, unter deren Schutz die Nazis in Argentinien standen. Was die unternahm, ist nicht bekannt, in den argentinischen Archiven fehlt jeglicher Hinweis darauf. Es ist aber unschwer zu erraten, daß die Generäle empört über die Präsenz ausländischer Sicherheitskräfte auf ihrem Territorium waren.

Viele Jahre später wird Jorge Antonio, rechte Hand von General Juan Domingo Perón und Gründer von Mercedes-Benz Argentina, mir und dem argentinischen Fernsehen gegenüber erklären, daß es die eigenen Streitkräfte waren, die Eichmann in einem argentinischen Flugzeug in das Land abgeschoben hatten, aus dem er 1950 gekommen war: nach Brasilien. Genaugenommen nach Natal, im äußersten Nordosten des Amazonasstaates. Die brasilianischen Behörden wollten den Ausländer mit falschen Papieren nicht ins Land lassen und setzten ihn ins nächste Flugzeug, das bereit war, ihn aufzunehmen. Und das nächste Flugzeug war „zufällig“ die El-Al-Maschine bei der Zwischenlandung auf ihrem Rückweg nach Israel. Die Gefangenenübergabe wurde mir von brasilianischen Behörden bestätigt. So landete der Kriegsverbrecher wenig heldenhaft wieder bei den Agenten, die ihm zehn Tage zuvor an seiner Haustür aufgelauert hatten.



Was sich in den zehn Tagen, zwischen dem 11. und dem 21. Mai, hinter den Kulissen abgespielt hat, darüber werden hoffentlich die Akten des BND Auskunft geben, auf deren Herausgabe ich erfolgreich vor dem Bundesverwaltungsgericht geklagt habe. Zum Thema „Eichmann in Argentinien“ will Pullach 3500 Blatt besitzen. Das Material sei streng geheim und stamme vor allem von einem Geheimdienst aus dem Nahen Osten – sprich vom Mossad.
Allein aus dieser Tatsache ergibt sich zwingend, daß die Geschichte anders war, als sie die Abteilung „Desinformation“ des Mossad darstellt. Die wahre Geschichte hat der Bundesnachrichtendienst (BND) gerne mit anderen Diensten geteilt, nicht nur mit dem Mossad. Der CIA hatte er bereits im März 1958 Eichmanns genauen Aufenthaltsort und Decknamen mitgeteilt, wie aus einem jüngst freigegebenen Dokument der CIA hervorgeht. Warum der BND den Aufenthaltsort des flüchtigen Kriegsverbrechers nicht der Staatsanwaltschaft in Frankfurt/Main, die Haftbefehl gegen Eichmann erlassen hatte, mitgeteilt und damit den Nazi vor Strafverfolgung geschützt hatte, geht aus den bisher vorliegenden Unterlagen nicht hervor.
Auch wenn heute vieles noch ungeklärt ist – es stellen sich mehrere Fragen: Welchem Umstand ist es zu verdanken, daß bereits 1960 das Verhältnis zwischen Mossad und BND innig war? So innig, daß das Bundeskanzleramt diese Liaison bis heute am liebsten komplett zum Staatsgeheimnis erklären würde. Der BND war gerade erst aus der „Organisation Gehlen“ hervorgegangen, benannt nach dem Nazigeneral Reinhard Gehlen. Seine Truppe bestand fast ausschließlich aus „bewährten“ Kameraden der Abwehr und der SS. Wieso arbeiteten die Sicherheitskräfte des jungen Staates Israel eng mit dieser braunen Truppe zusammen?
Die Atomconnection
Besonders merkwürdig ist aber auch, daß die argentinischen Generäle den flüchtigen Nazi den Israelis de facto auslieferten. Bis heute sind in der Armee starke antisemitische Tendenzen vorhanden, vor 50 Jahren aber noch offener Rassismus. Warum schützten sie, im Gegensatz zu anderen Nazis, Eichmann nicht? Hing das mit der geheimen Zusammenarbeit auf nuklearem Gebiet zusammen, von der Eichmann wußte? Er hatte Kontakte nach Bariloche, einer Stadt am Fuß der Anden. Dort hatten die deutschen Atomforscher aus Hitlers Atomprojekt das Forschungszentrum für die Nationale Atomkommission Argentiniens aufgebaut. War Eichmann eine Gefahr, weil er mit dem niederländischen SS-Mann Willem Sassen ein Buch über die »Endlösung« schreiben und dabei auch über seine langjährige Kooperation mit den zionistischen Organisationen berichten wollte? Oder stritt man sich in der Naziszene um die Aufteilung des während des Dritten Reichs geraubten Vermögens? Nach Informationen von Simon Wiesenthal hatte Eichmann in Europa verstecktes Beutegut, darunter Gold und Wertgegenstände aus dem Bestand der Judenvermögensabgabe, gesichert und damit die Fluchtbewegungen der Nazis über die „Rattenlinie“ finanziert.
In Argentinien weilten also deutsche Atomwissenschaftler, die schon an Hitlers Atomprojekt mitarbeiteten. Von denen wollte Schimon Peres Know-how. Zunächst hatte er versucht, die Franzosen zur Entwicklung der israelischen Atombombe zu bewegen. Sie bauten in der Negev-Wüste das Kernkraftwerk Dimona, das über einen nicht zugänglichen unterirdischen Bereich verfügt. Doch Frankreichs Staatschef Charles de Gaulle gab dem Druck aus Washington nach und ließ die Israelis mit ihren atomaren Wünschen alleine. Ende der 50er Jahre wandte sich Peres an die argentinische Atomkommission, damals unter militärischer Leitung, sowie an Adenauer und seinen ersten Atomminister (danach Verteidigungsminister) Franz Josef Strauß. Man verfolgte die gleichen Interessen. Die in Argentinien forschenden deutschen Nuklearwissenschaftler halfen Peres, und Adenauer spendete dem Chaim-Weizman-Institut im Jahr 1960 drei Millionen D-Mark für die nukleare Kooperation. Erst fünf Jahre später sollten Tel Aviv und Bonn diplomatische Beziehungen aufnehmen.

Wahrscheinlich war nicht nur Eichmanns Wissen über das brisante Dreiecksgeschäft und die Lieferung von Natururan und Schwerem Wasser ausschlaggebend dafür, daß man ihn aus dem Verkehr gezogen hat. Tatsache ist, daß die Naziszene in Argentinien keineswegs traurig war, als Eichmann in die Hände der Israelis geriet. So etwa Wilfred von Oven, einst Adjutant von Joseph Goebbels, dann Korrespondent des Spiegels in Südamerika. Von Oven zeigte immer gerne den von Rudolf Augstein persönlich unterzeichneten Presseausweis. Er leitete am Rio de la Plata in den 50er Jahren mehrere Nazipostillen, und bei YouTube sind heute noch einige seiner Widerlichkeiten über Juden anzusehen. Befragt, wie er und seine Kumpane auf die sogenannte Eichmann-Entführung reagiert hatten, antwortet er mir: „Wir waren alles andere als traurig. Eichmann hat ja die Juden nicht ins Konzentrationslager, sondern aus dem KZ herausgebracht.“

Das stimmt zumindest für die Zeit bis Kriegsausbruch. Wie aus den Unterlagen des Auswärtigen Amtes und des Bundesarchivs in Berlin und Koblenz hervorgeht, koordinierte Eichmann zunächst die jüdische Emigration nach Palästina. Mitte 1933 hatten zionistische Organisationen den Haavara-Vertrag mit der Regierung Adolf Hitlers abgeschlossen, über den jüdisches Kapital aus Deutschland nach Palästina transferiert werden sollte. Während Antifaschisten wegen der sofort einsetzenden Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung zu einem weltweite Boykottbewegung deutscher Produkte aufriefen, sprachen sich die Vertreter des Zionismus auf jüdischen Kongressen gegen diesen Boykott aus und vertrieben Waren „made in Germany“ im Nahen Osten. Eichmann reiste für den Sicherheitsdienst (SD) nach Kairo und Palästina, um diese Kontakte zu intensivieren. Als Leiter der »Zentralstelle für jüdische Auswanderung« im besetzten Wien und dann in Berlin ging er mit Terror gegen die jüdischen Bewohner vor, von „freiwilliger“ Auswanderung war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die Rede. Der Naziterror ließ die Auswandererzahlen emporschnellen. Letzteres war auch im Interesse der Zionisten. Erst mit Kriegsausbruch 1939 kam die Migration nach Palästina zum Erliegen. Im Januar 1942 führte Eichmann das Protokoll der Wannsee-Konferenz, auf der die systematische Vernichtung der europäischen Juden beschlossen und dann von ihm organisiert wurde.
Was Eichmann nach 1945 verbrochen hat – darüber erhoffe ich mir Aufschlußreiches aus den Akten des BND. Warum haben sich deutsche Historiker um dieses Material nicht früher bemüht? (PK)
Gaby Webers Buch über ihre Eichmann-Recherche “Chatting with Sokrates. Dialog um Öl, Atom und Eichmann. Ein Theaterstück“, wurde 2008 im Verlag „Die Buchmacherei“ veröffentlicht. Eine nicht unwichtige Rolle spielen darin auch Standard Oil, Deutsche Bank, Daimler-Benz und Degussa. Letztere hatte Zyklon B für Auschwitz und Uranmetall für Hitlers „Uranprojekt“ produziert. Den oben stehenden Beitrag konnte man vergangene Woche in der jungen Welt lesen. Mehr unter www.gabyweber.com

http://www.nrhz.de/flyer/beitrag.php?id=15182

Samstag, 22. Mai 2010

Eichmann, Peres und die Atombombe

Brisante, wenn auch nicht neue Geschichte in der "jungen Welt":

Die Mossad-Mär
Von Gaby Weber


Am 22. Mai 1960 wurde der Kriegsverbrecher und Nazi Adolf Eichmann in Israel gefangengenommen. Seine Verhaftung hatte wohl weniger mit seiner Nazivergangenheit zu tun als mit seinem Wissen über eine Atomconnection zwischen BRD, Israel und Argentinien.
In Argentinien weilten also deutsche Atomwissenschaftler, die schon an Hitlers Atomprojekt mitarbeiteten. Von denen wollte Schimon Peres Know-how. Zunächst hatte er versucht, die Franzosen zur Entwicklung der israelischen Atombombe zu bewegen. Sie bauten in der Negev-Wüste das Kernkraftwerk Dimona, das über einen nicht zugänglichen unterirdischen Bereich verfügt. Doch Frankreichs Staatschef Charles de Gaulle gab dem Druck aus Washington nach und ließ die Israelis mit ihren atomaren Wünschen alleine. Ende der 50er Jahre wandte sich Peres an die argentinische Atomkommission, damals unter militärischer Leitung, sowie an Adenauer und seinen ersten Atomminister (danach Verteidigungsminister) Franz Josef Strauß. Man verfolgte die gleichen Interessen. Die in Argentinien forschenden deutschen Nuklearwissenschaftler halfen Peres, und Adenauer spendete dem Chaim-Weizman-Institut im Jahr 1960 drei Millionen D-Mark für die nukleare Kooperation. Erst fünf Jahre später sollten Tel Aviv und Bonn diplomatische Beziehungen aufnehmen.Blocksatz
Die alte NaZionistische Connection:
Wie aus den Unterlagen des Auswärtigen Amtes und des Bundesarchivs in Berlin und Koblenz hervorgeht, koordinierte Eichmann zunächst die jüdische Emigration nach Palästina. Mitte 1933 hatten zionistische Organisationen den Haavara-Vertrag mit der Regierung Adolf Hitlers abgeschlossen, über den jüdisches Kapital aus Deutschland nach Palästina transferiert werden sollte. Während Antifaschisten wegen der sofort einsetzenden Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung zu einem weltweite Boykottbewegung deutscher Produkte aufriefen, sprachen sich die Vertreter des Zionismus auf jüdischen Kongressen gegen diesen Boykott aus und vertrieben Waren »made in Germany« im Nahen Osten. Eichmann reiste für den Sicherheitsdienst (SD) nach Kairo und Palästina, um diese Kontakte zu intensivieren. Als Leiter der »Zentralstelle für jüdische Auswanderung« im besetzten Wien und dann in Berlin ging er mit Terror gegen die jüdischen Bewohner vor, von »freiwilliger« Auswanderung war ab diesem Zeitpunkt nicht mehr die Rede. Der Naziterror ließ die Auswandererzahlen emporschnellen. Letzteres war auch im Interesse der Zionisten.

Der SPÖ-Parteisekretär Heinz Fischer wollte einst die dubiose Figur Simon Wiesenthal untersuchen lassen, der auch die unglaubwürdige Story von der Entdeckung des argentinischen Aufenthaltsort Adolf Eichmanns in die Welt gesetzt hat.

Heute ist der Präsident Heinz Fischer auf gutem Fuß mit dem Vater der nazionistischen Atombombe:

Montag, 3. Mai 2010

Bundesverwaltungsgericht erklärt Einbehaltung von Eichmann-Akten durch BND für rechtswidrig



(03.05.10) Leipzig / Sachsen: Wie SPIEGEL ONLINE am 30. April mitteilte, fällte das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig ein Urteil, nachdem das Kanzleramt dazu genötigt wird, die bislang unter Verschluß gehaltenen Akten über Adolf Eichmann (1906-1962) für die Öffentlichkeit freizugeben.

Eichmann gilt der offiziellen Zeitgeschichtsauffassung als Symbolgestalt für die Judenbeseitigungim Dritten Reich. Eichmann war nach dem Krieg ins argentinische Exil gegangen, wo er 1960 von einem Mossad-Kommando gegen alles Völkerrecht entführt wurde. Nach einem aufsehenerregenden Schauprozeß, dessen Ausgang freilich vorbestimmt war, wurde Eichmann in Israel zum Tode verurteilt und (als "nützlicher Idiot") 1962 hingerichtet.

Die Journalistin Gabriele Weber hatte sich um Akteneinsicht bemüht, die ihr aber auf Geheiß des Bundesnachrichtendienstes (BND) verwehrt wurde. Begründet wurde dies u. a. damit, daß eine Veröffentlichung der deutschen Nahostpolitik und der Zusammenarbeit des BND mit ausländischen Geheimdiensten schade. Zu dem machte man geltend, daß im Falle einer Veröffentlichung zum Schutz von Privatpersonen und BND-Informanten Teil der aus den 50iger und 60iger Jahren stammenden Akten geschwärzt werden müßten, was dem nach Ansicht des BND zu aufwendig wäre.

Das Bundesverwaltungsgericht erklärte die Weigerung des Kanzleramtes, als oberster Aufsichtsbehörde des BND, die Akten herauszugeben für rechtswidrig. Nach Ansicht des Gerichtes sind die vom BND geltend gemachten Geheimhaltungsgründe nur teilweise berechtigt und erlauben keine vollständige Zurückhaltung der Akten. Allerdings bescheinigte das Gericht dem BND auch, daß es der Behörde freistehe, eine erneute Sperrerklärung abzugeben, in der sie dann allerdings zwischen den Aktenteilen differenzieren müsse.

Ein Urteil, daß den Eindruck erweckt, daß es mit der Aktenherausgabe für die Journalistin wohl doch noch einige Zeit dauern wird, falls es durch eine neue Sperrklausel nicht noch generell unmöglich gemacht wird.

Wir gehen mal davon aus, daß Kanzleramt und BND alle Gründe haben, eine allzu offene Aufklärung des Falles Eichmanns nicht zu wünschen (weil Eichmann ein zionistischer Jude war..).

Siehe auch
Presseerklärung Bundesverwaltungsgericht 35/10 30.04.10

Spiegel Online 30.04.10

Die Welt 30.04.10

Adolf Eichmann – Wikipedia

Adolf Eichmann – Metapedia


Laut Programmankündigung sollte am 24.11.2006 bei “dradio” um 20.10 Uhr folgende Hörsendung laufen, die aber aus unbekannten Gründen kurzfristig abgesetzt wurde:
»F E A T U R E…Die Argentinien Connection
Die Geschichte von William Mosetti und Adolf Eichmann


Freitag, 24. November 2006
20.10 – 21.00 Uhr bei Deutschlandfunk

Am 23. Mai 1960 gibt David Ben-Gurion bekannt: “Adolf Eichmann befindet sich in israelischer Haft”.
Nach jahrelangen Recherchen kommt Gaby Weber zu der Erkenntnis: Nicht der israelische Geheimdienst Mossad habe den “Buchhalter des Todes” in Argentinien dingfest gemacht, und auch die Motive dürften andere gewesen sein als bisher behauptet: Eichmann sei nicht entführt worden, weil er den Holocaust organisiert hatte, sondern weil er – er war bei Mercedes-Benz Argentina angestellt – zuviel wusste.


Die Spur führt zu William Mosetti, der auf der Lohnliste von Standard Oil stand, der sich von der US-Army zum Geheimdienstagenten ausbilden ließ und der Ende der 50er Jahre von Daimler Benz angeheuert wurde, um das in Argentinien beschlagnahmte Nazi-Vermögen zu legalisieren. Am 29. April 1960 wurde Mosetti Generaldirektor von Mercedes-Benz Argentina. Zwölf Tage später wurde Eichmann entführt. Er wusste offenbar von dem geheimen Pakt der Erdölindustrie mit den Nazigrößen und der deutschen Industrie.


Autor: Gaby Weber, Aus der Reihe Studiozeit«

  • Weber G. (1987a): Machtprobe in Argentinien. In: die tageszeitung Nr. 2188, 21.04.1987, S. 3
  • Weber G. (1987b): Alfonsíns „Mut“ – „Befehlsnotstand“ für Argentiniens Militärs? In: die tageszeitung Nr. 2208, 15.05.1987, S. 4
  • Weber G. (1987c): Argentiniens Folter-Generäle haben gesiegt. In: die tageszeitung Nr. 2226, 06.06.1987, S. 6
  • Weber G. (1987d): Ein Mythos Argentiniens zerfällt. In: die tageszeitung Nr. 2265, 24.07.1987, S. 8
  • Weber G. (1988a): Ein Pyrrhussieg für die Demokratie. In: die tageszeitung Nr. 2411, 20.01.1988, S. 3
  • Weber G. (1988b): Uruguay weigert sich zu vergessen. In: die tageszeitung Nr. 2693, 21.12.1988, S. 7
  • Weber G. (1989a): Argentinische Armee macht Linke verantwortlich. In: die tageszeitung Nr. 2718, 26.01.1989, S. 7
  • Weber G. (1989b): Argentiniens Militärs in der Offensive: Präsident Alfonsin beruft Generäle in den neuen „Nationalen Sicherheitsrat“. In: die tageszeitung Nr. 2720, 28.01.1989, S. 6
  • Weber G. (1989c): Argentinien: Rechtsruck nach Kasernenbesetzung. In: die tageszeitung Nr. 2759, 15.03.1989, S. 9
  • Weber G. (1989d): Fasten für Ex-Junta-Chefs. In: die tageszeitung, Nr. 2965, 17.11.1989, S. 9
  • Weber G. (1989e): Die Guerilla zieht Bilanz. Giessen: Focus
  • Weber G. (1989f): Folterknecht Bussi ist Wahlsieger in Tucuman. In: die tageszeitung Nr. 2956, 07.11.1989, S. 7
  • Weber G. (1989g): Uruguay stimmt über die Diktatur ab. In: die tageszeitung Nr. 2785, 17.04.1989, S. 7
  • Weber G. (1989h): Neue Regierung in der Zwangsjacke. In: die tageszeitung Nr. 2986, 13.12.1989, S. 3
  • Weber G. (1990): Militärs lauern auf ihre Chance. In: die tageszeitung 3049, 05.03.1990, S. 7
  • Weber G. (1991): Präsident Menem, die Trucha und ein Mord. In: die tageszeitung 3387, 22.04.1991, S 14
  • Weber G. (2001a): Die Verschwundenen von Mercedes-Benz. Hamburg: Assoziation A
  • Weber G. (2001b): No hay milagros – Wunder gibt es nicht. Dokumentarfilm 100 Min. dt. / span. Argentinien
  • Weber G. (2004): Daimler-Benz und die Argentinien-Connection. Von Rattenlinien und Nazigeldern. Berlin/Hamburg: Assoziation A

Montag, 26. April 2010

Mossad und der jüdische Adolf Eichmann



gaby weber 19.04.2007

Viel wurde geschrieben über Eichmann, Bücher und Drehbücher, und immer auf der Grundlage der Mossad-Darstellung. Gerät diese Darstellung ins Wanken, fällt auch die Figur des "noblen Rächers" und der Mossad wirkt wie moralischer Hochstapler.

Der Mythos vom effizientesten Geheimdienst der Welt. Vom edlen Rächer zum moralischen Hochstapler?




Gaby Weber


Der israelische Premierminister, David Ben Gurion, hat nie behauptet, dass seine Regierung den Kriegsverbrecher Adolf Eichmann entführt hat. Diese Version kam in der Presse auf und mit der Zeit gefiel sich der Mossad in der Rolle des edlen Rächers, der, allein um der Gerechtigkeit willen, internationale Gesetze bricht. Ab 1975 veröffentlichen drei Mossad-Agenten, unter ihnen der Chef des Geheimdienstes, Isser Harel, Bücher, in denen sie detailliert beschreiben, wie sie nach jahrelanger Suche Eichmann schliesslich gefunden, vor seiner Haustür entführt und in der El Al Maschine ausser Landes geschafft haben wollen. Auf seiner homepage (www.mossad.gov.il - “history”) feiert der Mossad seine Heldentat. Viel davon ist frei erfunden. Die israelische Regierung dementierte aber nicht. Sie rechtfertigte ihre geheimen, ungesetzlichen Aktionen gegen Palästinenser mit dem Hinweis auf die ebenfalls illegale, aber moralisch gerechtfertigte Entführung Eichmanns.

Steven Spielberg läßt in seinem Dokumentarfilm "München" mehrere Male Golda Meir auftreten und das illegale Vorgehen gegen die Mitglieder des Kommandos "Schwarzer September", die 1972 bei der Olympiade in München israelische Sportler ermordet hatten, mit den Worten rechtfertigen: "So wie wir für Gerechtigkeit bei Eichmann gesorgt haben, sorgen wir auch für Gerechtigkeit bei den palästinensischen Terroristen".

Es ist eine historische Tatsache, dass die israelische Regierung jahrelang gewusst hat, dass Eichmann in Argentinien lebte und keinen Finger rührte. Dem Nazijäger Simon Wiesenthal war dies seit 1952 bekannt und er versuchte vergeblich, die israelischen Behörden zur Aktion gegen den Kriegsverbrecher zu bewegen. Ab 1957 teilte der deutsche Emigrant Lothar Hermann seinen Aufenthalt dem hessischen Generalstaatsanwalt Fritz Bauer mit, und der informierte mehrfach die Regierung in Tel Aviv. Aber nichts passierte. Wiesenthal schrieb in seinen Memoiren: "Die Israelis hatten kein Interesse mehr an Eichmann, sie mussten sich im Überlebenskampf gegen Nasser behaupten."

Interesse hatten die Israelis vor allem am Bau einer eigenen Atombombe.

In den fünfziger Jahren sah das US State Department die Regierung in Tel Aviv keinesfalls mit grösserer Sympathie. Es galt die Doktrin von Harry Truman, in den Nahen Osten keine Waffen zu liefern. Deshalb suchte Ben Gurion technologische Unterstützung für sein erstes Atomkraftwerk Dimona bei den Franzosen. Dem israelischen Angriff auf Ägypten in der Suezkrise war ein Abkommen mit Frankreich vorausgegangen.

Aber Paris wurde von den USA unter Druck gesetzt. 1958 gelangte Charles de Gaulle an die Regierung und, um sein eigenes Atomprogramm zu retten, kündigte er das Abkommen über nukleare Zusammenarbeit mit Israel. Ben Gurión schickte Simón Peres nach Argentinien, Gabun und Südafrika, um dort Natururan zu kaufen. Seine Verhandlungen mit der Regierung von Arturo Frondizi liefen derart gut, dass am 9. Mai 1960, zwei Tage vor dem Verschwinden Eichmanns, ein Auslieferungsabkommen unterzeichnet wurde. Eigentlich ein viel zu gutes Verhandlungsklima, um es für einen "in der Pampa verlorenen" Nazi zu riskieren.

Deshalb war Frondizi, Zeitzeugen zufolge, ausser sich vor Wut, als Ben Gurion am 23. Mai 1960 in der Knesset verkündete, dass sich Eichmann in israelischer Haft befinde und dass man ihm einen Prozess machen würde. Es war bekannt, dass Eichmann in Argentinien gelebt hatte, und die Presse schrieb von "Entführung", was eine gravierende Verletzung der argentinischen Souveränität bedeutete. Wenige Tage später schrieb Ben Gurion an seinen Amtskollegen. Auch wenn er nicht ausführte, wie Eichmann nach Israel gelangt war, entschuldigte er sich. Er erwähnte eine "Gruppe von Freiwilligen", die "nach einer langen Suche ihr Werk zu Ende gebracht haben".

Ben Gurion hat auch nie verraten, was ihn "überzeugt" hatte, nach jahrelangem Desinteresse den Kriegsverbrecher doch entgegen zu nehmen, und wer ihn "überzeugt" hatte. War es Standard Oil gewesen, der einen Mitwisser beseitigen wollte, der vom geheimen Pakt mit den Nazis wusste und angefangen hatte zu reden? Dies ist möglich, aber nicht zwingend. Auch für Israel war der gesprächige Nazi zu einem unkalkulierbaren Risiko geworden.

Was hätte Eichmann auspacken können? Die Zusammenarbeit der Nazis mit der Zionistischen Bewegung in den dreissiger Jahren? Sie hatte ein gemeinsames Interesse verbunden: die Vertreibung der Juden aus Europa und die Einwanderung von Juden nach Palästina - für Kenner der Geschichte kein Geheimnis. Ben Gurion hatte klar gesagt: "Es ist nicht Aufgabe des Zionismus, den Teil Israels zu retten, der sich in Europa befindet, sondern das Land Israel für das jüdische Volk zu retten. Die Führung der Jewish Agency ist davon überzeugt, dass eine Minderheit, die gerettet werden kann, nach den Bedürfnissen des zionistischen Projekt in Palästina ausgewählt werden muss".

Während die Anti-Faschisten zum weltweiten Boykott gegen das Hitlerregime aufriefen, schlossen das Reichswirtschaftsministerium mit der Jewish Agency und der Zionistischen Vereinigung im Sommer 1933 das Haavara-Abkommen. Es erlaubte ausreisewilligen Juden, einen Teil ihres Besitzes (mindestens 1.000 Pfund Sterling) in Form von deutschen Waren nach Palästina zu transferieren. Ben Gurion und Golda Meir sollen an der Haavara Company in Tel-Aviv beteiligt gewesen sein.

Das Abkommen ermöglichte 52.000 wohlhabende Juden, sich selbst und ihr Vermögen zu retten. Und die transferierten 140 Millionen Reichsmark waren für die jüdischen Siedlungen in Palästina eine wichtige Finanzspritze. Die SS und Eichmann im „Judenreferat“ halfen bei der Auswanderung der deutschen und österreichischen Juden aktiv mit, Eichmann traf sich 1937 mehrere Male mit Anführern der Haganah in Kairo, um Details des Finanztransfers zu erörtern. Diese Details wurden nie bekannt.

Eichmann blieb Verhandlungsführer mit den Zionisten, auch in seiner Zeit in Ungarn (1944), als er eine Million Juden, die schon für den Abtransport nach Auschwitz vorgesehen waren, gegen 10.000 Lastwagen für die Ostfront eintauschen wollte. Ben Gurion unterstützte diesen Deal, der von den Alliierten abgelehnt wurde. Danach verhandelten Eichmann und sein Vorgesetzter, SS-Standartenführer Kurt Becher, in Budapest mit wohlhabenden Juden über ihre Ausreise. Und immer ging es um Geld. Über diese Finanztransaktionen hätten Eichmann und Becher sicher viel sagen können. Becher lebte nach dem Krieg als erfolgreicher Geschäftsmann in Bremen, ohne dass Israel jemals seine Auslieferung gefordert hatte. Er war geschützt, er schwieg. Und Eichmann hatte zu reden begonnen.

Nach dem Eichmann-Prozess übrigens haben sich die diplomatischen Beziehungen zwischen Washington und Tel Aviv deutlich verbesserten, auch was die militärische Zusammenarbeit anging. Im Weissen Haus störte man sich fortan nicht mehr daran, dass die Israelis offensichtlich über eine Atombombe verfügten.

Ich habe seit fast einem Jahr die israelische Regierung um einen Kommentar zu der Version des Mossad gebeten, zunächst über israelische Botschaften. Ich habe auch Einsicht in die geheimen Protokolle und Verhöre mit Eichmann zwischen dem 11. und 21. Mai 1960 in Uruguay beantragt. Ebenfalls keine Antwort. Ich habe den Premierminister, die parlamentarische Kontrollkommission und direkt den Mossad (www.mossad.gov.il - "contact us") gefragt.

Die einzige Antwort, die ich erhalten habe, war ein Brief vom Bureau des Premierministers: „Wir bestätigen den Empfang Ihres Briefes und haben den Inhalt zur Kenntnis genommen“. Kein Wort darüber, ob ich jemals eine Antwort auf meine Fragen erhalten werde.

Der Mossad übrigens hat seit meiner Anfrage seine "Heldentat" - die Eichmann-"Entführung" - von seiner homepage entfernt.

http://de.indymedia.org/2007/04/173423.shtml

Wozu so viel Theater? Weshalb wurde der geschwätzige Eichmann nicht einfach erschossen? Wer hatte Interesse am Märchen von der Entführung?

Naziverbrecher Eichmann und Standard Oil
http://de.indymedia.org/2007/04/172775.shtml

Der Pakt von Standard Oil mit den Nazis
http://de.indymedia.org/2007/04/172951.shtml

Kriegsverbrecher Eichmann in Uruguay
http://de.indymedia.org/2007/04/173250.shtml


siehe auch:

http://www.dradio.de/dlf/sendungen/feature/552647/



Der jüdische Eichmann in Uruguay



Eigentlich ist es nicht Aufgabe von Journalisten, 47 Jahre später, die Täter einer Entführung zu ermitteln. Es sollte ausreichen, Material zu sammeln, das beweist, dass die offizielle Version nicht der Wahrheit entsprechen kann. Und das wurde ja bereits bewiesen, dass die Mossad-Version, den Kriegsverbrecher aus Argentinien entführt zu haben, nicht der Wahrheit entspricht. Aber es bleibt immer eine Portion Neugier: Wenn es nicht der Mossad war, wie kam dann Eichmann nach Israel?




Gehen wir von drei sicheren Annahmen aus:

1.- Das El Al – Flugzeug mit Eichmann an Bord landete in Israel am 22. Mai 1960 um 7.35 Uhr. Vermutlich hat Eichmann, der Organisator des Holocaust, das israelische Flugzeug nicht freiwillig betreten.


2.- Das El Al – Flugzeug hat den Flughafen in Ezeiza (Buenos Aires) am 20. Mai um Mitternacht verlassen.


3. Die El Al – Maschine, eine Bristol Britannia, musste mindestens zwei Zwischenlandungen einlegen, um Treibstoff zu tanken, eine in Dakar (Afrika), die zugegeben wird, und eine zweite, die die israelischen Behörden bis heute verschweigen.


Mehrere Indizien weisen darauf hin, dass Eichmann freiwillig mit einem Kleinflugzeug nach Uruguay gereist ist, um dort wichtige Gespräche zu führen. In Uruguay angekommen, wurde ihm eröffnet, dass gegen ihn Haftbefehl bestehe und er fortan kein freier Mann mehr sei, zehn Tage später wurde er in das El Al – Flugzeug gesetzt, das am Flughafen Laguna del Sauce (Punta del Este) zwischen gelandet war. Die Indizien:

a) Laut der Ein- und Ausreisepapiere von William Mosetti, Generaldirector von Mercedes Benz Argentina, Ex US-Geheimdienstagent, der Mann von Standard Oil und vermutlich beteiligt an der Überstellung Eichmanns nach Israel, ist in der Vorbereitungsphase mehrfach nach Punta del Este gefahren. (Archiv der argentinischen Migrationsbehörde)


b) Eichmann hatte vor seiner Abreise seiner Frau erzählt, dass er am 11. Mai einen wichtigen Termin ausserhalb von Buenos Aires wahrnehmen würde und dass, wenn er am Abend nicht zurückkehren würde, sie die Kameraden bei Mercedes Benz informieren solle. Dies tat sie dann auftragsgemäss und eine Suche nach ihm wurde eingeleitet. (Aktenvermerk von Daimler-Vorstandsmitglied und ehemaliger SS-Offizier Hanns Martin Schleyer vom 30. Mai 60, Firmenarchiv DaimlerChrysler)

c) Eichmann/ alias Klement ist aus Argentinien nicht legal ausgereist, sein Name steht auf keiner Passagierliste (Archiv der argentinischen Migrationsbehörde)

d) Am 11. Mai 60 verlässt nur ein einziges nicht-kommerzielles Flugzeug Uruguay Richtung Buenos Aires. (Innenministerium, Uruguay)


e) Dieses Kleinflugzeug war in den USA zugelassen und der Mann, der diese Piper-Apache am 28. Februar 56 erworben hatte, war der US Multimillonär H.L. Brown (Mitteilung der US Federal Aviation Administration, EEUU an mich).

f) H.L. Brown lebte in Texas, aber er unterhielt in Montevideo in der Strasse Rincón ein Büro im Hochhaus “Artigas” (das ihm gehörte), dort war jahrelang das US-Konsulat untergebracht. Das Flugzeug war seit 1957 permanent in Uruguay stationiert, musste dafür eine Sondergenehmigung besitzen. In Montevideo lebten der Sohn und der Schwiegersohn von H.L. Brown. Und wie es der Zufall will, war der Schwiegersohn bis 1942, als er eingezogen wurde, in der Rechtsabteilung von Standard Oil de New Jersey tätig und vertrat diese Firma auch in Venezuela.


g) Dieses Kleinflugzeug Piper ist am 11. Mai auf einem lokalen Flughafen in der Nähe von Eichmanns Wohnung gesehen worden, von wo aus es Richtung Uruguay davon flog. Es muss in Punta del Este gelandet sein (Laguna del Sauce oder Jahuel), weil es auf allen anderen uruguayischen Flughäfen - Carrasco, Carmelo, Melilla – nicht gelandet ist (Ministerio del Interior, Uruguay). Später tauchte es wieder in Montevideo auf, wo es im April 61 amtlich zugelassen wird. (Nationales Amt für Luftverkehr, Uruguay)


h) Die Bücher der Migrationsbehörde in Uruguay, in denen Ein- und Ausreise vermerkt sind, sind sauber und ordentlich geführt. Auch die Bücher über die Ein- und Ausreise über den Flughafen von Punta del Este sind seit 1959 komplett. Aber in den gebundenen Büchern ist eine „Lücke“, zwischen dem 1. April 1960 bis 61. “Komisch”, so der Kommentar des uruguayischen Innenministers, José Díaz, der mir die Archive seines Ministeriums öffnete. Díaz ist einer der historischen Anführer der Sozialistischen Partei Uruguays. Am 8. März dieses Jahres, einen Tag vor Besuch von George W. Bush in Uruguay, wurde er abgesetzt.


i) Laut des Flugplans der Piper von Uruguay nach Buenos Aires, den ich der uruguayischen Verteidgungsministerin zukommen liess, sassen in der Maschine der Pilot Enrique Frois, der Copilot J.A. B. Und ein Passagier Daniel Ferres – alle Uruguayer. Ferres war Reishändler und mit Brown, dem Besitzer der Piper, befreundet; Jahre später wollten ihn einmal die MLN-Tupamaros entführen. Der Pilot Frois (verstorben wie Ferres) unterhielt in Montevideo ein Lufttaxi-Unternehmen. Unter uruguayischen Piloten ist er als jemand bekannt, der an den „Todesflügen“ teilgenommen hat, mit denen während der Militärdiktatur Kinder zwischen Argentinien und Uruguay transportiert worden sind.


j) Der Copilot JAB gibt nicht zu, an dem Flug vom 11. Mai 1960 teilgenommen zu haben, wie es auf dem Flugplan steht. Aber er gibt zu, dass er in die uruguayischen Streitkräfte 1948 eingetreten sei. 1955 habe er ein Spezialkurs in Alabama, bei der US Airforce abgelegt. Am 22. April 60 ist er in den Generalstab der Luftwaffe befördert worden, also knapp drei Wochen vor Eichmann Verschwinden aus Argentinien. Im November 60 sei er in den „Obligatorischen Ruhestand“ versetzt worden.


Wurden die Uruguayer, eine Nation mit anti-faschistischer Tradition, mit dem Argument überredet, dass sie an einer anti-nazi-Aktion teilnehmen? Einen Kriegsverbrecher aus Argentinien locken, wo er geschützt wurde?

Vielleicht war dies die Motivation des Copiloten. Er schien mir, in den Gesprächen die ich mit ihm führen konnte, von aufrechter demokratischer Gesinnung zu sein. Er verlor 1973, beim Militärputsch, wegen seiner gewerkschaftlichen Betätigung seine Arbeitsstelle und flog ein paar Jahre bei dem Lufttaxi-Unternehmen Frois, bis er merkte, dass dieser heimlich Kinder für die Repression transportierte. Er kennt auch die Piper-Apache gut (eine „Porquería“, eine Scheissmaschine, vom technischen Standpunkt her gesehen, weil sie wegen ihrer Sonderausstattung zu schwer für ihre beiden Motoren geworden sei).

Aber hat sich die uruguayische Regierung, zu diesem Zeitpunkt bestehend aus mehreren konservativen Parteien, nie gefragt, warum diese Operation von US-Amerikanern geplant wurde, die enge Verbindungen zu US-Regierungsstellen und zur Erdölindustrie gehabt haben?

Ich habe der uruguayischen Verteidigungsministerin Azucena Berruti, die aus der Menschenrechtsbewegung kommt, nach der Beteiligung von Angehörigen der uruguayischen Streitkräfte an der Operation Eichmann gefragt und Dokumente zukommen lassen. Ich habe Präsident Tabaré Vázquez (Sozialist) gefragt, ob sich sein Land als Basis für eine ausländische Macht benutzen liess. Sie haben sich nicht geäussert.

Dies sind die Fakten. Jeder kann sich seine eigene Meinung bilden.

Der Mythos vom effizientesten Geheimdienst der Welt. Vom edlen Rächer zum moralischen Hochstapler?


Siehe auch die vorangegangenen Teile I und II:

Naziverbrecher Eichmann und Standard Oil 09.04.2007
http://de.indymedia.org/2007/04/172775.shtml

Der Pakt von Standard Oil mit den Nazis 12.04.2007
http://de.indymedia.org/2007/04/172951.shtml


Dokumentation auf labournet zu DaimlerChrysler in Argentinien:

http://www.labournet.de/branchen/auto/dc/ar/index.html
http://www.labournet.de/branchen/auto/dc/ar/buch.html



Der Pakt von Standard Oil mit den Nazis

Gaby weber 12.04.2007 23:48


US-Investmentunternehmen pumpten Kapital an Rhein und Ruhr, indem sie deutsche Anleihen auf dem US-Markt verkauften. Einer der wichtigsten war die „Union Banking Corporation“ von George H. Walker. Er nahm seinen Schwiegersohn, Prescott Bush, Grossvater des derzeitigen US-Präsidenten, in das Direktorium auf. Und der sollte glänzende Geschäfte mit den Deutschen machen, vor und nach 1933. Im Vorstand seiner „Walkers American Shipping und Commerce“ mit ihrer Nordatlantik-Route der Hamburg-America Linie saß Emil Helfferich, Mitglied im „Freundeskreis Reichsführer- SS“ und bis Kriegsende Präsident der Deutsch-Amerikanischen Petroleum Gesellschaft, der späteren ESSO, sowie der Vacuum Oil Company in Hamburg. Tragfähige Netzwerke also.

„Mit ihrem eigenem Geschäft fortzufahren ...“


Der geheime Pakt der Erdölindustrie mit den Nazis und warum Adolf Eichmann zum Schweigen gebracht werden musste




Gaby Weber

Die russische Oktoberrevolution hatte die Welt neu geordnet. Bis 1917 hatten die Europäer das Weltgeschehen bestimmt. Nun wollten US-Unternehmen mitmischen, vor allem John. D. Rockefeller, der 1870 Standard Oil gegründet hatte. 1879 übernahm er die Vacuum Company und viele andere, bis die US-Regierung seinen Trust 1911 zerschlug. Das Imperium zerfiel in Einzelunternehmen, Standard Oil of New York (SOCONY), Vacuum Oil usw. Aber die Rockefellers zogen weiter die Fäden.

Der Nahe Osten war damals kaum erschlossen, Erdöl wurde an zwei Orten gefördert: In Texas und in Baku, im Kaukasus. Die russischen Erdölfelder waren von den Familien Nobel und Rothschild beherrscht, bis zur Oktoberrevolution, als die Sowjets die Anlagen übernahmen, und sich die Besitzverhältnisse änderten. „Im Sommer 1918 floh der Nobel vor den Sowjets und flehte Kaiser Wilhelm auf Knien an, ihm zu helfen, alles wiederzuerobern“ – so der Berliner Historiker Dietrich Eichholtz. Aber an ein „Wiedererobern“ war mit einer entwaffneten Republik nicht zu denken.

Die Interessen Rockefellers deckten sich mit denen der Deutschen Bank. Nach dem Ersten Weltkrieg waren ihre Anteile an der „Türkischen Petroleum Gesellschaft“ als „Feindvermögen“ beschlagnahmt und den Franzosen übergeben worden. Sie verlor damit auch ihre Rechte auf die Bodenschätze beiderseits der Bagdad-Bahn. Jahrelang klagte sie erfolglos, bis sie einsah, dass sie an der juristischen Front nicht weiterkam und auf eine andere Front umsatteln musste. Sie suchte Verbündete in der amerikanischen Erdölindustrie. Um 1927 muss er geschmiedet worden sein, der Pakt von Standard Oil mit der Deutschen Bank: Adolf Hitler sollte an die Macht, um das Erdöl von Baku zu erobern. Den Treibstoff für diesen Krieg wollte Standard Oil bereitstellen.

Tatsache ist, dass 1927 Standard Oil und die IG Farben das Unternehmen „Standard IG Farben“ mit Sitz in den USA gründeten. Präsident wurde der texanische Ölhändler William Farish. Standard überließ der IG Farben die weltweiten Rechte für die Verflüssigung von Kohle zu Öl. Im Gegenzug erteilte der deutsche Konzern den Amerikanern das Patent für die Herstellung von Buna, synthetischem Gummi. 1927 wurde der junge Adolf Eichmann, Freund von Ernst Kaltenbrunner, bei der österreichischen Niederlassung der Vacuum Oil Company, Teil des Rockefeller Imperiums, eingestellt. Eine Verbindung mit Zukunft.

Während die europäischen Grossmächte ein Erstarken der deutschen Industrie verhindern wollten, schlossen die USA mit der Weimarer Republik Handelsverträge ab. Den Versailler Vertrag hat Washington nie ratifiziert.

Dass in Deutschland nach der Machtergreifung Juden verfolgt wurden, störte bei ihren Geschäften nicht. „Die Vereinigten Staaten waren tief gespalten, was unsere Haltung gegenüber dem Nationalsozialismus anging“, so Professor Christopher Simpson von der American University in Washington DC, „die rechtsgerichtete Organisation ‚America First’ sympathisierte offen mit den Nazis. Sie stellte die Diskriminierung der jüdischen Bevölkerung als „internes deutsches Problem“ dar und plädierte für Nicht-Einmischung.“

Bei „America First“ gaben die Dulles-Brüder den Ton an: John Foster Dulles, der spätere US-Außenminister, und Allan Dulles, der die CIA aufgebaut hatte. „America First“ verteidigte die Interessen der Firmen, die in Deutschland investiert hatten. Eine Kriegserklärung hätte deren Kapital gefährdet. „Mehrere US-Investmentfonds hatten sich auf Kapitalanlagen in Deutschland spezialisiert“, so Simpson, „sie kauften jüdisches, „arisiertes“ Eigentum, denn dies versprach astronomische Gewinne und sie beauftragten dieselben Anwälte, die sich um die im 1. Weltkrieg beschlagnahmten Güter gekümmert hatten und wussten, wie Kapitalanlagen in Kriegszeiten mit Strohmännern zu tarnen waren.“

Nach 1933 lief alles nach Plan. Die Deutsche Bank mischte sich über ihre Petroleum AG wieder ins Erdölgeschäft ein. Da sie aber in diesem Metier wenig erfahren waren, brauchten sie Partner mit Know How. Ein Aktenvermerk der Bank vom 15. März 1935 hält fest: „Die Deutsche Petroleum AG (hat) Konzessionen für Erölbohrungen erworben und (will) ölhöffige Gebiete mit Staatszuschuß erbohren. Sie (will) noch die Royal Dutch Shell und die Vacuum Oil Company unterbeteiligen und zwar gegen Beteiligung an den eventuell entfallenden Ölen, so daß sich ihr Risiko hieraus ausserordentlich verringert, allerdings auch der Gewinn bei Fündigwerden.“

Anteile an der Royal Dutch Shell halten das britische und niederländische Königshaus und Vacuum Oil Company bedeutet: Standard Oil. Der geheime Pakt teilte also Risiken und Gewinne der neuen Erdölvorkommen.

Diese Verbindung brach nicht mit dem Kriegseintritt der USA ab. Die Vacuum Oil Company wollte sogar bei der Einnahme von Irak und Iran behilflich sein. „Ziel unseres Vormarsches wird neben der Besetzung der Länder Irak, Syrien und Palästina der Suez-Kanal und der Persische Golf sein“, vermerkte der „Bevollmächtigte für die arabischen Länder“ im Berliner „Auswärtigen Amt“ am 5. Februar 1942, „vorbereitet werden muß die Übernahme der Erdölanlagen Arabiens und Irans. Ein Stab aus Fachleuten unter Leitung des Geologen Dr. Schmidt, von der Vakuum-Oil-Company in Hamburg, wird zusammengestellt und die erforderlichen Materialien, insbesondere Bohrgeräte, bereitgestellt.“

Das Hauptproblem der Wehrmacht für den Vorstoss im Kaukasus war, wie schon im Ersten Weltkrieg, der Treibstoff für Panzer und Flugzeuge. Zwar konnte man dank der Patente von Standard Oil aus heimischer Kohle Benzin gewinnen. Doch der Bedarf war bei weitem größer.

Der US-Regierung bereitete die Allianz von Standard Oil mit den Nazis Sorgen, vor allem nach dem japanischen Angriff auf Pearl Harbor, dem Grund für die Kriegserklärung im Dezember 1941. Washington griff auf das Gesetz über den verbotenen „Handel mit dem Feind“ zurück und eröffnete gegen Standard Oil ein Ermittlungsverfahren. Die Firma soll der US-Navy Patente für Buna und Aluminium vorenthalten und deutsche U-Boote und Flugzeuge betankt haben. John D. Rockefeller wollte davon nichts gewusst haben und Farish verweigerte die Aussage, wies den Staatsanwalt aber darauf hin, dass Standard Oil auch die US-Streitkräfte mit Treibstoff versorge....

Im März 1942 bat das Pentagon Präsident Roosevelt, die Ermittlungen gegen Standard Oil auszusetzen, um die Kriegsproduktion nicht zu gefährden. Roosevelt stimmte zu. Gegen Zahlung einer Geldstrafe von 5.000 Dollar und dem Versprechen, die Nazis nicht weiter zu beliefern, wurde das Verfahren eingestellt. Farish musste sich jedoch vor einem Hearing im US-Senat verantworten, das der spätere US-Präsident Truman leitete, der von „Verrat“ sprach. Farish in der Anhörung: „Unsere Verträge (mit der IG Farben) sollten von 1929 bis 1947 gelten. Sie, Gentlemen, werden verstehen, dass Verträge wie diese nicht unwirksam werden, nur weil die Regierungen der Vertragsparteien gegeneinander Krieg führen. Die Vertragspartner müssen statt dessen einen Weg finden, um mit ihrem eigenem Geschäft fortzufahren.“

Während sich auf den Schlachtfeldern des 2. Weltkriegs die Soldaten gegenseitig umbrachten, suchte die Industrie also einen Weg, um „mit ihren eigenen Geschäften fortzufahren.“ Keine einfache Sache, denn der US-Kongreß beschloss gegen den Widerstand der Konzerne den Kriegseintritt und vereitelte den Pakt der Erdölindustrie mit den Nazis. Für Standard Oil eine herbe Niederlage. Wie nun mit den „eigenen Geschäften fortzufahren“? Einen eigenen Geheimdienst gründen? Einen Dienst, bei dem nicht so sehr die nationale Sicherheit im Vordergrund stand, sondern das Geschäft?

Bisher ist über einen solchen „Dienst“ nicht bekannt geworden. Aber vor kurzem sind in einer Scheune in Virginia Akten aufgetaucht, die der CIA übergeben wurden. Sie lassen auf die Existenz eines „Dienstes“, eines Kommunikations- bzw. Nachrichtendienstes, namens „the pond“ schließen. Gegründet wurde „the pond“ 1942, also just in dem Jahr der Ermittlungen gegen Standard Oil.

Noch sind die Akten von „the pond“ nicht geordnet, so die CIA, die mir aber Auskunft über mögliche Verbindungen von Mosetti zu „the pond“ für 2.880 Dollar überlassen wollte.

Der Kaukasus-Feldzug dauerte fünfeinhalb Monate. Ab Mitte 1942, als Standard Oil in den USA das Ermittlungsverfahren und das Senatshearing über sich ergehen lassen musste, kam der Treibstoffnachschub ins Stocken. Im Januar 1943 war die Niederlage besiegelt.

Standard Oil wollte über neutrale Länder Treibstoff an die Nazis liefern. Standard Oil of New Jersey schickte ihren jungen Juristen William Negley aus ihrer Rechtsabteilung nach Venezuela, das schon damals vor Öl nur strotzte. Und die SOCONY-Vacuum Oil Company kommandierte 1940 nach Argentinien ab: William Mosetti, 1914 in Triest als Sohn des Direktors der Reederei Lloyd Trestino geboren. Er war Offizier im Abessinienkrieg Mussolinis, danach bei General Motors, bei Ford in Köln und ab November 39 fing er bei SOCONY an.

Argentinien hatte eigenes Erdöl und war weder am Ex- noch am Import interessiert. Und die im Dezember 1942 in den USA gegründete „Petroleum Administration of War“ rationierte Benzin und verhinderte, dass Erdöl in feindliche Hände geriet. Sie musste jeden Export genehmigen. Mosetti machte Druck. Am 25. März 1942 kabelte die US-Botschaft in Buenos Aires nach Washington: „Große Mengen Rohöls werden von den argentinischen Niederlassungen von Standard Oil of New Jersey und Socony Vacuum importiert. Ein Einschnitt würde sie gegenüber der Konkurrenz benachteiligen, die Rohöl vor Ort einkaufen.“

Doch die Rechnung ging nicht auf. Die Alliierten kontrollierten die Seewege, und nur wenige Tanker kamen nach Franco-Spanien durch.

Standard Oil schaltete auf Schadensbegrenzung um. Mosettis traf im März 1943 in Los Angeles ein und erklärte der Einwanderungsbehörde, dass er fortan für die Alliierten kämpfen wolle. Ein „prominent businessman“, wie es in den Akten heißt, setzte sich für ihn ein. Innerhalb weniger Wochen bekam Mosetti die US-Staatsbürgerschaft. Am 18. Mai 1943 zog ihn die US-Army ein und bildete ihn in Camp Crowder im Nachrichtenwesen aus. Er wurde in Nordafrika stationiert und bereitete die Invasion Italiens vor.

Konnte Mosetti, wie er später erzählen wird, Daimler Benz vor der Zerschlagung retten? Eine Liste des militärischen Geheimdienstes mit dem Titel „For Destruction“ führt Rüstungsbetriebe, darunter Daimler Benz, auf, die zerstört werden sollten. Doch weder Daimler noch die Raffinerien von Standard Oil in Deutschland wurden zerstört. Lediglich 20 Prozent seiner Maschinen seien zerstört worden, schreibt Daimler in seiner Firmengeschichte. Und die Hamburger Vacuum Oil gibt „eine gehörige Portion Glück“ dafür an, dass sie von alliierten Bomben kaum getroffen wurde. Von einer schützenden Hand in den Schaltstellen der Alliierten, die größere Zerstörungen verhinderte, ist nicht die Rede.

Im Juni 1946 wurde Mosetti aus dem aktiven Dienst der US-Army entlassen und kehrte zur Socony-Vacuum (inzwischen Mobil Overseas Oil Company) zurück. In Leopoldville, Belgisch Kongo, heuerte ihn Daimler-Benz an und schickte ihn nach Buenos Aires. Am 29. April 1960 ernannte die Aktionärsversammlung Mosetti zum Generaldirektor von Mercedes Benz Argentina. Und zwölf Tage später verschwand Adolf Eichmann, Arbeiter bei Mercedes Benz und vormals Angestellter von Vacuum Oil. Am 23. Mai gab Premierminister David Ben Gurion bekannt, dass sich der Kriegsverbrecher in israelischer Haft befand. Über seinen früheren Arbeitgeber Standard Oil schwieg sich Eichmann aus, zumindest wurde darüber nichts bekannt.

Mosetti schied 1975 bei Mercedes Benz aus. Seine letzte Anstellung war die US-Botschaft in Bern. Er starb 1992 in der Schweiz.

Exxon_Mobil erklärten auf meine Anfrage, dass sie Mosetti in ihren Archiven leider nicht finden konnten, und DaimlerChrysler behauptete jahrelang, seinen Namen nicht zu kennen.

Die Konzerne können sich diesen Zynismus erlauben. Die Informations-Zugangsgesetze gelten nur für staatliche Stellen, nicht für Privatunternehmen.

Aber die Frage, heute wie 1942, steht im Raum, wie die demokratischen Kräfte mit der Raffgier der Corporates umgehen, vor allem wenn sie gegen Gesetze und gegen die Nationale Sicherheit verstösst. 1942 beging die US-Regierung den historischen Fehler, die strafrechtlichen Ermittlungen gegen Standard Oil einzustellen und auch nach dem Krieg nicht mehr aufzunehmen.

Der Fehler wurde fortgesetzt bei der Geldwäsche. Zweimal hat die Regierung der Vereinigten Staaten begonnen, dem Verbleib des während des Zweiten Weltkriegs versteckten Nazi-„Goldes“ auf die Spur zu kommen. Mit der Operation „Safehaven“ suchten die Alliierten nach deutschen Firmen, die ein Konto in der Schweiz unterhielten. Doch „Safehaven“ schlief 1947 ein. Im Kalten Krieg wollte man künftige Verbündete nicht verprellen. Und in den neunziger Jahren unternahm der US-Staatssekretär Stuart Eizenstat einen zweiten Versuch. Alle Behörden, auch CIA und FBI, mussten für seinen umfangreichen Bericht mit dem Titel „Geldwäsche von Nazigold“ ihre Archive öffnen. Doch Eizenstat ermittelte nichts, was nicht schon bekannt gewesen war. Weder ein Hinweis auf die „Geldwäsche“ von Daimler Benz in Argentinien, noch ein Hinweis auf William Mosetti, obwohl die Beschlagnahmung des Imperiums von Jorge Antonio über Jahre die Schlagzeilen beherrscht hatte und auch der CIA nicht entgangen sein kann. Die deutsche Industrie zahlte zehn Milliarden Mark für die Zwangsarbeiter. Das Thema war vom Tisch und wurde wieder zum Tabu.

Im Moment werden in den USA die Karten neu gemischt, der von den Demokraten kontrollierte Kongress versucht, den Irakkrieg zu beenden und die Bedingungen dafür zu schaffen, Ermittlungen gegen George W. Bush in die Wege zu leiten. Doch wahrscheinlich wird hinter den Kulissen, fern der Öffentlichkeit und der demokratischen Kontrolle, doch wieder nur geschachert und die Verbrechen unter den Teppich gekehrt.

Der Pakt von Standard Oil mit den Nazis
http://de.indymedia.org/2007/04/172951.shtml